Shadowrun 5 Seattle

Im finsteren Schloss

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Es war wie so oft, wenn es darum ging ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern, ohne zuvor eines hineingesteckt zu haben. Man benötigte mehr Rauch, mehr Tamtam und mehr Geschick und selbst dann fühlte es sich zumeist ein wenig unspektakulärer an.

Die Unsicherheit ließ meine Kameraden sich wütend anfauchen, doch davon ließ ich mich nicht beeindrucken. Wo es keinen Weg gab, gab es noch immer Blendwerk und wo dieses versagte, begann die wunderbare Welt der Tricks und Täuschungen, deren Gebieter niemand anders war als Zagroschim der Wunderbare.

Noch während zu viele Fragen meine Gefährten blendeten durchschossen ungezählte Möglichkeiten meinen Kopf. Den Zaun kurzschließen und hinter einer Hecke hineinschleichen, um ein oder zwei der elektrischen Systeme zu umgehen. Ein Auto stehlen, um darin sicher vor den Blicken des Wachgeistes zu sein, oder auch einfach aufs Gelände marschieren und sich auf das gute alte Quäntchen Glück verlassen.

Zuletzt entschied ich mich für den Lieferwagen, freundlich gesponsert durch den tatkräftigen Wheelzs! Und einen unbekannten Spender, der sicherlich später sein Auto irgendwo anders wiederfinden würde.
Dies in die Tiefgarage zu bekommen erledigte Cpt. Schlabberhose, zu dem ich an dieser Stelle wohl ein paar Worte verlieren sollte.
Grey Leet war einer von Miss Isabeaux alten Freunden aus ihrer Zeit als sie noch nicht dem Weg des Voodoo folgte. Er war jung, sehr jung und er verbrachte sein ganzes Leben im tristen Alltag hirnzerfressender Matrixspiele und ab und an damit, uns ein wenig Wissen zu verschaffen. Nachdem wir also beim letzten Run so erfolgreich auf Ice und seinen kleinen Kasten aufgepasst hatten, würden wir auch diesmal einen nicht ganz geeigneten Kandidaten mitschleppen.
Vor meinem geistigen Auge erschien schon ein fetter verpickelter 17 jährigen mit grauer Trainingshose und gläsernem Blick. Dem ich, schneller als ich atmen konnte, den Spitznamen Cpt. Schlabberhose anhängte.
Zum Glück kam es anders. Grey Leet war zwar ängstlich und vielleicht auch nicht besonders geeignet, aber immerhin war er ein Profi, gehüllt in einen neuen Kampfpanzer, samt Komplettversiegelung und diversen Extras. Auch die elektronische Kriegsführung schien ihn nicht zu sehr zu überfordern, immerhin gelangten wir, samt unserem von Wheelz! gefahrenen Transporter, problemfrei in die Tiefgarage, von wo es kein Problem darstellte, durch die Verbindungstür das Anwesen zu betreten.

Außer Sicht von Kameras und Wachen konnten wir einfach so durch den Hüter spazieren ohne uns darüber Gedanken machen zu müssen uns durch selbigen zu drücken und so Alarm auszulösen. Einmal drin standen wir vor dem nächsten Problem. Das Sicherheitssystem des Hauses war zwar aktiv und bescherte uns eine gute Sicht auf ungezählte Sicherungssysteme, aber nicht auf verwertbare Daten. Nirgends war vermerkt, wo sich die Albatrosse befanden, noch gab es Daten über Personen, die uns weiterhelfen konnten.
Gerade wollte ich in astraler Gestalt loshuschen um zu suchen, als uns Stimmen aufschreckten. Sofort verbarg ich uns hinter einer Illusion des leeren Ganges. Vielleicht konnten wir den beiden folgen, oder zumindest die Gelegenheit nutzen, sie auszuschalten und zu befragen.
Diesmal ließen uns die Götter des Glücks im Stich. Der Wachmann und der Tierpfleger schoben einen großen elektrischen Wagen und als dieser in der Illusion verschwand, schraken sie auf und waren innerhalb eines halben Herzschlags kampfbereit. Wir hatten keine Wahl als sie auszuschalten. Jester zückte seinen Taser, Miss Isabeaux rief nach einem ihrer Geister und ich warf eine Chaotische Welt um deren Aktionen ein wenig durcheinander zu wirbeln. Mehr oder weniger ging unser Plan auf, der Wachork war fähiger als erwartet und auch der Tierpfleger reagierte nicht wie ein geschockter Hausangestellter sondern wie ein Kriegsveteran. Der Tierpfleger rannte was das Zeug hält, damit beschäftigt zugleich über Funk Alarm zu geben, der Ork lieferte sich, derweil er Alarm funkte ein Gefecht und als er drohte zu verlieren, schnappte er sich gar eine Schockgranate und zündete diese mitten in seiner Hand um uns, als letzte Aktion, mit ins Verderben zu reißen.
Ein wenig angeschlagen und mächtig beeindruckt blickten wir auf die beiden Ohnmächtigen. Vielleicht waren die beiden nicht stahlummantelt und mit schwerem Gerät bewaffnet, aber es waren Veteranen, zu gnadenloser Effizienz bereit.
Ein wenig graute mir bei dem Gedanken, auf zwei solcher Wachen zu treffen, ausgestattet mit Maschinenpistolen und geschützt durch schwere Panzerung. Natürlich ließ ich mir nichts anmerken, sondern ließ meinen Blick auf Grey Leet schweifen, immerhin war er es, der uns Antwort auf die dringlichsten Fragen geben konnte.
Waren wir aufgeflogen? Trugen die beiden Markierungschips die es ihnen erlaubten sich in dem Gewirr aus Sicherheitsanlagen frei zu bewegen und konnten wir ihnen diese abnehmen.

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Sir Abgedreht und sein Critterschloss

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Wir hatten was wir wollten, oder zumindest so viel wie wir bekommen konnten und nun galt es den Maß unseres Erfolges auszutesten. Ice war schnell und effektiv und bald schon wussten wir, dass die Vögel bei einem ultrareichen Crittersammler in Snowhomish gelandet waren. Sein Anwesen lag neben anderen Villen in einer guten Gegend und war, selbst nach meinen Ansprüchen beeindruckend. Ein riesiges Wohngebäude, mit mehreren Türmen und diversen Etagen und dazu ein Grundstück, welches keine Wünsche offen ließ. Critter bevölkerten den Garten zu hunderten, manche im Badesee, andere flogen frei herum, wieder andere liefen über das Grundstück und einige waren in dezenten Käfigen Zuhause.
Während ich die Gegend in astraler Gestalt erkundete, beobachte Wheelz! Stealhtdrone das Geschehen aus großer Höhe. Gemeinsam schufen wir eine gute Basis für weiteres Vorgehen. Wheelz! fand die Tiefgarage für Autos und lieferte genaue Bilder des Gebäudes, derweil ich die oberen Etagen durchschwirrte, mich von Geistern fernhielt und herausfand, dass der Keller und das Erdgeschoss des Gebäudes durch einen Hüter gesichert waren.
Eine Anfrage von der hübschen Miss Isabeaux an ihren lärmenden Krawallspiele liebenden Freund aus der Matrix brachte weitere Details. Wir erfuhren, dass im Kongo große Mengen Fisch verschlungen wurden. So viel wie nirgends anders. Etwas das auf den Bedarf unserer Funkenalbatrosse hindeuten konnte, aber nicht zwingend musste.
Leider erfuhren wir nichts über die Angestellten des Hauses, wo wir doch den Plan gefasst hatten, einen von ihnen abzufangen und zu befragen, um uns ein genaueres Bild vor Ort machen zu können. So jedoch müssten wir, sollten wir uns dazu entschließen, einen der Angestellten auf gut Glück kidnappen, ohne zu wissen, welche Wichtigkeit er hatte, wie sein Dienstplan aussah, ob er daheim Familie hatte und noch hundert weitere Kleinigkeiten.

Derweil uns Jester mit technischen Spielereien von Rose versorgte, die uns unser Eindringen erleichtern sollten, drehten sich unser Diskussionen eifrig im Kreis. Wir wussten einfach zu wenig um eine sinnvolle Entscheidung treffen zu können und uns lief die Zeit davon.

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Entflohene Vögel

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Langsam wurde es wirklich Zeit die Vögel zu finden, doch bevor wir noch recht loslegen konnten, erreichte uns die Nachricht, dass Hawk zu unserer und seiner Sicherheit abtauchen musste. Natürlich konnte man ihm dies nicht vorwerfen, aber der Moment hätte wirklich nicht unpassender sein können. Immerhin waren wir gerade dabei Daten zu klauen und saßen jetzt ohne Hacker da.
Schlimm genug, aber es kam noch bedeutend unangenehmer. Da Jester gerade an anderer Front agierte, blieb es an mir hängen Ice anzuheuern. Einen Decker, den uns Wheelz! empfohlen hatte. Bloß dass dieser nur in der Matrix zu finden war. Nun war es also an mir, an Zagroschim dem Wunderbaren, mich in die Abgründe der seelenlosen Computerwelt zu begeben, damit unsere Mission nicht scheiterte.
Mit ein bisschen Hilfe von Wheelz! gelang es mir auch den Matrixkram anzulegen und mich durch die Datenknoten bis zu Ice zu tasten. Der war zwar ganz umgänglich, aber vollkommen ungeeignet für den Job. Bloß das er der einzige war, den wir zur Verfügung hatten. Die Verhandlungen waren ebenso unerfreulich, eben weil er so ungeeignet war, immerhin verließ er die Matrix sonst so gut wie nie, wollte er einen horrenden Preis. Zum Glück fand sich eine recht interessante Lösung, er half uns du dafür würde ich ihm demnächst einmal unter die Arme greifen. Ich nicht Wir, wie wir ganz klar festlegten. Falls er Uns brauchte, würde er wohl zuzahlen müssen.

Auf Jacks Motorrad brausten wir zum Heim dieses widerlichen Lacroix und sammelten unterwegs schon einmal ein paar Informationen. Als astrale Projektion erkundete ich das Haus von oben nach unten und entdeckte dabei manch interessante Kleinigkeit die sich in meinem Kopf zu einem Plan verschmolzen.
Im Erdgeschoss liefen Chipheads ein und aus, zwar observiert von einem Geist und Sicherheitspersonal, aber so viele, dass es nicht allzu übersichtlich war. Wir konnten also mit einem Maskenzauber für Jester und ein paar Unsichtbarkeit für den Rest unauffällig hineinschlüpfen. Im Treppenhaus gab es so gut wie keine Sicherheit, vielleicht ab und an mal eine Kamera, um die sich Ice kümmerte und weiter oben dann ernsthaftere Sicherheitsmaßnahmen, zu denen ich leider nicht viel sagen konnte, da sie hinter einem Hüter verborgen lagen.
Zuvor jedoch mussten wir uns mit Ice Marotten auseinandersetzen, statt mit uns zu ziehen, versorgte er uns mit einem Relay und versteckte sich auf eigene Faust im Gebäude. Weit unpraktischer, als wenn er vor Ort wäre und dazu auch irgendwie ziemlich befremdlich. Seufzend fanden wir uns damit ab und starteten die Mission.
Das Erdgeschoss und den Wachgeist passierten wir trotz der Zauber problemfrei und auch das Treppenhaus mit den Kameras bereitete keine Probleme. Bis wir dann im zehnten Stock auf einen übelgelaunten Wachmann stießen, der Jester, noch immer als Chiphead verkleidet, mit einem deftigen Tritt die Treppe hinunter beförderte und auch nicht willens schien, sich mit anderem zu beschäftigen. Wir konnten natürlich warten, aber das barg seine eigenen Risiken, also beschlossen wir den Kerl zu tasern, ihn mit Alk zu überschütten und ihn liegenzulassen, derweil wir sein Aussehen nutzen, um mit Jester eine gute Kopie zu haben, die durch meine Magie noch überzeugender wurde.

Etage 14 passierten wir leise und unauffällig ohne den hiesigen Wachgeist oder die mundanen Wachen zu alarmieren, doch den Hüter zu passieren war ein anderes Problem. Ließ ich die Zauber fallen, konnten wir passieren und die Kamera erwischte uns, hielt ich sie, musste ich mich durchdrücken und mit solch astralen Spielereien hatte ich noch nie große Erfolge verzeichnet. So auch diesmal, ich drückte und wurde zurückgedrängt ich drückte wieder, erneut dasselbe Ergebnis. Frustriert gaben wir diesen Weg auf, Isabeaux, die sich längst durch die Barriere geschlängelt hatte, hielt für einen kurzen Augenblick etwas vor die Kamera, ich sprang ohne Zauber hindurch, drängt mich unter die Kamera und schon im nächsten Moment hatte meine Illusion die Situation vollkommen unter Kontrolle.
Soweit ja noch ganz gut, aber die dortige Sicherheitstür mit Zahlenschloss bereitete dann erneut Probleme und auch die Kamera dahinter, die wohl kaum verpassen würde, dass sich die Tür öffnete. Was für ein Glück für meine Gefährten, dass ich Zagroschim der Wunderbare bin. Nicht nur hatte ich astral den Raum hinter der Sicherheitstür untersucht und hunderte potentiell gefährliche Critter gefunden, sondern auch diese Kamera und weil ich eben der beste Illusionist der Welt bin, war es auch kein Problem eine Illusion des Raumes zu werfen, die die Kamera täuschte, obwohl mir nicht einmal die Zeit blieb, während die Tür sich aufschob, mehr als einen Blick in diesen zu werfen.
Na gut, man sollte das Fußvolk nicht vergessen, immerhin waren es Jack und Jester, die die Tür öffneten und Isabeaux, deren Tiergeist uns befähigte unliebsame Critter unter Kontrolle zu bekommen.
Da standen wir also, inmitten von Käfigen und hatten endlich die Möglichkeit Ice´s Relay anzubringen und mehr über dieses abgeschlossene Computersystem zu erfahren, welches die oberen vier Sicherheitsetagen einschlossen. Der Erfolg war mehr als lausig. Wir fanden den Eintrag, dass die Funkenalbatrosse vor 6 Wochen verkauft worden waren und eine Aufnahme, die den Wagen zeigte, welcher mit den Crittern wegfuhr, aber mehr auch nicht. Dazu kam, dass uns langsam die Zeit weglief, der betäubte Wachmann war gefunden worden und wenn wir noch weitere drei Etagen durch Kameras und anderen Sicherheitskram hinauf mussten, danach noch in Lacroix´s Rechner mussten und dann mit heiler Haut hier heraus wollten, würden wir wohl einiges an Glück und meine überragenden Fähigkeiten brauchen.
Zum Glück waren meine Kameraden einsichtig, wir nahmen den Spatz in der Hand und machten uns auf den Rückweg. Es war anders gelaufen als erhofft, aber es gab eben auch Tage, an denen nicht einem die wunderbarsten Gaben den vollen Erfolg sichern konnten.

Aber noch hielt der Tag weitere unliebsame Überraschungen für uns bereit. Als wir zurückkamen mussten wir feststellen, dass die Motorräder von Jester und Jack gestohlen worden waren. Recht offenkundig von der hier ansässigen Gogang.
Hätten wir Zeit, hätte Jester sicherlich einen kleinen privaten Feldzug angezettelt, vor allen Dingen um Standpunkte klar zu machen, aber so waren wir leider gezwungen uns weit kooperativer zu geben, als wir es uns gewünscht hätten. Ich entsandte einige freundliche Geisterdamen, um die Vorverhandlungen zu führen und schließlich marschierten Jack und Jester, der eine bewaffnet mit schweren Waffen der andere bewaffnet mit seinem scharfen Verhandlungsgeschick auf den Schrottplatz der Gang, wo sie recht misstrauisch beäugt, aber vordergründig freundlich empfangen wurden.
Die Ganger verlangten 4K je Maschine und Jester schluckte ärgerlich, ließ sich aber nichts anmerken und verhandelte gelassen weiter. Derweil durchkämmte ich den Schrottplatz und fand, recht offenkundig verborgen, den hiesigen Magier mit seinen zwei Geistern. Es war mir egal, ob er was taugte oder nicht, darauf kam es nicht an, sondern ich gesellte mich astral neben Jester und berichtete von zwei läppischen Geistern und einem mittelmäßigen Magier, der uns beobachtete.
Das kippte die Waagschale allerdings nur wenig, denn der Ganger fühlte sich sicher genug auch drei professionelle Runner hier auf seinem Turf abzufertigen und letztendlich blieb uns nichts, als das Geld zu bezahlen, wenn wir nicht das Risiko eines ernsthaften Scharmützels eingehen wollten.
Mit zusammengebissenen Zähnen zahlten die beiden. Nur Jack konnte dieser Farce etwas Positives abgewinnen, er bot als kleine Dreingabe der Gang seine Gitarrenkünste für die nächste Feier an und schaffte es so, wenn schon nicht einen Preisnachlass, zumindest so etwas wie einen Fuß in die Tür zu bekommen. Vielleicht konnte man sich die gesellen ja warmhalten, wenn man einmal mehr Muskeln als Hirn brauchte.

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Ablenkungen

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Erneut war es Jester der uns mit einer guten Idee weiterbrachte. Zwar war Hawk aufgetaucht und nun hatten wir wieder einen Decker der uns unterstützte, aber davon wussten die Russen ja nichts. Er wollte diese drängen Chaos Theory freizulassen, da wir sie benötigten, um bei dem Run die Funkenalbatrosse abgreifen zu können. Dann wäre die Kleine schon einmal frei und aus der Schusslinie und wir hätten eine Sorge weniger.
Unter dem Gemurmel der allgemeinen Zustimmung rief Jester bei den Russen an und erreichte nur die bandansage der geschlossenen Werkstatt. Ein Hohn, den wir zu umgehen suchten, indem wir bei den Russen vorbeifuhren. Keiner da, kein Geist, kein Rigger und auch sonst niemand, die Schreinerei lag vollkommen verlassen da. Eine Gelegenheit wie keine zweite, wir konnten dort einsteigen und alles präparieren, nur dass Hawk nicht von der Idee angetan war und wir so ein Problem mit den reichlich vorhandenen Kameras hatten.
Zum Glück gab es auch andere Wege, warum nicht einen Erdgeist unter das Haus schicken und dort Sprengstoff deponieren. Der Vorschlag wurde abgewogen und diskutiert, bis man sich endlich darauf einigte, dass Wheelz eine Drohne durch die Kanalisation fahren sollte um die Bombe, 10 kg C4 direkt unter der Werkstatt zu platzieren.

Kaum war das erledigt, gab es die nächste Ablenkung. Ein Anruf eines MR. Schmidt von irgendeiner obskuren Detektei, der unbedingt Jester und sein Team haben wollte. Großzügig sah ich über diese Beleidigung hinweg und riet auf das Treffen einzugehen, um mehr zu erfahren.
Jester und die hübsche Ms. Isabeaux fuhren hin und trafen dort Mr. Schmidt, den Oger von Mr. Cursed, der uns für 6 Wochen exklusiv mieten wollte, da in dieser Zeitspanne ein Run für Mr. Cursed anstehen würde und dieser unsere akkurate Arbeit schätzte. Nun gut, der Oger sprach von überbewertet, überbezahlt und nicht notwendig, aber anscheinend wusste Mr. Cursed uns zu schätzen.
Es gab eine herrlich geführte Debatte um Auslagen, Verdienstausfall und andere Probleme, wie der Tatsache, dass wir dann andere Runs ausschlagen mussten, aber zuletzt ernteten wir dann doch nur magere 15k pro Nase. Nicht schlecht für 6 Wochen Freizeit, aber weniger als wir sonst verdienten. Der Run sollte auf jeden Fall etwas einbringen und Mr. Cursed täte auch gut daran, nicht an die Sparsamkeit seines mürrischen Vermittlers anzuknüpfen.

Derweil hatte Hawk unseren Lacroix und sein Haus genauer unter die Lupe genommen und war zu dem Schluss gekommen, dass es sehr schwer werden würde, dort einzudringen und die gesuchten Informationen zu finden.
Er hielt es für weit besser, diesen draußen abzugreifen zu foltern zu befragen und dann zu geeken. Zu meiner Überraschung schwang ausgerechnet Jester schnell auf diese Linie ein, derweil sich mein Magen umdrehte. Gezielt Morden war nicht meins, nicht wenn es auch andere Auswege gab. Ja ich war in den Schatten, aber ich war verdammt nochmal kein Killer!
Es war Glück, dass Mr. Lacroix ohnehin nicht dazu neigte sein Domizil zu verlassen und wenn wir schon in den Bau des Löwen mussten, konnten wir dort auch Daten suchen, statt gleich zu schießen.

Mittlerweile war es Abend, uns lief die Zeit davon und für weitere Verzögerungen war keine Zeit. Reingehen mit einem ganzen Schwall Chipheads, Hawk an eine Konsole anschließen und dann klammheimlich wieder hinaus. Vielleicht nicht der umfassendste Plan, wir würden improvisieren müssen, aber es bedurfte auch nicht mehr als eine Stunde ungestörter inniger Computerzweisamkeit durch Hawk und eines schnellen Abgangs.

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Wo Albatrosse fliegen

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Nun hieß es wirklich sich ranhalten, nur drei Tage und kaum ein Anhaltspunkt. Kaum von dort weg, rief Jester bei Rose an und fragte, ob in den Daten die wir ihr vermacht hatten, etwas sei, was uns in Richtung Funkenalbatrosse weiterbringen könnte. Zwar arbeitete Rose zuverlässig und zügig wie immer, aber uns erschienen die Stunden trotzdem wie Ewigkeiten. Genug Zeit also, um uns einmal auf uns selbst zu besinnen, auf Möglichkeiten und Fertigkeiten und auf ein professionelles Zusammenspiel. Jester hatte Ideen noch und nöcher ausgegraben, die zwar misstrauisch, aber doch aufmerksam beäugt wurden. Es war, wie auch ich es schon erlebt hatte, ein zähes Ringen neue Ideen in alte Köpfe zu pflanzen aber zuletzt hatten wir ein paar gute Anfänge.

Ganz in seinem Element beherrschte Jester die Situation und ich war mehr als angetan davon, wie kompetent er unsere Fähigkeiten zu vereinen suchte und welch Möglichkeiten er ersonnen hatte, uns bei den Russen ein wenig in ein besseres Licht zu rücken, nachdem wir zuletzt doch ein wenig zu brav ihre Regeln akzeptiert hatten.
Ich trug mein übriges bei, zusätzliche Feuerkraft durch die ehemaligen Fremdenlegionäre. Vielleicht nicht umsonst, aber mit dem Trick sie nur hoch zu bezahlen, falls es wirklich zur Schießerei kam, müssten diese durchaus finanzierbar sein. Dazu eine Bombe, oder zwei, platziert an den richtigen Stellen, einfach um unseren Worten mehr Nachdruck zu verleihen. Dann könnte man erst Chaos Theory freikaufen und dann über die beiden letzten Funkenalbatrosse nachverhandeln. Immerhin gab es für uns ja auch eine gewisse Menge Aufwand und Risiken.

Bis Rose zurückrief blieb noch genug Zeit ein paar Geister zu binden und die Ausrüstung auf den neusten Stand zu bringen, Granaten, Toxine und bessere Panzerung vervollständigten unsere Ausrüstung.
Der Anruf war ermutigend, aber auch niederschmetternd. Vor 2,5 Monaten wollte der fette Mexikaner von einem zwielichtigen Critterhändler diese erwerben und wahrscheinlich an die Russen weiterverkaufen, nur dass wir ihn etwa zu diesem Zeitpunkt das Lebenslicht ausgeblasen hatten.
Die Vögel könnten also längst verkauft sei n, über die halbe Welt verteilt. Zudem kam, dass sie unter Naturschutz standen, sehr selten und überaus kostbar waren und zudem mit ihrer Feueraura auch noch in der Lage waren eine Menge Unheil anzurichten.
Es gab niemanden der so etwas besaß, bloß diesen Lacroix, der einen fürchterlichen Ruf hatte. Aufgestiegen mit dem BTL Handel, hielt er sich seine eigene Gemeinde voller BTL-Junkies, die die unteren Etagen seines Hochhauses in Glow City bevölkerten und ihm sowohl als Einnahmequelle, als auch als billiger menschlicher Abwehrschirm diente. Dazu hatte er Schläger und auch ein paar fähigere Gestalten, die ebenso wenig wie ihr Meister Wert auf menschliches Leben legten.
Außerdem besaß er eine öffentliche Zoohandlung, über die man Kontakt zu ihm herstellen konnte, was aber voraussetzte, dass man sich entweder, samt glaubwürdigem Empfehlungsschreiben, als potentieller gut betuchter Kunde oder aber als enthusiastischer Verkäufer darstellen konnte. Und selbst wenn man ihn traf, gab es keine Gewissheit, dass er die Albatrosse noch hatte und freiwillig würde er seine Kunden wohl kaum an uns verraten.

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Sylvester in den Schatten

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Feuchtfröhlich war der Abend, als wir in Fedges Kneipe das neue Jahr begrüßten, doch was dann folgte, war mehr als nur ein wenig unangenehm.
Zuhause angekommen, fiel ich erschöpft von einem leichten Rausch aufs Sofa und hatte ganz sicher nicht vor aufzustehen, ehe das neue Jahr nicht weit älter war. Doch kaum waren meine Augen geschlossen, läutete es Sturm an unserer Klingel. Leicht schwummerig schlurfte ich zur Tür, schaute durch die Kamera und sah einen ziemlich ramponierten und arg blutenden Fremden. Natürlich öffnete ich und zog ihn mittels eines kleinen Zaubers in die Wohnung, ehe ich die Tür zuschlug und meine Gefährten über das Hauscom weckte.
Der Fremde hatte diverse Einschusslöcher und bis ich zumindest die meisten notdürftig versorgt hatte, waren meine Gefährten zur Stelle. Viel sagen konnte mir der halbbewusstlose Fremde nicht, bis auf, dass wir uns beeilen sollten. Vor der Tür fanden wir sein Auto, zusammen mit der Leiche seines Partners und als wir kurz darauf herausgefunden hatten, was wirklich Sache war, schien zumindest mir der Rat mit dem Beeilen wirklich gut.
Die beiden arbeiteten für die französische Botschaft und waren genau die beiden, die damals Chaos Theory bewacht hatten. Ihr Vater, Senator in Washington, hatte gute Kontakte zu den Franzosen und so war es gut möglich, dass diese dem Herrn Papa zwei ihrer Leute ausgeliehen hatten, um sein Töchterchen zu bewachen. Blöd nur das diese kriminell war und die Leibwächter nicht zur Botschaft gelaufen waren, sondern zu uns und dass, obwohl das deaktivierte DocWaggon Armband durchaus den Tod des Verletzten bedeuten könnte.

Wir saßen also in der Patsche, die Kleine hatte unser Wort, dass wir sie vor Konsequenzen bewahrten und diese schienen sie nun erwischt zu haben. Schnell fanden wir heraus, dass sie auf einer Sylvesterparty gewesen war. Vor ungefähr einer halben Stunde war sie dann in eine Verkehrskontrolle geraten, auf der angeblich alles gut gelaufen war, zumindest laut Auskunft unseres Hackers. Zu dumm nur, dass alles viel zu genau übereinander passte. Dort ein gefakter Überfall, mit eingespielten falschen Daten, eine Schießerei, die Flucht unseres Verwundeten und seine rasante Fahrt zu uns.
Allerdings auch nicht sehr erfreulich, denn die Daten legten folgenden Tathergang nahe. Eine Truppe von Knight Errant, oder zumindest als solche verkleidete Leute, führten ein paar Stunden Verkehrskontrollen durch. Die Kleine geriet hinein, wurde abgefangen und bald darauf löste sich die Kontrolle auf. Die Verwickelung einer solche Truppe bestätigte die Möglichkeiten unserer Gegner und schüchterte uns nicht unerheblich ein.

Dank den Einrichtungen des Lazarus gelang es uns den Verwundeten ohne schwerwiegende Konsequenzen für seine Gesundheit zumindest ein paar Minuten zu wecken und dieser verriet uns, dass die Gegner mindestens zu viert oder fünft waren und dass einer von ihnen Yusuf hieß, außerdem sprach er bei einigen von ihnen von einem russischen Akzent.
Damit lag alles auf der Hand, auch wenn es wirklich unerfreulich war. Chaos Theory hatte ihre Aufträge zurückgezogen und außerdem Kontakt zu dem fetten Mexikaner gehabt und nun wollten die Russen wissen, wer warum wen umgebracht hatte. Selbst wenn uns die Kleine egal gewesen wäre, wären die Russen spätestens als nächstes zu uns gekommen.
Wir mussten sie also finden.

Am Tatort des Überfalls angekommen, schauten wir uns sorgfältig um und versuchten den Tathergang zu rekonstruieren. Zumindest erschien das uns wichtig, bis ein Scharfschütze Jack aufs Korn nahm. Wir stoben in Deckung und Isabeaux fuhr mit ihrem Wagen los, um den Gegner zu stellen. Leider jedoch nur ein paar Meter, bis ein zweiter Gegner sie aufs Korn nahm und eine Granate in ihren Wagen warf.
Einzig ich blieb unbehelligt, da ich als astrale Projektion ganz sicher keine Angst vor Kugel zu haben brauchte und so war auch ich es, der den Adepten mit einem Feuergeist zur Räson brachte. Nun gut, diesen konnte er vernichten, aber meinem eilig herbeigerufenen Luftgeist konnte er bloß durch Glück entkommen. Was mir auch ganz recht war, denn so konnte ich ihn verfolgen. Leider nur bis zum Wagen seiner Gefährten, die auf ihn gewartet hatten.
Egal sagte ich mir, eine einfache Suche und schon wüssten wir, wo sie untergekrochen waren.

Selbstverständlich war Miss Isabeaux mit ihrem Wiedersacher längst fertig und selbst dessen Cortexbombe hatte sie nicht mehr als ein bisschen verschreckt. Tatenhungrig stand sie bereit Vergeltung für ihr geschrottetes Auto zu üben.
So kam es also, dass wir vor einer Schreinerei hielten, über der der Minotaurengeist stand. Wahrscheinlich der liebste Freund von Mikael dem Stier, wie uns in diesem Zusammenhang auffiel. Was die Sache ein wenig komplizierter machte, denn reingehen und einen der mächtigsten Mafiamänner umnieten schien eher kontraproduktiv, wenn wir Ruhe vor den Russen haben wollten.
Kurz debattierten wir, sammelten einige Daten und beschlossen dann zu verhandeln. Jesters Anruf war kurz und beängstigend, die Russen wollten nur direkt mit uns verhandeln und wir sollten einfach auf den Präsentierteller marschieren. Nun gut, wofür waren wir schließlich Helden. Na ja, zumindest die anderen, die nicht vernünftig genug waren an ihren kostbaren Leben zu hängen. Mir war doch recht Angst und Bange, aber ich wäre ja auch nicht der, dem die Russen den Kopf von den Schultern rissen, um hinein zu spucken, ich würde schon einen Weg hinaus finden.

Die Diskussion war recht unerfreulich, anscheinen wollten die Russen irgendwelche Feueralbatrosse und die konnten sie nur über den Mexikaner beziehen, der nun leider mausetot war und dessen Kontakte nun nicht mehr verfügbar waren. Zumindest nicht für die Russen. Außerdem waren die Russen auf diesen ungenannten Mörder recht schlecht zu sprechen was unsere Position noch ein wenig weiter verschlechterte. Zumindest wussten sie nicht, dass wir es waren und noch hatte Chaos Theory auch nicht geplaudert, auch wenn sie bereits ein wenig ramponiert aussah.
Zuletzt schlichen wir wie geprügelte Hunde hinaus. Wir hatten drei Tage 6 Albatrosse zu besorgen. Bis dahin war Chaos Theory sicher. Und als ob dies nicht genug wäre, hatten die Russen Jester ein Armband verpasst, dass dieser nicht lösen konnte. Eine Sprengladung, oder einen Sender, was auch immer, eine Ermahnung keinen Mist zu bauen.

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Weihnachten

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Weihnachten flog uns entgegen und es wurde Zeit eine Entscheidung zu fällen. An Bezirksbürgermeister Hess wollten wir uns nicht wenden, es schien zu viele Unwägbarkeiten zu geben und ein noch engeres Einbinden der Chemie AG schien zumindest allen außer Jester fragwürdig. Warum den einen Konzern sabotieren, wenn man dafür den nächsten in dieselbe Position hievte.
Dann gab es ja noch die Lagerhalle mit allen dunklen Problemen. Wer vermochte schon etwas über die entsprechende Sicherheit zu sagen? Die Lagerhalle war von geringer Bedeutung, andererseits war es ein A Konzern, ein richtig dicker Fisch.

Zuletzt entschieden wir uns, wie es für uns typisch war, für die ungewöhnlichste Lösung. Wir verlegten den Weihnachtsmarkt unseres Mr. Johnsons direkt in die Barrons, hinein in eine Z Gegend, wo Polizei und Politik niemals hinschauten.
Einfach so, als wäre es einer meiner Zaubertricks. Wir trafen den Chef der Crows, jener Gang die das Gebiet um Fedges Kneipe kontrolliert und heuerten diese kurzerhand zum Babysitten an. Die Wohltäter wurden mit einem eilig organisierten Bus durch die Redmond Barons dorthin eskortiert und vor Ort sorgten Crow und seine Jungs, für ein kleines Entgelt, für Sicherheit und Ordnung.
Nun gut, es bedurfte an allen Ecken und Kanten ein paar guter Worte und ein paar Nuyen, aber alles in allem lief es glatt. Selbst der kurze Schockmoment, als unser Mr. J. mit einer dicken Nobelkarre vorfuhr blieb nichts als ein Sturm im Wasserglas. Oh ja, er war ein ExEc eines großes Konzerns und sicher stinkreich, aber es wurde sehr sehr deutlich, dass er all sein Geld in soziale Projekte steckte und uns nichts zahlte, weil alles an Bedürftige ging und nicht weil er uns linken wollte.

Damit gruben wir der Good People Care Organisation ziemlich das Wasser ab, boten aber zugleich kaum ein Ziel, gegen das es sich zurückschlagen lohnte. Die Squatter strömten herbei, unser Johnson konnte sein gutes Werk vollbringen und wir konnten, mit weihnachtlicher Wärme im Herzen auf die Früchte unserer Arbeit blicken.
Zudem gelang es uns, für einen tiefen Griff in unsere eigenen Taschen ein paar Docs aufzutreiben, auf dem Weihnachtsmarkt eine Hütte aufschlugen und die Squatter betreuten. Natürlich waren keine großen Sprünge möglich, doch das eine Präparat hier und die andere Spritze dort, linderten Probleme, die sonst weit fatalere Auswirkungen haben könnten.
Wir konnten die Welt nicht ändern, aber hier und jetzt bewegten wir etwas.

Der Weihnachtsmarkt gedieh und am Heiligen Abend gab es, ein großes gemeinsames Fest. Wir hatten Essen besorgt, richtiges Essen und alle, die Crows, unser Mr. J und seine Wohltäter, die Squatter, die Docs und wir, als gefallene Engel, feierten gemeinsam in tiefer Harmonie.

Ganz sicher war dies nicht unser lukrativster Run, aber ganz sicher einer, der mir in dunklen Stunden in denen Blut spritzt und Leben genommen werden, einen Funken Hoffnung im Herzen erhält.

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Besinnliche Diskussionen

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Wir standen vor einem Problem. Nun gut, vor einem anderen, als die meisten meiner Gefährten dachten, aber es war ein Problem. Weihnachten stand vor der Tür und wenn wir weiter so andächtig lamettatierten, oder besinnlich philosophierten wäre das Fest vorbei, ehe wir uns zu einer Entscheidung durchgerungen hätten.
Wir wussten, was es zu wissen gab und standen nun vor einer Wahl, die sich recht unangenehm gestaltete. Wir konnten den Weihnachtsmarkt lahmlegen, dann würde Good People Care woanders weitermachen. Wir konnten die Lagerhalle stürmen, die dortigen Machenschaften aufdecken und zerstören, was dort an Anlagen aufgebaut war, aber das würde uns nicht helfen Ceta Imp Chem an seiner Versuchsreihe zu hindern. Oder wir könnten uns einer der radikalen Organisationen anschließen und unser dann nur noch kurz währendes Leben damit verbringen, alles Mögliche und vor allen Dingen Unmögliche anzustreben, dieses und ähnliche Projekte allerorts zu sabotieren und lahmzulegen.

Natürlich stand drittes nicht zur Auswahl und dennoch fühlten sich insbesondere Isabeaux und Jester bemüßigt über das für und wider zu streiten. Der einen ging der andere zu lapidar mit Kinderleben um, dem anderen schien es unmöglich alle Kinder überall zu retten.
Es war zum Haare raufen, wir hatten mehr als eine gute Lösung für das Problem und konnten doch keine ergreifen.

Es war mehr als eindeutig. Die Lagerhalle war mindestens der Verteilerknoten, wenn nicht die hiesige Produktionsstätte für Microsoup, wie wir die neue Droge nannten. Von dort wanderten die Droge und ein Katalysator zu diversen Weihnachtsmärkten in Seattle.
Die Wirkung der Droge hatten wir mit Hilfe des Lazarus und mit Hilfe der Chemie Ag mehr als genau determiniert. Es ging um eine Art Supersteroid, stärkere, schnellere und ausdauerndere Kämpfer, mit geringerer Haltbarkeit, um es mal im Fachjargon dieser Konzerne zu beschreiben. Ein paar Monate ohne Katalysator oder ein paar Wochen mit und man hatte Muskeln so groß wie ein Berg und dazu vielleicht ein paar Mutationen und eine Lebenserwartung, die ein Jahrzehnt im ersten Fall und ein paar Jahre im zweiten Fall kaum überstieg.
Perfekt geeignet für Soldaten oder Milizen, die nicht so großen Wert auf ihre ohnehin ersetzbare Ware hielten, zumal es viel billiger ist, ein bisschen Tabletten zu schlucken, als gleich einen Reflexbooster einzusetzen.

Natürlich führten auch diese Informationen zu heißen Diskussionen, die ich allerdings an dieser Stelle aus ganzen Herzen unterstützte. Wenn wir versuchten den einen Konzern an solchen Tests zu hindern, war es vielleicht nicht hilfreich dem zweiten unsere Proben und Daten zuzuspielen, damit dieser ähnliche Testreihen aufzieht.
Allerdings war Jester viel zu besessen davon sich bei seinem Kumpel einzuschleimen, als sich mit solch lapidaren Problemen herumzuplagen.

Sei es wie es sei, wir wussten, was es zu wissen gab und wir hatten Möglichkeiten.
Ein schneller Zugriff auf die Lagerhalle, dort umsehen und zuschlagen und dann schnell raus und den Kopf unten halten, damit der Ärger dieses Großkonzerns an uns vorbeiflattert. Immerhin war Good People Care eine Tochter von Ceta Imp Chem, einem globalen Konzern.
Riskant, aber mein erste Wahl, denn Arschlöcher, die Versuche mit Sinlosen und vor allen Dingen mit Kindern fuhren und dass unter dem Deckmantel weihnachtlicher Güte, verdienten einen etwas härteren Tritt.
Eine weitere, recht einfach und elegante Lösung wäre ein Anruf bei Distriktbürgermeister Hess. Dieser könnte seinen guten Ruf aufpolieren, indem er einen Skandal aufdeckte, ganz sicher wäre eine „Wiedergutmachungsspende“ für unsere Weihnachtsorganisation durch Good People Care drin und wir müssten bloß die Füße hochlegen und abwarten.
Alternativ und ganz ohne Unterstützung könnten wir auch eine Genehmigung für den üblichen Weihnachtsmarkt erwirken und den Leuten erzählen, was bei Good Peoplle Care so abgeht. Dann könnten die ihre Versuchsreihe einstampfen, zumindest hier vor Ort und erneut wären alle zufrieden.

Nur ein paar Lösungen, aber alle machbar. Bloß das man sich einig sein musste, welchen Aufwand wir betreiben wollten, immerhin gab es ja recht wenig zu verdienen und vor allen Dingen womit wir unsere Herzen beruhigen konnten.
Ich war für die Ladung C4 als Weihnachtspräsent!

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Weihnachtsstimmung

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Ruhige Wochen waren ins Land gezogen. Rose hatte aus den Daten des Mexikaners einiges an Profit ziehen können und hatte uns mehr als großzügig dafür entlohnt. Zwei Monate der Ruhe und der Erholung hatten meinen Nerven gut getan und nun fieberte ich dem Tag entgegen, an dem ich mich endlich gefahrlos bei Miss Helena melden konnte. Ich hatte mich für den Weihnachtsabend entschieden und wenn es nach mir ging, konnte es bis dahin auch ruhig undbesinnlich bleiben.

Nun gut, ganz so ruhig blieb es dann doch nicht, aber die Erinnerung daran, dass es nicht allen so gut ging wie mir und dass andere den Weg aus der Gosse nicht so einfach finden konnten, wie Zagroschim der Wunderbare, oder eben Zigzag, wie die anderen nicht müde wurden zu betonen.
Alles begann mit einem Anruf durch Rose, die uns bat, ob wir nicht einmal bei einem J vorbeischauen würden, der nur leider nichts hatte, womit er uns bezahlen könnte.
Sogleich war unser Interesse geweckt und wir zogen los, uns die Armenküche anzuschauen, in der unser J zu finden war.
Vor der Küche stand eine Schlange von gut 500 Leuten, die hungrig auf Einlass warteten. Urplötzlich stieß mich Miss Isabeaux an und ihr Telepathiezauber flammte in meinem Kopf auf. Dort hinten, die zwei, habe ich damals bei unserem Run bei den Laesern gesehen. Sie sind Magier, zwei von mindestens vieren, die dort unten scheinbar harmlos um eine brennende Mülltonne standen und sich wärmten.
Was die so weit weg von ihren Barrons hier trieben, war schon einen genaueren Blick wert. Ich machte mich unsichtbar und versuchte die Auren zu diesen Gesichtern zu finden, indem ich mich neben dem Eingang postierte. Leider ohne Erfolg.
Derweil Miss Isabeaux und Hawk sich mit dem Leiter dieser Armenküche, der ganz offenkundig unser J war trafen, behielt Jack den Hinterausgang im Auge und ich observierte den Haupteingang. Es dauerte gart nicht lange, da erreichte mich seine Stimme. Hier ist einer der beiden, er verlässt das Gebäude und geht die Straße hinunter.
Sofort sprintete ich los und erreichte die Gasse genau so, dass ich dem Kerl auf ein paar Meter Distanz folgen konnte. Ein gründlicher Blick und seine Aura war mir präsent genug, sie wiederzuerkennen. Mein Instinkt riet mir, mich zuerst umzusehen, ehe ich mich daran machte, auch die Foki und Zauber zu durchschauen, die auf ihm lagen. Eine gute Entscheidung, denn hinter mir lief der zweite jener Gesellen, die Isabeaux damals gesehen hatte. Ganz offensichtlich waren die beiden gut eingespielt und nicht so harmlos, wie sie aussahen. Dazu passte es auch, dass der zweite sich magisch durchaus mit mir messen konnte, auch wenn ihm sicherlich die künstlerische Raffinesse eines Zagroschim fehlte.
Ich bog bei nächster Gelegenheit ab und überließ die beiden sich selbst. Ganz sicher wollte ich keinen Zwischenfall provozieren, nicht jetzt, wo wir die beiden jederzeit wiederfinden konnten. Die beiden sahen es wohl ähnlich, denn ich war mir sicher, dass der zweite sich meine Aura gründlich eingeprägt hatte.

Unterdessen hatten Miss Isabeaux und Hawk alles Wissenswerte erfahren. Wenig genug. Die Wohlfahrtsorganisation stellte jedes Jahr an der Grenze zu den Barrons einen Weihnachtsmarkt, mit Essen decken und anderem Kram. Nur dieses Jahr nicht, denn eine andere Organisation hatte, obwohl weniger bemüht den Menschen zu helfen, kurzfristig den Zuschlag durch die Stadtverwaltung erhalten. Merkwürdig genug, denn mit einem Weihnachtsmarkt in den Barrons ließ sich wenig gewinnen. Miss Isabeauxs Ohren klingelten sogleich, als sie im nächsten Satz erfuhr, dass dort viele Kinder krank wurden. Vielleicht chemische oder Pharmazeutische Feldversuche, genau dort, wo es niemanden störte; schließlich waren es ja SIN-lose.

Wie widerlich, schoss es mir durch den Kopf. Solche Machenschaften gehörten verboten. Wir fuhren also die paar Blocks weiter, um uns den Markt einmal anzuschauen. Sechs Stände auf Rädern montiert, die sich leicht auf und abbauen ließen, reichlich Bedürftige und recht freundliche Mitarbeiter. Soweit so gut. Ich machte also, ein wenig verkleidet dank meiner Magie, eine Runde und sammelte Suppe, Tee, Decken und auch all den anderen Kram ein, den es hier zu ergattern kam. Genug um Jack eine reichliche Auswahl zu verpassen, denn er hatte, zu unserer aller Freude eine Möglichkeit gefunden, all dies analysieren zu lassen. Er selbst besorgte, ohne großen Aufwand und ziemlich unauffällig eine kleine Blutprobe eines erkrankten Jungen und schon hatten wir alles beisammen.

Einfach um unser Möglichkeiten zu erweitern verfolgte ich den Truck, der Abends die Sicherheitsleute brachte und die Arbeiter samt leerer Suppenkübel mitnahm. Alles verlief ziemlich ereignislos. Die Angestellten wurden zu Hause abgesetzt und der Truck fuhr in eine große Halle, vor der einige weitere Lieferwagen standen und über der ein recht wachsamer Geist schwebte.
Selbstredend hätte ich hinein gekonnt, aber warum ein Risiko eingehen. Uns blieb schließlich genug Zeit und mit Hilfe meiner Gefährten ließ sich die Halle sicherlich leichter erkunden.

Am nächsten Morgen lieferten wir alle Proben im Lazarus ab. Jenem Hotel in dem Jack wohnte und das anscheinend doch ein wenig mehr war. Zumindest haben die meisten Hotels dieser Klasse kein eigenes Labor im Keller.

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Wunder

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Es war, als hätte jemand oder etwas die Köpfe meiner Gefährten genommen und sie richtigherum wieder aufgesetzt. Wo zuletzt Hawk und Jester darum rangen, wer von ihnen die größere Diva sei und dabei bewiesen, wie wenig sie die Idee eines Teams zu würdigen wussten, kam diesmal alles anders.
Jester hatte bereits, wahrscheinlich durch einen Rüffel von der hübschen Miss Isabeaux erkannt, dass seine selbstherrlichen Verhandlungsmethoden bei uns nicht recht ankamen und von sich aus angesprochen, dass er in Zukunft Rücksprache halten würde, ehe er seine Verhandlungsergebnisse umsetzte.
Doch die echte Überraschung war Hawk, der sich für sein nerviges Treiben nicht nur entschuldigte, sondern sogar soweit ging zu erklären, dass er lange über den Teamgedanken nachgesonnen habe und nun bereit war, sich voll in den Dienst unserer Truppe zu stellen. Keine unsinnigen Alleingänge mehr und die Bereitschaft mit uns zu reden, ehe er sich auf ein Abenteuer neben unseren normalen Wegen einließ.
Selbst mit meiner Bühnenerfahrung gelang es mir nicht meine Überraschung vollkommen zu verbergen. Doch nach dem Schreckmoment kam das Lächeln. Endlich, ich hatte schon geglaubt ich müsste erst die flammende Revolution anzetteln, hatten sich meine Gefährten zusammengerauft. Lächelnd warf ich Hawk ein weiteres Bier zu, um den Abend in geselliger Plauderei zu verleben.

Doch nicht nur dies gehörte zu den wundersamen Erfolgen der letzten Tage. Nachdem nun das Kopfgeld auf mich der Vergangenheit angehörte, blieb trotzdem wenig, als sich gedanklich daran zu gewöhnen, dass dieser Wurm Darokin erst zufrieden sein würde, wenn ich tot wäre.
Es hieß, er oder ich!
Allerdings war es ja nicht so ganz einfach mal so eben in eine der Superarcaden einzudringen, zu klingeln und Darokin das Lebenslicht auszupusten. Zumal ich auch nicht gerade scharf darauf war zu sehen, wie dessen Hirn über den Boden quoll. Und am allerwenigsten wollte ich Miss Helena gefährden!

Dennoch brauchten wir sie, um ein paar Informationen zu erlangen. Wo würde Darokin in näherer Zukunft hinfahren, wo konnten wir ihn abfangen und vielleicht mit einem gezielten Schuss erledigen. Die Antwort kam prompt, wenn auch ein bisschen unpassend. Heute Abend würde Darokin mit Miss Helena ein Hotel eröffnen. Ein großes Galadinner aller Geldgeber, bei dem die beiden in der ersten Reihe sitzen würden.
Das würde knapp werden, aber auf einen ähnlich günstigen Zeitpunkt würden wir vielleicht wochenlang warten müssen. Wir besorgten eilig ein U-Boot, mit dem wir an der Küste entlang bis zum seewärts gerichteten Hotel schippern konnten, um von dort zu Tiefgarage zu schleichen, wo wir Darokins Chauffeur auszuschalten trachteten. Dann würden Darokin und die wunderschöne Miss Helena ahnungslos in die Limousine steigen, wo wir beide betäuben würden, um dann über eine der Distriktgrenzen zu entkommen, den Wurm Darokin zu erledigen und darauf zu bauen, dass die Rettungstrupps Miss Helena fanden, ehe üble Gesellen ihr etwas antun konnten.
Ein etwas ambitionierter Plan, aber bei dem Zeitfenster das Beste was wir auszubrüten wussten.

Wir erkletterten, nach problemloser, wenn auch nicht für alle angenehmer Anreise, die Kaimauer, wo Hawk sich um die Kameras kümmerte, derweil ich uns unsichtbar werden ließ. Hinein ins Hotel, vorbei an weiteren Sensoren bis in den Fahrstuhl, der hinab zur Tiefgarage führte. Hier zerschlug sich dann beinahe unsere ach so sorglose Planung. Meine Wenigkeit, die einen betrunkenen Galateilnehmer mimte, lenkte alle Blicke auf sich. Was auch ganz gut war, denn Hawks Versuche das Hotel zu narren scheiterten und er musste sich, ehe er in Schwierigkeiten geraten konnte, ausloggen und auf einmal standen wir ohne Matrixschutz da.
Zumindest meine Zauber erwiesen sich als zuverlässig. Unsichtbar konnten die beiden sich an den Chauffeur heranpirschen und ihn mit Komapatches ins Reich der Träume schicken. Einen winzigen Moment sah es so aus, als würden nicht einmal vier Patches genügen, doch dann sackte der Kerl doch noch zusammen, nur um im selben Augenblick von Hawk und Jester aufgefangen zu werden. Der Kerl, mit mehr Cybergliedmaßen ausgestattet, als ich es je zu sehen erhofft hatte, war beinahe so massiv wie guter Stahl und so war es für die beiden Schwerstarbeit diesen auf den Beifahrersitz zu hieven, ehe Darokin und Miss Helena auftauchten.
Gerade rechtzeitig waren wir alle in Position, Hawk und ich unsichtbar im hinteren Teil der Stretchlimousine, Jester als Fahrer vorn neben der Tür um den Herrschaften beim Einstieg behilflich zu sein. Die Türen schlossen sich, ohne dass dieser Wurm oder die bezaubernde Miss Helena auch nur etwas ahnten und wir fuhren in Richtung Sicherheit.
Darokin hielt es für unter seiner Würde den Schaulustigen zu winken und wir waren dessen ganz und gar nicht unglücklich. Bald lag die rote Meile hinter uns und niemand war mehr da, der beobachtet hätte, wenn unser Wagen sich in andere Gefilde aufmachte. Nur leider kam gerade da ein Anruf an Mr. Darokin, indem ihm Mikael, wahrscheinlich eben jener Russenboss, dem wir erst kürzlich diesen fetten Mexikaner ausgeknockt hatten, beschied, er solle Miss Helena absetzen und sich mit ihm treffen. Nicht gerade das was wir nun brauchten.

Ich hörte Hawks Stimme in meinem Kopf 3 … 2… 1… los und ein weitere Ladung Komapatches später waren Miss Helena und dieser ekelige Wurm Darokin ausgeknockt. Hawk hatte sich um Darokin gekümmert, während ich, beinahe sanft, Miss Helena ins Reich der Träume befördert hatte. Wie gern hätte ich sie berührt, ihr gesagt wie sehr ich sie liebe, aber sie durfte rein gar nichts wissen und jedes Haar und jeder Fingerabdruck von mir könnten nicht nur uns, sondern insbesondere ihr zum Verhängnis werden.
Nun wurde es Zeit uns abzusetzen. Was aber nicht ganz so leicht war wie wir es uns erhofft hatten. Eine schnelle Untersuchung der Beiden zeigte ein wenig Schmuck, viel nichtige Habe und natürlich, wir hätten viel früher daran denken müssen, Doc Wagon Bänder, die nun Alarm gaben und dazu führten, dass in weniger als ein paar Minuten, wahrscheinlich ein Warbird samt Squadteam hier auflaufen würde.
Natürlich waren wir vorbereitet, unser Störsender blockierte den Peilsender unseres Wagens, damit Darokins Sicherheitsdienst nicht wusste wo wir waren und natürlich auch die Doc Wagon Signale, legte damit aber zugleich den Gridlink unseres Autos lahm, was beinahe zu einer Kollision geführt hätte.
Mit durchgedrücktem Pedal fuhren wir zur Grenze, wo wir langsamer wurden, damit Hawk die Kontrollen lahmlegen konnte. Nur leider nicht alle, die Scanner entdeckten bewusstlose Personen und empfahlen einen Besuch in einem örtlichen Krankenhaus. Bruchteile von Sekunden später drückte Jester das Gaspedal durch, derweil Hawk den Störsender wieder aktivierte. Hinter uns stiegen Ein-Mann-Hubschrauber auf und die Grenze wurde in grelles Licht getaucht.
Sei es drum, wir waren raus aus dem Gröbsten, hier in der A-Gegend würden wir uns absetzen können und dann würde Wheelz! uns einsammeln. Es galt nur noch eines zu erledigen und dabei wollte mir Hawk keine Hilfe sein. Er reichte mir seine Pistole und deutete stumm auf Darokin. Mein Herz stockte, ich hasste diesen Kerl, aber ich hatte noch nie einen Menschen getötet und wollte ganz sicher auch niemals in eine solche Situation kommen. Nun lag dieser Wurm wehrlos vor mir und meine Hände zitterten wie Espenlaub. Ich nahm meinen Willen zusammen, vor diesen Moment hatte ich mich gefürchtet, aber auch darauf gehofft. Ganz nah führte ich die Pistole an Darokins Schläfe, drückte ab und musste mich beinahe übergeben. Drückte erneut ab, unterdrückte den Brechreiz und schoss ein drittes Mal, um ganz sicher zu sein.
Unsichtbar, aber für mich deutlich fühlbar besudelt mit Blut, rannte ich los, nur geleitet von den Stimmen meiner Gefährten die ich kaum wahrnahm, es hieß nur noch funktionieren, bis ich endlich all das But von mir waschen konnte und Ekel und Abscheu in Alkohol ertränken konnte. Mehr wie in einem Film, als wirklich real, nahm ich noch wahr, wie Hawk seinen Sporn ein letztes Mal in Darokins Schädel rammte, ehe auch er losstürmte.
Sechs Blocks weiter, hinter uns schwirrten Geister und Helis und auch der Kampfjet einer Doc Wagon Einheit, stiegen wir in die schützende Sicherheit von Wheelz! Wagen. Mein Gott wie dankbar war ich, als er eine Minibar öffnete. Ich trank, nicht annähernd genug, aber doch ausreichend, um wenigstens nach Hause zu kommen, wo ich Bier und anders mit unter die Dusche nahm, mich dort an der Wand niedersinken ließ und einfach ins Leere starrte. Miss Helena war frei, Darokin tot und vernichtet, warum nur fühlte sich alles so falsch und widerlich an. Ich wusste es, aber ich würde es nicht einmal vor mir selbst aussprechen. Ich war ein Mör… .
Irgendwann weckten sie mich und trugen mich ins Bett, aber ich war so fern, dass ich mich nicht einmal bedanken konnte. Immerhin hatten meine Gefährten nur für mich, die Rache an Darokin durchgezogen und nun kümmerten sie sich sogar darum, wie es mir mit meinen Gefühlen ging.
Gedanken die durch meinen Kopf geisterten, nur um sich wieder zu verlieren, bis sich endlich erneut Schwärze herabsenkte.

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