Shadowrun 5 Seattle

Lektion 2
Die Rachegeister die ich rief

Hi Solo..

Da begeht man mal EINE kleine Indiskretion und schon geht die kleine Zauberfee durch die Decke. Natürlich passt das so garnicht mit meiner Unfähigkeit zusammen sich zu Entschuldigen, vor ALLEM wenn man mich bei dem Fehler erwischt hat UND mir dann auch sprichwörtlich die Pistole auf die Brust setzt.

Aber was man wirklich nie bei der kleinen Fee machen sollte: Sagen – Nö. Make me…

Das war ne verfickte Scheisse, Chummer. Da pennt man nach erledigter Arbeit entspannt und wird unsanft geweckt, weil den Körper (nicht du selber, nur dein Körper!) Beschließt aufzustehen und irgendwelchen Scheiss an den Spiegel zu schreiben. Ich war gaaaaaanz kurz davor diese Vergewaltigung, welche offenbar nur eine “Lektion” und “Warnung” sein sollte dahingehend zum Anlass zu nehmen das Gehirn meiner Kollegin auf den Boden zu verteilen. Du weisst ja wie Jähzornig ich werden kann, wenn man mich morgens unvermittelt weckt.. ODER wenn ich keinen Einfluss auf das habe was mit mir passiert. Beides auf einmal kann schnell genug sein, meinen Verstand kurzzeitig genug abzulenken, damit dieser kleine, extrem bösartige Charakterzug in mir zum Vorschein kommt.

Zum Glück kam mein Verstand schneller wieder als mein Evil-Me brauchte in die Klamotten zu steigen und die Waffe zu packen – und trotzdem war es ein längeres, internes Zwiegespräch, bis die Vernunft siegte. (Ich glaub mein Verstand hat Evil-Me beschummelt, aber das muss Evil-Me ja nicht wissen).

Nee aber im Ernst. Ich hab die Herausforderung angenommen und statt mit brachialer Gewalt heckte ich einen bösen Streich aus, der nicht zu sehr ausartet, auch wenn ich zugegeben mehrmals kurz davor stand, aber auch nicht zu lasch war, um wenigsten ein wenig meinen Ärger ausdruck zu verleihen, damit man dann vielleicht einen Neuanfang machen kann. Sie von Trollen vergewaltigen zu lassen fiel damit also raus – ausserdem hätte ich sie danach umlegen lassen müssen, denn sonst würde sie mich vermutlich selber in Grütze verwandeln.

Also hab ich ihrem Refugium ein Magschloss verpasst und sie gezwungen ein paar der Chummers und mich besser kennen zu lernen auf der Jagd nach den Zugangsschlüsseln UND sie durfte noch den Superperforator Song singen und tanzen (was ziemlich lächerlich aussah, aber scheinbar sowohl ihren Ergeiz anspornte und als auch Spaß machte (Ich hab eine Aufzeichnung davon, wenn du mal herzlich Lachen möchtest), damit die Tür schliesslich und endlich aufging. Sie mag nämlich alte Filme und den Song hatte ich einfach lustig und passend gefunden.

Die Arme hat ein paar Stündchen damit verbracht und war schließlich bereit den Waffenstillstand anzunehmen.

Glück gehabt. Aber auf solchen Geisterfick kann ich echt übelst verzichten und rate dir dringend – niemals einen Zauberer – noch weniger eine Zauberin – zu verarschen, die Geister beschwören können. Auf diese Erfahrung, kann man echt verzichten!

Ich meine, klar, wenn ich meine Ahnen, mein Blut, meine Familienlinie anrufe, oder wenn mein Großvater dies tut und ich ihre sanfte Führung, Stärke, Willen und Wissen spüre und erfahre, dann ist dies harmonisch, klar, sauber, kooperativ, natürlich und FREIWILLIG. Die Macht und Verbindung unserer ehrwürdigen, gemeinsamen Abstammung, kein von der Staße gerufener, nächstbester Squattergeist, den man für ein paar Nuyen, Glitzersteine und magischem Willen dazu zwingt oder Besticht zu tun was man will.

Ich weiss jetzt auf jeden Fall, warum die Konzerne und Regierungen so einen strengen, misstrauischen Blick auf Magiebegabte werfen. Welcher (Nichtmagische) Exec möchte schon Bückstück für einen beliebigen Magier spielen… wenn du die Scheisse nicht sehen und nichts dagegen machen kannst, dann willst du Gesetze und Aufpasser, die diesen kleinen Magie-Freaks und ihren Spielzeugen enge Grenzen setzen. Nur Scheisse, dass sie damit auch so vernünftige Leute wie mich mit dieen Maßnamen und Gesetzen treffen, Stigmatisieren und diskriminieren.

Jester
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Lektion 1
Überall Drek!

Hi Solo.!

Du wolltest dein langweiliges, schönes Leben mit ein wenig Erfahrungsberichten von meinen Abenteuern von der Straße aufpeppen… Ich hab’s versprochen, also mach ich’s auch – aber wenn du dachtest es ist wirklich Aufregend und Abenteuerlich.. Muss ich dich enttäuschen: Es ist am ehesten mit ALIEN zu beschreiben.

<jester>

Am besten Fange ich ganz am Anfang an und versuche dir mal das Ausmaß meines Kulturschocks zu beschreiben:

Das Leben auf der Straße ist.. um die Umgangssprache meines neuen Milleus zu verwenden: DREK!

DREK ist ein wirklich in allen Belangen unzureichendes Fluch- und Schimpfwort der ganzen SINnlosen Existenzen auf der Straße. Sie verwenden es für quasi alles und jeden und oft auch schlicht als Füllwort, weil hier auch wirklich alles DREK ist!

Echter Dreck – also Schmutz – ist hier der Belag von ALLEM! Mit allem meine ich nicht nur den Boden der quasi nur aus festgetretenen Dreck, also Müll, Blut, Urin, Alkohol, Erbrochenem und allen möglichen Anderem besteht – wobei es ist nicht mal ECHTER Alkohol sondern eine nicht sonderlich brauchbare Kopie davon ist – NEIN! oh wirklich: NEIN! Denn der Dreck ist quasi auch der Belag auf den Frühstücksscheiben, dem Mittag – wenn man denn was zu Essen hat und man schon so versiert darin ist, dieses DREK-Essen von anderem DREK unterscheiden zu können! Es ist nicht wirklich Eklig! Es ist DREK! Und die Typen auf der Straße BEZAHLEN auch noch dafür! und noch Schlimmer: Ich auch, weil auch ich der irrigen Illusion und Hoffnung aufsitze, dass wenn es aus einer Konzernanlage stammt und in Tüten verpackt worden ist, müsste es doch sauber und genießbar sein! HA!

Also. DREK ist kurz, prägnant und trotzdem total unwürdig. Halt: DREK. Dieses Wort ist so unwürdig, dass ich mit Schmerz an den eloquenten, kreativen und langatmigen Ausbruch und Wortschwall an Schimpfwörtern und Beleidigungen der arabischstämmigen Delegation auf der Messe in Brüssel erinnere und wenn ich auch nur die Teile davon auf der Straße wiederverwende schalten die Typen im besten Fall schon nach dem 2 Wort ab. Jede pointierte Beleidigung, systematischer Aufbau zu einer eloquenten Spitze mit Überraschung ist Total an diese Kretins vergeudet! – Und Beleidigungen ihrer Abstammung mit fragwürdigen Kreuzungen von Tieren und Crittern ist vermutlich sogar zutreffend!

Im übleren Fall versuchen sie schon bevor man richtig in Fahrt gekommen ist körperliche Gewalt anzuwenden, anstatt sich dem Duell in einer zumindest minimal würdigen Art zu stellen und sich wenigstens einen einzigen Achtungspunkt zu verdienen. Und anstatt das fair 1:1 zu erledigen, kommen ihnen ihre “CHUMMER” auch noch sofort zu Hilfe, wenn sie dann vom schwächlichen “Suit” auf die Nase bekommen haben. Mit “Suit”, also Anzugsträger bezeichnen die Typen wie uns – und dabei trage ich gerade nicht mal einen Anzug – geschweige denn, dass ich auch nur in die nähe einer neueren Kollektion kommen würde, ist es ziemlicher DREK, was ich hier als HEMD tragen muss. Also Kleiden die Straßentypen sich auch in und mit DREK. Und ich frage mich, wann es soweit kommt und ich so Tief gefallen und degeneriert bin, dass ich den Ganger der hier für die Sicherheit kassiert mal bitte mich zu lausen – wobei auch die Viecher vermutlich eher in besseren Gegenden als hier zu finden sind, wenn sie etwas Stolz oder Anspruch besitzen.

Also: Es ist hier alles DREK – Auch die Typen auf der Straße – BESONDERS die Typen auf der Straße!

Es wird wirklich Zeit, dass ich irgendwie an Geld komme.


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Auf großem Fuß

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern, später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten.

Manchmal ist die Welt noch wunderlicher, als der wunderlichste Zigzag und selbst der wunderbare Zagroschim ist nicht fähig wunderbar genug zu sein, sie im Zaum zu halten.
Um es einmal wie folgt zusammen zu fassen. Es gab einiges, worüber ich in den letzten Tagen nachgedacht hatte und so machte ich mich zuallererst einmal daran, mit Rose zu telef9onieren, damit sie mir ein paar Informationen besorgt. Teuer fürwahr und nicht besonders umfassend, aber immerhin mit einer kostbaren Bestätigung. Vor drei Jahren hatte ein Runnerteam mit den lächerlichsten Namen die ich je gehört hatte, eine Aztecniederlassung in Denver überfallen und bald darauf schwärmten die Indianer aus und kein Mitglied des Teams kam mit dem Leben davon.
Zumindest nun sollte mir Hawk glauben, dass die Indianer kein Zagroschim Problem waren, sondern ein Mr. Cursed Problem.
Natürlich hatte ich alles öffentlich inszeniert, hauptsächlich um meinen Kameraden zwei Sachen vor Augen zu führen. 1. man konnte etwas erfahren, wenn man sich auf den Hosenboden setzt und 2. In der Hoffnung, dass einer der Angsthasen mal wieder mosert und damit anfängt, es wäre ja nun viel viel zu riskant irgendwelche Informationen einzuholen.
Beides leider vergebliche Hoffnungen, aber zumindest strichen mir alle begütigend über mein metaphorisches Köpfchen und kraulten meinen Bauch, wie man es bei einem braven Hund tut, der sich über unwichtige Stöckchen schwanzwedelnd freut.

Dann kamen die Informationen von Miss Helena herein und bald schon wussten wir, dass MR. Darokin, dieser Wurm, sich mit drei zwielichtigen Ganoven eingelassen hatte und das just an dem Abend, als das Kopfgeld in der Matrix erschien.
Hawk tauchte in die Matrix und bald schon hatten wir Namen und Informationen. Der fette Mexicaner war ein Schieber, der sich hauptsächlich von reichen Schnöseln anwerben ließ, er galt nicht als besonders zuverlässig oder zahlungsbereit, aber zumindest hielt er sich, obwohl er die Rückendeckung seiner zerschlagenen Mafia nur noch bedingt in Anspruch nehmen konnte, eifrig im Geschäft.
Er war gerade in der CAS würde aber heute Abend zurückkehren und gleich Morgen Abend in der Skybridge residieren. Das war ja schon mal eine ganze Menge Input für ein paar Anrufe und ein bisschen Daten wälzen.

Just in diesem Moment schrillten Hawks interne Alarmsensoren, irgendwer hatte sich bei ihm eingehackt und alle Daten der letzen fünf Minuten mitgehört. Verflucht, wer auch immer dies war, er wusste nun, dass wir hinter dem Mexicaner und Mr. Darokin her waren.
Unsere Suche in der Umgebung förderte nichts zu Tage und Hawks Analyse war vielleicht noch niederschmetternder. Irgendwer, wahrscheinlich der Hacker des Mexikaners, hatte sich, mal so eben, während Hawks Suche bei ihm eingeklinkt und alles in Ruhe mit angehört. Jemand der richtig richtig gut war!

Etwa zur gleichen Zeit bekam Miss Isabeaux einen Anruf von einem Freund eines verstorbenen Freundes. Ganz sie selbst machte sie sich, ohne auch nur Unsicherheit zur zeigen auf den Weg zum Treffpunkt, einzig mit dem lapidaren Kommentar, wenn ich mich in zwei Stunden nicht gemeldet habe, solltet ihr in jener Kneipe mit der Suche beginnen.
Wie so oft, wenn die Paranoia am größten ist, ist die Gefahr am geringsten. Jack, ein recht unscheinbarere Streetsam mit einem etwas unheimlichen Touch, insbesondere wegen jnes Schieber-Decker-Dingsda, welches sein Backup zu sein schien. Ansonsten war Jack aber recht aufgeschlossen, von tadellosen Manieren und angenehmen Umgangsformen. Irgendwie schien er Miss Isabeaux sehr stark an den verstorbenen Bob zu erinnern, aber ich wollte, aus purer Höflichkeit nicht zu sehr vorpreschen und alte Wunden aufreißen. Immerhin kannte Miss Isabeaux Bob aus einer Zeit, da sie noch Saya hieß, einer Zeit über die Miss Isabeaux nur selten ein Wort verlor.

Nachdem uns Jack, über seinen Schieber bestätigt hatte, dass der fette Mexikaner das Kopfgeld auf Zagroschim erteilt hatte, waren wir nur zu bereit uns Jack anzuschließen, dessen Auftrag es war, für das Ableben des Mexikaners zu sorgen. Ein wenig drastisch vielleicht, aber 150.000 Nuyen Kopfgeld sind ja auch irgendwie nicht freundlich. Natürlich mussten wir uns später auch noch nach unten und oben absichern. Zum ersten jenen erwischen, der den Kontrakt übernommen hat und von dem wir nicht mehr als das Matrixicon, eine explodierende Nova hatten und natürlich um Darokin, der das ganze schließlich angeleiert hatte.

Schnell wandte sich alles planerischen Details zu. Am liebsten wollten wir die Aura des Mexikaners, damit wir ihn verfolgen konnten und in einer uns genehmen Situation zuschlagen konnten. Dafür gab es mehrere Möglichkeiten. Im Flughafen askennen, nur möglich, wenn Miss Isabeaux als Bezirksbürgermeister Hess Bodyguard dort aktiv war, oder die Skybridge überwachen. Auch kein Zuckerschlecken, zumal es keine Garantie auf Erfolg gab, da diese schlecht einzusehen und gut gesichert war.
Hier nun kam es zu der bereits zu Beginn angesprochenen Verwirrung. Von den paar Kröten die hier für einen Auftritt, ich meine natürlich Run, in meine Taschen spülen, kann ich kaum leben, geschweige denn mein Potential mit weiterer Ausrüstung aufstocken. Aber der Rest meiner Kameraden scheint weit billiger zu leben oder einfach mehr zu besitzen. Wir kamen tatsächlich überein, Bezirksbürgermeister Hess zu bitten, uns zu gefallen zu sein. Nach ein paar Umwegen und nicht unerheblichen Anstrengungen durch Jester, stand fest, für nur einen Gefallen den wir Mr. Hess nun schulden und dem läppischen Betrag von 13.000 Nuyen durfte Miss Isabeaux den Bürgermeister zum Flughafen begleiten.
13.000 Nuyen, von dem Gefallen mal abgesehen, für den Erfolg, nun die Aura des Mexikaners askennt zu haben. Fiel denn hier keinem außer mir die Unverhältnismäßigkeit auf?
Als ich dies erwähnte, fanden alle schnell „gute“ Begründungen. Immerhin war es ja der sicherste Weg, zugegeben, und auch der schnellste und am wenigsten auffällige, aber mir wäre es noch immer hundert Mal lieber gewesen, mir ein paar Stunden an der Skybridge die Füße platt zu stehen, Wheelz! Stealthdrone ein wenig zu gefährden und eventuell einen Geist zu bemühen, als solch horrende Summen einem Gefallen für Bürgermeister Hess hinzuzufügen.
Andererseits sind wir ein Team, oder wollen zumindest eins werden, so zahlte ich also meinen Anteil und fügte mich, ein wenig murrend, dem Willen der Allgemeinheit.

Miss Isabeaux berichtete als sie zurückkam von ein paar unglücklichen Umständen, die ihr ihre Arbeit erschwert hätten und beinahe dazu geführt hätten, dass unsere Mühen ergebnislos verpufft wären, aber dank ihres Einsatzes besaß sie nun ein klares Bild der Aura des Mexikaners.
Wir konnten also beginnen. Mit einer Geistersuche sollte der Mexikaner leicht zu finden sein und ein Besuch in seinem Zuhause, sollte nicht bloß informativ, sondern ganz sicher auch ein wenig lukrativ sein.

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Wunden lecken

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern, später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten.

Endlich zu Hause, blieb uns etwas Zeit zum verschnaufen. Der Colonel war eh ausgeknockt und auch Hawk war noch nicht wieder beisammen. So machte ich mich daran mit Sam über eine geeignete Zauberformel zu sprechen, mit der ich meine Gefährten noch aktiver unterstützen konnte und begann diese zu verinnerlichen.
Als Hawk dann erwachte, war ich bereit mitzukommen, zum einen, weil Nancy ein wirklich recht entzückender Anblick ist und zum anderen, weil Hawk, so nervig er auch ist, ein Teil unseres Teams ist.
Der Besuch verlief, bis auf ein paar Anzüglichkeiten ziemlich ereignislos und so machte ich mir, derweil ich mit Symbolen für meine Gefährten jonglierte Gedanken darum, wie ich uns alle ein wenig in die richtige Richtung koordinieren könnte. Ja natürlich war und ist Jester unser Anführer, aber wir wissen doch alle, dass es manchmal auch nach verlangt, der ein wenig tiefer denkt, derweil das Tagesgeschäft vor sich hin plätschert.
Natürlich waren meine Gefährten gar nicht begeistert davon, dass ihre Abbilder eher meiner Meinung von ihnen entsprachen, als ihren realen gestalten nahe zu kommen. Insbesondere Hawk war mal wieder indigniert, oder wie er sagen würde angepisst, weil er nicht mehr darstellte als ein gerupftes Huhn, aber in seinem weißen Krankenkittel war er nun wirklich kein stolzer Falke.

Es kam wie so oft, kaum zu Hause drehten sich die Gedanken wieder um dieselben leidigen Themen, zu denen wir schon in den letzten Wochen keine entscheidenden Ergebnisse erreicht hatten.
Die 150.000 Nuyen auf meinen Kopf, die nur von diesem Wurm von Darokin stammen können. Leider war es schwierig, an diesen direkt ranzukommen und ebenso schwierig, an jene zu gelangen, die als Subunternehmer für die Umsetzung des Kopfgeldes zuständig waren.
Zwar hatten wir ein paar Ideen, aber so recht unternehmungslustig war keiner meiner Gefährten, viel zu diffus waren die Informationen. So kam es auch, dass sich alle Augen zu mir und meiner Beziehung zu Miss Helena wandten. Natürlich hatte ich keinen Bedarf all meine privaten Sorgen und Ängste mit diesen lauten recht ungehobelten Gesellen zu teilen und mit jeder ein wenig undeutlich formulierten Antwort machten sich meine Gefährten mehr auf den Weg zu spotten und zu lästern, als wirklich hilfreich an unserem Problem zu arbeiten. Bald schon schwang die Stimmung um und nicht mehr bloß meine Person, sondern gar die wunderbare Miss Helena wurde Teil ihres anzüglich und ziemlich hemmungslosen Spotts.
Genug war genug und ich verschwand wortlos in mein Zimmer. Mit mir durften sie spaßen, denn auch ich bin nicht immer so diskret und zurückhaltend, wie es die Höflichkeit gebietet, aber keiner von ihnen kannte Miss Helena und ganz sicher hatte niemand das recht so über diese wundervolle Rose zu sprechen.

Eine ganze Weile später, als sich Miss Isabeaux und Jester entschuldigt hatten, war ich bereit die Planungen erneut aufleben zu lassen, nicht jedoch, ohne vorher deutlich klarzustellen, dass beim Spott über meine große Liebe der Spaß aufhört.
Da unsere Gespräche, insbesondere über das Indianerproblem mal wieder ziemlich erfolglos versackten, da uns angeblich zu wenig Zeit blieb, weil wir uns auf das Kopfgeld fokussieren sollten, entstand bald eine unangenehme Stille, die Miss Isabeaux nutzte, um sich mit mir auf ein paar private Worte zu treffen.
In ihrer nur halb diplomatischen Art, fand sie mal wieder die Möglichkeit ihre Entschuldigung mit einem Vorwurf zu koppeln, aber dennoch war sie am ehesten bereit und in der Lage meine Gefühle und meine Situation zu verstehen. So sah ich über ihren Vorwurf, ich hätte doch wirklich nicht rumdrucksen sollen, wenn es schon darum geht mein Leben und mein Scheitern mit meinen Gefährten zu teilen und all meine Geheimnisse auszuplaudern, großzügig hinweg und erzählte ihr, wie es damals zu meiner Liebe zu Miss Helena kam.

Es war ein paar Jahre nachdem mein Aufstieg begonnen hatte. Darokin, damals mein Manager und angeblich mein Freund, sorgte dafür, dass mein Stern jeden Tag heller erstrahlte und meine fantastischen Möglichkeiten ließen nicht zu, dass auch nur der Hauch eines Zweifels an meinem zukünftigen und unbegrenztem Ruhm aufkam. So lernte ich auch Miss Helena kennen, Darokins Frau, nicht mehr als ein Aushängeschild für diesen, derweil er sich mit anderen Frauen vergnügte, zwar dezent, aber auf seine schmierige hinterhältige Art. Selbstverständlich war es an mir Miss Helena zu trösten und ihren Kummer zu teilen. Damals verteidigte ich Darokin, denn er schien mir zwar ein wenig unfair, aber meine rosarote Brille verbat es mir, ihn als das zu erkennen, was er ist. Ein hinterlistiger, selbstsüchtiger, egozentrischer Wurm, den kein schwieriger Trick zu fein ist und der bereit ist, nur für ein paar Nuyen jeden über die Klinge springen zu lassen.
Es hätte so schön sein können, Miss Helena und ich waren weit diskreter, als Darokin es jemals war und ich versuchte sogar ein oder zweimal diesem Wurm klarzumachen, dass seine Frau nicht glücklich sei und er in Erwägung ziehen sollte, sie freizugeben. Natürlich nicht ganz ohne eigenes Interesse, aber in erster Linie, für meine große Liebe, deren Glück für mich an oberster Stelle stand und bis heute steht.

Bis heute weiß ich nicht sicher, ob es daran lag, dass Darokin von unserer Liebe erfuhr, oder ich auf anderem Wege seinen Groll geweckt hatte, aber eines Tages verschwor sich die Welt gegen mich und innerhalb von weniger als drei Monaten, war aus Zagroschim dem Wunderbaren, dem Star der High Society, eine Person non Grata geworden, die niemand auftreten lassen wollte und schlimmer noch, die kaum noch jemand sehen wollte.

Heute habe ich mir einiges zusammengereimt, wo Darokin an welcher Strippe gezogen hat und welchen Hebel er umgelegt hat, um zu erreichen, was er wollte, aber nichts davon half mir, den Prozess anzuhalten, oder gar umzukehren.
Als ich dann vor ein paar Wochen meine Rückkehr feierte, direkt vor Darokins geifernden Augen, muss ich ihn wohl ein wenig zu sehr geärgert haben. Er scheint das Spiel mit meinem Tod durchschaut zu haben und hat das nötige Kleingeld um dafür zu sorgen, dass mein Leben nichts mehr wert ist, es sei denn, ich fände einen Weg ihn ebenso gründlich loszuwerden, wie er es mit Zagroschim dem Wunderbaren geschafft hat.

Als endlich allesheraus war, staunte Miss Isabeaux nicht schlecht, vielleicht verstand sie nun ein wenig besser, dass hinter der aufgesetzten Maske ein verletzlicher Geist wohnt. Dass es ein Teil Selbstschutz war, nicht jedem meine Gefühle zu offenbaren. Insbesondere Hawk nicht, dessen grobschlächtige Art und latente Aggression gegen mich unseren Umgang arg belastete.

Soweit besänftigt und auch ein wenig nachdenklich, zog ich mich zurück, um Miss Helena einen Nachricht zu schicken. Viel zu lange hatte ich nicht von mir hören lassen und so wurde die Nachricht ein wenig länger als geplant und noch ein paar Sätze länger, als ich eine Bitte an sie herantrug. Wenn Darokin drin hing und davon ging ich stark aus, musste er in den Stunden nach dem Auftritt und dem ersten Auftauchen des Kopfgeldes, Kontakt mit jemandem gehabt haben, dem er sein Geld anvertrauen wollte und dem er zutraute, aus meinem scheinbaren Ableben ein endgültiges zu machen. Natürlich warnte ich auch vor den Risiken und betonte, dass eine solche Lappalie es natürlich nicht wert sei, ihre Sicherheit auch nur um eine Winzigkeit außer Acht zu lassen. Schließlich würde ich auch so klarkommen und das Problem lösen.

Nachdem wir uns alle geeinigt hatten, dass für das Indianerproblem zu wenig Zeit sei und das Kopfgeld uns unter den Nägeln brannte, war es mal wieder Hawk der mich verblüffte und erzürnte. Er erklärte uns, schlichtweg, dass er ein paar Nachforschungen zu erledigen habe und er deswegen die nächsten zwei Wochen nicht verfügbar sei. Punkt eins, ich werde nicht gern angelogen, schon gar nicht auf so plumpe Art und Weise und erinnerte mich auch daran, dass dies ein No Go auf unserer Teamliste hätte sein können und zum zweiten, war es eben Hawk gewesen, der am vehementesten darauf gedrungen hatte, dass uns ja keine Zeit bliebe und der nun seine Interessen vor die unseren setzte.
Mein Ärger kochte hoch und ich beschloss ihm einmal vorzuführen, wie tief wir bereits gemeinsam im Dreck saßen, geschützt nur durch das Wir, welches er so kräftig verabscheute.

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Anfänge von Professionalität

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern, später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Manchmal muss man sich mit dem zufrieden geben, was die Welt einem gibt. Es war ein Anfang, wenn auch nicht viel mehr. Unser Plan den Colonel und sein Team rauszuboxen hatte Anfänge einer Strategie, aber auch Lücken, durch die Doozer bequem hindurchpasste.
Wir hatten Luftüberwachung, eine gute Ahnung von dem Gebiet, zwei Kampfdrohnen als Backup und sogar Tarnnamen, mit denen wir im Funkverkehr und während des Einsatzes agieren konnten.
Soviel zu den Pluspunkten. Dafür hätten wir beinahe das Sat-Telefon vergessen, schickten den falschen zum Rendezvouspunkt und sickerten voll ausgerüstet in eine Z-Gegend ein, die zudem von rachsüchtigen und nicht sehr freundlichen Elfen kontrolliert wurde.

Um es der Reihe nach zu berichten. Wir sickerten alle unbemerkt ein, ein Umstand, von dem ich nicht wusste, ob er mich jubeln lassen sollte, oder ob er mich traurig stimmte, da damit all meine mahnenden Worte ad absurdum geführt wurden. Warum sollte man auch vernünftig sein, wenn die Geister über einen wachten?
Geschickt erkundeten wir die möglichen Fluchtrouten und das Terrain, legten einige Sprengsätze aus, um Verwirrung zu stiften und unsere Flucht bei Bedarf zu unterstützen und hatten dann och genug Zeit uns zu sammeln, Erkenntnisse auszutauschen und zum Treffpunkt zu schleichen.
Dort schickten wir Jester vor, um den Treffpunkt grob auszukundschaften und zuckten nervös zusammen, als dieser hineinging, um den Kontakt herzustellen. Als ob die ehemaligen Fremdenlegionäre, in Panik und angeschlagen, einen Squatter verschonen würden, oder ihm Gelegenheit geben würden sich zu erklären.
Reaper sah alles sehr gelassen, erst kramte er nach seinem Sat-Telefon, dann wollte er nicht zu früh anrufen und schließlich bequemte er sich nach vorn, um seine Leute zu treffen. Dies gestaltete sich als recht unkompliziert aber auch als ziemlich demütigend. Kaum war Reaper der Nummer zwei des Teams vor die Schrotflinte gelaufen und hatte sich durch das Passwort verifiziert, traten neben Miss Isabeaux und mir, zuvor gut getarnt, ein Hermetiker und ein Scharfschütze aus ihren Verstecken. Natürlich ließ ich mir rein gar nichts anmerken, aber es stank mir überaus, dass dieser zugegebenermaßen recht kundige Magier, sich einfach so an mich heranpirschte und mich überraschte.

Wir trafen uns, stellten uns kurz vor, natürlich nicht mit Namen, aber mit unseren gaben, damit ein Einsatz koordiniert werden konnte und fingen an zu planen. Es war schließlich ein wenig anders als gedacht. Nicht das Team brauchte unsere Hilfe, oder besser gesagt nicht zur Flucht, sondern wir musste den Colonel aus dem Laesa Hauptquartier retten. Ein ziemlich blöder Gedanke wie ich fand, aber Reaper würde nicht zögern und auch wenn ich ihn noch nicht lange kannte, war er doch auch mein Gefährte und damit war jegliche Verweigerung undenkbar.
Zumindest gelang es mir unser Chancen auszugleichen, indem ich erneut einen geist losschickte, um die benötigte Munition und ein paar Seitenwaffen einzufliegen und am wohl wichtigsten, ein Deck für einen der Franzosen, der seines während des Einsatzes verloren hatte. Es war teuer, sehr teuer, Rose dazu zu bringen es uns jetzt zu beschaffen, aber dank Reapers tiefen Taschen war es für uns kein wirkliches Problem.

Nun ein guter Plan war ohnehin nicht in Aussicht. Wir wussten rein gar nichts über die Laesa, deren Sicherheitsmaßnahmen oder Möglichkeiten und hatten auch nicht die Zeit etwas herauszufinden. Es wür4de also sehr direkt werden. Die Legionäre würden mit jeweils einem von uns im Schlepp, bis ungefähr 200 Meter vor das Gebäude schleichen, dort würden wir uns treffen, uns durch Geister Bewegung verleihen lassen und wie die Hasen lossprinten. Dabei würden alle wir aus Leibeskräften ballern und so viele Feinde wie nur möglich ausschalten, insbesondere jene, die als Wachposten vorbereitet waren, aber auch all jene, die aufgeschreckt durch den Lärm in die Schusslinie gerieten.
Es war erstaunlich einfach, wir erreichten das Gebäude, unsere Geister begannen mit der Suche derweil wir vordrangen. Zwei unbedeutende Wachgeister später, liefen wir in eine Patrouille, die uns ein kurzes für ihre Seite sehr unangenehmes Feuergefecht lieferte und schauten Miss Isabeaux, die ihrem Geist die Zügel hatte schießen lassen, dabei zu, wie sie den Boden aufriss, hinabsprang, einen Zweiten zerfetzte und innerhalb von Sekunden vor dem Colonel stand, der, gefesselt und gefoltert an Seilen hing.
Eilig stabilisierte ich seinen Zustand, Miss Isabeaux levitierte ihn, derweil ich ihn vor aller Augen verbarg und wir machten uns, auf dem selben Weg hinaus aus dem Gebäude. Dabei liefen wir einen gut ausgerüsteten und mittlerweile auch wachen Sicherheitstrupp vor die Füße und hätten in einer Sackgasse gesteckt, zumindest wenn wir nicht mit Miss Isabeaux und ihrem geist jemanden dabei gehabt hätten, für den Wände wie Papier waren. Nicht lange und wir waren draußen, wo Wheelz, den ich genau rechtzeitig angefunkt hatte, bereits mit Doozer wartete.
Wir stopften unser Team und die Legionäre hinein und schon jagten wir, verfolgt von einem ziemlich unleidigen Hornissenschwarm aus Elfen, davon. Es dauerte bis in die Redmont Barrons, bis wir unsere Verfolger endlich loswurden und selbst dann dauerte es lange Stunden, bis Wheelz! uns endlich für sicher erklärte und wir den Colonel zu Dr. Facilier bringen konnte, wo er ein paar Stunden oder auch Tage damit zubringen würde, Wunden und Folter zu überwinden.

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Teamfähigkeit

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Es war ein trister Morgen. Ich hatte alle einbestellt, um die unrühmlichen Taten der letzten Wochen zu sprechen. Zwar bin ich ganz sicher kein Taktiker und die Kunst anderen ein Stück Stahl in den Körper zu pflanzen reizt mich wenig, aber sogar ich konnte sehen, dass wir in letzter Zeit mehr geschluckt als ausgeteilt hatten und da mir meine Freunde ans Herz gewachsen waren, dachte ich, es sei an der Zeit sie aufzurütteln. Ich stellte also, kaum dass sich, mit einiger Verspätung alle eingefunden hatten und das müde Murren auf ein erträgliches Niveau gesunken war, meine Flipchart auf, um meine Gedanken zu präsentieren.

Das Leben ist zu kurz …

Taktik im Kampf

Fragen der Bewaffnung und Ausrüstung:
Schild? Helm? Panzerkleidung? + Waffen und APDS
Was können wir im Auto in der Nähe griffbereit lagern?
Technische Möglichkeiten der Kommunikation

Fragen des Vorgehens und der Gegneraufteilung:
Stärken der einzelnen Teammitglieder erkennen + gegen Schwächen der anderen setzen

Lerneffekte:
Stärken der Teammitglieder gezielt fördern
Wer könnte etwas nützliches lernen, oder sich spezialisieren?

Einige Beispiele um unsere Schwächen zu untermauern:
Reinstürmen? Warum nicht draußen warten bis sie rauskommen?
Passierschläge? Erschießen und dann weiter. Gegner war ein Nahkämpfer!
Magier? Verfolgung durch einen einzelnen, keine magische Unterstützung
Übervorsicht und Disziplin? Keine Geister, trennen im Feindgebiet

Anführertum und Teamgeist

Alle einig, dass Jester uns sehr gut vertritt, aber ganz offensichtlich keine Kampferfahrung
Besser koordinieren, wenn es hart auf hart kommt
Gebiete klarer benennen und durch Spezialisten ausführen lassen (Kampf Verhandlung usw.)
Teamgeist (sind wir ein Team oder nicht?) Shooter helfen, ohne wenn und aber!!!
Was einer tut, fällt auf alle zurück (mir habt ihr das erklärt!)

Verhandlungen und Geldübergaben

Der subtilen Stimme aus dem OFF zuhören!!!
Professionalität und bessere Absprachen
Immer das ganze Team! Keine Nachlässigkeiten,
Orte wirklich vorbereiten/ sondieren

Nun hatte ich nicht mit Freudenausbrüchen gerechnet, noch mit Lobeshymnen, aber die fast vollständige Verweigerung hat mich dann doch überrascht. Anscheinend war ich der einzige, der Probleme gesehen hat. Nun gut, um fair zu sein, Jester war durchaus einsichtig und die hübsche Isabeaux, zumindest in manchen Bereichen interessiert es besser zu machen, aber Reaper war bereits in Gedanken bei seinem Colonel und Hawk zu perfekt um noch etwas lernen zu können, oder sich Gedanken zu machen.
Es war ein einziges Fiasko, statt meine Gefährten anzuspornen über Taktik zu diskutieren und in Richtung einer Rundoktrin zu gehen, die uns sicherlich das Leben erleichtert hätte, kamen so Ausrufe wie. „So etwas lässt sich eh nicht planen!“ „Wieso, dass machen wir doch sowieso schon.“ „Nein einen Anführer braucht ein Team nicht.“

Bald schon war ich bereit alles an die Wand zu werfen, aber es sollte noch schlimmer kommen. Der Punkt Teamgeist erbrachte gar wundersame Ansichten. Wir sind ein Team und gehen durch dick und dünn, aber was abseits des Teams passiert geht nur den jeweils einzelnen an. Als ob das nicht ausstrahlen würde!
Ein paar unbedachte Worte oder Taten und das ganze Team konnte in Probleme kommen. Mein Ruf als Teammitglied mit Kindermord verbunden zu sehen, für mich ein herber Rückschlag. Es wurde laut und lauter, manche forderten, dass es zumindest einige wenige Grenzen geben sollte, andere wollten nicht akzeptieren, dass man als Teil eines Teams Teil eines Teams ist. Fantastisch! Wir einigten uns darauf uns nicht zu einigen und als ob das nicht genug wäre, eröffneten Hawk und Wheelz uns, dass sie uns nach Strich und Faden belogen hatten und erklärten das mit Jesters Aussage, er wolle mit der Geschichte nichts zu tun haben.
Gut das wir ein Team sind …

Einmal mit all dem Unsinn durch, kam ich auf mein zweites Anliegen zu sprechen, mir waren Zusammenhänge in den Sinn gekommen, die gar nicht mal so abwegig waren und die erklären könnten, warum die Maskenindianer uns nicht mochten und vor allen Dingen, worum es in Mr. Cursed Plänen ging. Frei nach der Maxime Wissen ist Macht war ich vollkommen überzeugt davon, dass es für uns wichtig und interessant sei, solchen Gedanken zu folgen.
Pustekuchen!

… um sich verarschen zu lassen

Was Mr. Cursed so treibt, eine zagroschimeske Theorie

Maskenindianer und er mögen sich nicht
(belegt durch Teufel, er kennt diese auch, hat sich verraten)
Es geht um Aztec Datenchips
(ein ganzer Satz von wer weiß wie vielen)
Vor drei Jahren haben die Maskenindianer ziemlich viele Runner erledigt
(keine Auftragsmorde, sondern dort haben sie Leute getötet, die zu viel wussten)
Nun sind sie wieder hier und haben uns/Zagroschim aufs Korn genommen
Erst wenn alle Daten beisammen sind, können diese genutzt werden.
Es gibt einen ganzen Indianerstamm, denn sie konnten sehr schnell Reserve heranführen, bzw. sind ziemlich viele.
Mr. Cursed ist kein Norm (zu korrekt, spielt eine Rolle und diese zu genau)

Vor drei Jahren wurden von einem Runnerteam die Daten extrahiert
Die Indianer stürmen los, vernichten alle Runner die davon wissen, konnten aber nicht verhindern, dass die Daten in Umlauf gerieten und verloren die Spur.

Vor ein paar Monaten fing Mr. Cursed an die Daten zu sammeln. (Wahrscheinlich erneut)
Wir erbeuteten sie für ihn.
Die Indianer stürmen los um scheinbar Zagroschim den gar aus zu machen.
(Was wenn die 150.000 Nuyen von Totem Pole gedeckelt wurden
und die Masken einfach nur Zagroschim und das ganze Team töten wollten?)
(Was wenn Isabeaux Eltern mit drin hingen, weil auch sie mit den Daten Kontakt hatten.)

Was ich wissen will!

Wo wohnen die Indianer
Was geschah vor drei Jahren wirklich
Welche Verbindung gibt es zu Isabeaux Mutter

Was ich plane

Wir sammeln die Masken der Toten ein und bringen sie zu dem Stamm, eine Geste des Respekts. Wir haben Krieg geführt, es war eine ehrenhafte Schlacht, doch es besteht kein Grund für weiteren Krieg, denn wir sind nicht ihre Feinde.
Dafür wünschen wir mehr zu erfahren, über die Daten, aber auch über Mr. Cursed

Was für uns wichtig ist

Wollen wir das
Wir gehen ein Risiko ein, unser ach so netter Mr Cursed mag das nicht so gerne.
Wir verzichten eventuell auf eine ganze Menge Geld, die wir von ihm bekommen.
Andererseits haben wir, wenn wir wissen worum es geht die Möglichkeit mehr zu fordern.

Es war ganz einfach, Miss Isabeaux hatte viel zu viel Angst vor Mr. Cursed und dessen Wissen über sie, so viel Angst, dass selbst der Gedanke, herauszufinden aus welchem Grund ihre Mutter gestorben ist, sie nicht beflügeln konnte. Reaper war noch immer bei seinem Colonel und Hawk hielt jeden Satz und Gedanken von mir für puren Unsinn. Nicht weil er eine andere Theorie hatte, oder zumindest aufzeigen konnte, was nun falsch war, sondern einfach weil es falsch war.
Um fair zu sein, zumindest Jester zeigte sich aufgeschlossen und schien sehr daran interessiert herauszufinden, warum wir unseren Hals in die Schlinge gesteckt hatten. Ich war ja sehr versucht privat daran weiterzuforschen, immerhin gab es noch andere Decker als Hawk, aber mein Ehrgefühl verbot es mir, denn ich war sicher, dass mein Handeln Auswirkungen auf alle hätte, selbst wenn ich privat agieren würde …

Vollkommen frustriert ließ ich die anderen zuerst einmal planen und Gedanken verpulvern, wie und wo man in die südlichen Barrons einsickern könnte, wie man zum Treffpunkt gelangte und wie man Wheelz! mit Dozer rechtzeitig vor Ort schaffen könnte und ebenso, wie es möglich wäre schnell genug abzuhauen, ohne das ganze Laesa-Syndikat auf den Versen zu haben.
Eine Stealthdrone später, hatten wir zumindest die Möglichkeit uns einen Überblick zu verschaffen und mit der Teamfrequenz des Colonels auch die Möglichkeit in frühzeitig zu kontaktieren.
Wir beschlossen frühzeitig einzusickern und meine Idee, den Fluss als Fluchtroute zu nutzen und die sperrigen Teile unserer Ausrüstung mittels eines Geistes zu importieren wurden zwar begrüßt, aber dann zumindest großteils verworfen.
Der Fluss war unwahrscheinlich, weil wir ja doch mit heftigsten Feuer rechnen mussten und zudem waren Atemgeräte unerschwinglich. Der Geist war fast sofort obsolet, denn schließlich war es kein Problem eine Panzerjacke als Bündel mit sich herum zu tragen und nebenher sein Sturmgewehr, oder ein Scharfschützengewehr im Koffer mit sich zu führen. Außerdem konnte er ja viel zu leicht im Flug gebannt werden.
Wären es nicht meine Kollegen, zum Teil gar meine Freunde, würde ich ihnen wünschen, dass die Laesa sie für diese Dummheit schnappen würden, so kann ich nur beten, dass trotzdem alles gut geht.

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Sitten und Gebräuche einer merkwürdigen Welt

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Endlich mal ein wenig Erfolg und Glück! Mit nicht mehr als ein paar Minuten Aufwand, haben wir, dank Hawk und dessen Kontakt, eine recht erkleckliche Summe verdient. Fast 50.0000 Nuyen, nur weil er einen Tipp bekommen hat und Shooter einen Kontakt bei Lonestar hatte, der unsere Mission zu einem Spaziergang werden ließ.
Mit Hawk im Schlepptau besuchte Shooter die Lonestar Zentrale und während er von einem Kollegen auf höchst legale Art und Weise Informationen über unsere Gegenspieler mit den Tiermasken erhielt, erbeutete Hawk, auf äußerst illegale Weise, jene Datenpakete, die unsere mauen Kassen klingeln ließen. Endlich konnten wir Rose ausbezahlen und daran denken wieder ein wenig zu leben, als bloß zu existieren.
Einzige Merkwürdigkeit an der Angelegenheit war Hawk Beschluss Totem Pole einen Anteil zu verschaffen. Nicht dass ich etwas dagegen hätte, immerhin hätten wir ohne ihn gar nicht erst von den Daten gewusst, aber war es nicht sehr merkwürdig jemanden, den ein solcher Gewinn ganz offensichtlich nicht lockte, auszubezahlen?
Nun ja, zumindest darf Hawk in Zukunft wieder mit seinem mysteriösen Freund Fragespiele spielen und ganz vielleicht ist er ja erfolgreicher als beim letzten Mal.

Kaum war das erledigt, kamen aber schon wieder unerfreuliche Nachrichten. Die Maskenleute hatten meinen Mordkontrakt zurückgehen lassen. Soweit gut, bloß dass der Kontrakt nun wieder offen war und es genug Abschaum gab, der sich mit Zagroschims Tod eine goldene Nase verdienen würde. 150.000 Nuyen, immerhin ließ sich der elende Darokin nicht lumpen. Wenn er etwas wollte, dann wusste er auch, wie er es bekam, bloß dass ich dieses Mal beschlossen hatte, nicht der zu sein, der am Ende in der Gosse lag.

Als ob das nicht genug wäre, bekam Reaper eine Nachricht über sein Satellitentelefon. Sein Leutnant, oder welchen Rang es da auch immer in der Fremdenlegion gab, saß tief in der Scheiße. Natürlich war ich sofort bereit zu helfen, musste aber lernen, dass dies nicht ganz so selbstverständlich war, wie es mir erschien. Hawk zumindest ließ durchblicken, dass er seinen Hintern nicht aus reiner Freundschaft in die Schusslinie stellen wollte.
Aber waren wir nicht ein Team?
Konnte nicht jeder von uns, wenn er es nur wollte, alle anderen ans Messer liefern. Ein Anruf bei gewissen Konzernen, schon würden Jester und die hübsche Miss Isabeaux eingesammelt werden. Ein paar Worte in ein falsches Ohr und von Hawk wunderschönen Leben blieben nichts als Trümmer.
Waren wir nicht längst auf Gedeih und Verderb aneinander gekettet?
Ganz sicher hätte ich es schlechter treffen können. Wer in der Hölle der Schatten vegetiert, darf nicht auf das Glück hoffen, dort gute und treue Freunde zu finden. Freunde, nicht bloß nützliche Kollegen.

Andererseits schien dies nicht für alle von uns zu gelten, oder zumindest auf eine Logik, die sich nur jenen erschließt, die in den Schatten leben. Lange genug leben, um all die kruden Gesetze zu kennen, die das Räderwerk der Finsternis am laufen hielten.
Kaum ein paar Tage zuvor, hatten Hawk und Wheelz! diesen Wetwork Auftrag durchgezogen. Einen Auftrag, mit dem keiner von uns anderen zu tun haben wollte, ging es doch darum Kinder hinterrücks zu ermorden und diese am besten noch zu foltern, oder zu weiß was zu einem Leben in der perversen Welt zu verdammen.
Wir anderen waren sehr zurückhaltend, wollten mit der Geschichte am liebsten gar nichts zu tun haben, oder waren, wie einige von uns, äußerstenfalls dazu bereit den jungen Mann zu töten, statt auch Jagd auf Kinder zu machen.
Die Situation war also klar, wir wollten nicht!
Trotzdem beschied mir Miss Isabeaux, wir dürften unseren Kollegen nicht verbieten ihr Ding durchzuziehen und sei es auch noch so widerlich. Jeder hätte das Recht für sich zu entscheiden.
Vielleicht ja schon, aber galten wir in den Schatten nicht längst als Team. Strahlten nicht alle Taten meiner Gefährten auch auf die anderen aus. Würde nicht in Zukunft mein Name verbunden sein mit dem Mord an Kindern. Warum hatte Hawk das Recht meinen Namen mit so etwas zu besudeln, derweil er sich fürchterlich darüber aufregte, dass ich ihn mit meiner Anwesenheit gefährden würde. Warum durfte er darüber entscheiden, mit welchem Namen ich auf den Straßen aktiv war, schließlich war es, nach derselben Logik, allein meine Entscheidung.
Gefährdete er nicht uns alle, indem er Jester Zuflucht im Alkohol suchen ließ. Nun versteht mich nicht falsch, gegen den ein oder anderen Tropfen gibt es nun wirklich nichts zu sagen, wenn man es, wie ich, im Griff hat. Aber Jester war angeschlagen und dies kann in einem Job wie dem unseren, zwischen Leben und Tod entscheiden.
Wo lag also diese Grenze, ein Team zu sein, gemeinsam zu entscheiden und zu (über-)leben?

Doch zurück zu Reaper und seinem ehemaligen Vorgesetzten. Dieser steckte mächtig in der Scheiße. Tief in den Pujallup Barrons, inmitten des Gebietes der Laesa. Elfen, deren Rassenfimmel dem der Policlubs in nichts nachstand. Verdammte Irre, warum konnten sie denn nicht einsehen, dass wir alle Menschen waren.
Viel wussten wir nicht, außer einem Treffpunkt und der Tatsache, dass es kein Sonntagsausflug werden würde. Der Leutnant steckte in der Klemme und wenn schon ein Mann der Schlacht angezählt in den Seilen hing, sollte man sich Gedanken machen, wie man den Flug der Kugeln ein wenig zu seinen Gunsten manipulieren konnte. Leider blieb uns dafür wenig Zeit, immerhin wollte auch Mr. Cursed unsere Dienste.

So fuhren wir zum Stadion, wo wir das Finale der World League von einer Loge aus verfolgen durften. Sozusagen umsonst. Ausgestattet nur mit dem Nötigsten, diskret gepanzerter Kleidung und einiger Kleinigkeiten am Gürtel, trafen wir dort ein. Die Kontrollen waren kein Problem und auch der Auftrag den uns Mr. Cursed, wegen eines schlechten Bauchgefühls, vermittelte, schien durchaus machbar.
Wir sollten, zwei Etagen tiefer, ein kleines Kästchen mit einem Aztec Datenchip entgegen nehmen und hierher zu Mr. Cursed bringen. Als ob sich dies nicht leicht genug anhörte, versicherte uns unser Johnson auch, dass der Freund, von dem er dieses Paket bekommen sollte, absolut zuverlässig sei und dass von dieser Seite keine Gefahr drohe. Wir mussten also nur darauf Acht geben, dass nicht ein Rudel schießwütiger Fremder hier hereinstürmte, den Boten niedermähte und mit dem Datenchip verschwand. An sich schon eine ziemlich lächerliche Vorstellung, hier inmitten Hunderter, wenn nicht Tausender Wachleute, Wachgeister und einem Sicherheitsüberwachungsnetz, welches zwar diskret, aber ebenso wirksam war. Nun gut, wir würden uns nicht beklagen, wenn nichts passierte.
Schnell waren wir uns mit Mr. Cursed einig. Wenn nichts geschah, würden wir hier das Spiel gucken, uns an den köstlichen Snacks satt essen und zufrieden heimwärts ziehen. Sollte es anderes kommen, würde er uns für unsere Mühen angemessen entlohnen.
Erstaunt betrachteten wir, wie er uns Schutzwesten aushändigte, die uns als Sicherheitspersonal des Stadions oder zumindest einer angegliederten Einheit auswiesen, dazu schwere Pistolen, deren Smartsignal ebenso legal erschien.
Ein hübscher kleiner Trick, der sogar mich beeindruckte!

Was mich weit weniger beeindruckte, war die Unprofessionalität meiner Gefährten. Hawk und Reaper wollten lieber da Spiel sehen, statt sich ein Bild der Lage zu machen. Ich redete mir den Mund fusselig, wir sollten doch die Gänge abschreiten, vielleicht sogar die Loge unserer Zielperson infiltrieren, aber auf jeden Fall vor Ort sein, um bei eventuellen Unregelmäßigkeiten eingreifen zu können.
Warum nicht ein turtelndes Paar auf dem Korridor? Oder ein Streitgespräch unter Kollegen?
Es kam wie es kommen musste, da die Übergabe erst kurz nach der Halbzeitpause stattfinden sollte, machten wir uns zwar überpünktlich auf den Weg, aber von Vorbereitung oder Ähnlichem war nichts zu spüren. Wir können ja eh nur auf das reagieren was passiert! Pah!!!
Kein Wunder also, dass wir, kaum in der Nähe, Schüsse hörten und die ersten neidergeschossenen Wachleute erblickten. Nun endlich rannten wir, aber es war wohl reines Glück, dass unsere Nachlässigkeit keine Folgen hatte, oder zumindest nur geringfügige.
In der Loge lagen vier Angreifer mit Tiermasken, genau solche, wie an dem Attentat auf mich beteiligt gewesen waren und ein toter Mensch mit der Aura eines Bären. Niedergestochen, fast ausgeweidet und ganz offensichtlich tot, bis auf die merkwürdige Tatsache, dass seine Aura nicht verblasste. Uns unsicher, ob es noch etwas zu helfen gab und ob sich das Objekt der Begierde vielleicht noch hier befand, scherten Isabeaux und ich aus, derweil Jester Hawk und Reaper weiterstürmten, um die beiden übrigen Mörder zu stellen.
Als ich später dazukam, musste ich mit Grauen feststellen, dass meine Gefährten recht ramponiert aus der Geschichte herausgekommen waren. Reaper mit einem Schnitt quer über den Rücken und Hawk mit einem Loch im Bauch, dass ganz offensichtlich von einem Kampfzauber stammte. Der dazugehörige Sam lag oben an der Treppe, erledigt von einem Blattschuss Jesters, der Magier lag ein paar Etagen tiefer, halb aufgeschlitzt von einer schweren Klinge.
Natürlich beugte ich mich gleich über meine Gefährten, verband die Wunden, natürlich weit besser als diese Idioten von der Stadionsicherheit und ließ danach meine Macht durch meine Finger fließen, um aus verheerenden Wunden Kratzer zu machen, die innerhalb von Tagen, wenn nicht gar Stunden, verschwinden würden.
Derweil fiel es Jester wie so oft zu, für uns zu sprechen. Dem Sicherheitspersonal klar zu machen, dass wir ihren Job erledigt hatten und uns nun zurückziehen würden, in der Hoffnung, dass es nun keine weiteren Probleme gäbe.

Zurück bei Mr. Cursed gab es einiges zu berichten. Der tote Bär, war nach nur wenigen Augenblicken einfach aufgestanden, hatte sich die Klingen aus der Haut gerissen und war weggetrottet. Ganz offensichtlich war dieser Mensch mit der Aura eines Bären ein Gestaltwandler und ebenso offensichtlich hatten diese Geschöpfe Fähigkeiten die über das was ein Normalsterblicher zu leisten vermochte, weit hinaus gingen. Das war wohl auch der Grund, warum uns Mr. Cursed vorher lächelnd beschieden hatte, wir bräuchten uns um seinen Freund keine Sorgen machen. Danke auch, vielleicht sollten wir Mr. Cursed beim nächsten Treffen genauer auf den Zahn fühlen, statt uns einfach so mit halb garen Informationen losschicken zu lassen.
Doch eigentlich war ich gar nicht zornig auf Mr. Cursed, er war noch einer von den besseren Johnsons, eigentlich wütend war ich auf meine Kollegen, die es schafften, statt mit einer hübschen Stange Geld, mit leeren Händen aus dieser Geschichte herauszukommen.
Einige plädierten dafür, aus reiner Freundlichkeit und aus Gefälligkeit für Mr. Cursed kein Honorar zu nehmen. Was ein Unsinn, selbst ich weiß, dass es in den Schatten nichts umsonst gibt! Andere wollten mehr über die Maskentypen wissen. An sich eine ziemlich gute Idee, aber ganz offenkundig wollte uns unser Mr. Johnson dazu nichts sagen, noch sich in die Karten gucken lassen. So war also auch der Versuch, Informationen statt Geld zu erringen, zum Scheitern verurteilt.
Angeschlagen, aber um keinen Nuyen reicher, kamen wir aus dem Stadion. Nun ja, zumindest war diesmal nicht ich es, der mit einem Loch im Bauch zu kämpfen hatte.

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Licht am Ende des Tunnels

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Was als unmögliche Woche begann, nahm mit weiterem Desaster seinen Lauf, um dann doch noch, mit ein wenig Glück, versöhnlich zu enden.
Nachdem wir unseren Feinden noch einmal von der Schippe gesprungen waren und endlich sicher daheim waren, machte ich mich sogleich daran den Magier mittels eines Geistes zu suchen. Es dauerte kaum eine halbe Stunde, dann kehrte dieser zurück und berichtete, dass nicht eine Spur von dessen Signatur zu finden sei.
Verdammt fluchte ich, abgeschirmt hinter dem schützenden Vorhang eines Refugiums. Oder zumindest soweit gesichert, dass selbst mein mächtiger Luftgeist nichts zu finden vermochte. Andererseits konnte auch niemand immer nur hinter seiner astralen Mauer hocken, nicht wenn es galt noch weitere Morde auszuführen und vorzubereiten. Irgendwann musste er sein heim verlassen und dann würde einer meiner Geister, die ich regelmäßig losschickte, Erfolg haben und dann würden wir zuschlagen.

Bis es soweit war, kamen uns, wie so oft in dieser Woche, gleich zwei Dinge in die Quere. Rose wollte uns für einen weiteren Auftrag. Eine kniffelige Übergabe, bei der unsere Kampfkraft aber auch unsere taktischen Fähigkeiten gefordert wurden. Zumindest stimmte hier das Bild. Mr. Cursed, mal wieder unser Johnson, hatte uns zum Finale des Urban Brawl ins Stadion geladen, um dort alle Einzelheiten zu besprechen. Bis dahin blieben uns zwei Tage, das ein oder andere Problem von unserer Liste zu streichen.
Doch statt Probleme zu streichen, eröffneten sich neue, als Jester den von Bürgermeister Hess vermittelten Auftrag anging und sich mit dessen freund traf. Dieser wollte nicht einen Mord, sondern gleich vier. Das an sich war ja schon schlimm genug, aber ehe wir auch nur Luft schnappen konnten, prasselten die widerlichen Details dieses Auftrags über uns hernieder. Hauptziel war ein junger hart arbeitender Mann, der nichts Schlimmeres getan hatte, als ein Techtelmechtel mit der Tochter unseres Johnsons anzufangen. Doch es sollte noch weit schlimmer kommen, dieser aufrechte junge Mann kümmerte sich, seit dem Tod seiner Eltern, um seine drei jüngeren Geschwister. 8,11 und 17 Jahre alt, die ebenso ermordet werden sollten. Und als wäre dies nicht widerlich genug, sollte es auch noch einen Bonus für einen qualvollen Tod geben und einen weiteren, wenn wir die älteste Schwester zu finsteren Zwecken irgendwo ablieferten.
Zu viel für die meisten von uns. Jester wollte rein gar nichts mit der Sache zu tun haben, ich schwieg die meiste Zeit von Ekel erfüllt. Isabeaux war bereit den Mann zu erschießen, wollte den Kindern aber nichts tun, ebenso wie es auch Reaper und Shooter hielten. Einzig Hawk und Wheelz waren frei jeglicher Skrupel. Mir wäre es lieber gewesen, wir hätten diese Entscheidung als Team gefunden und Abstand von diesen Morden genommen, aber da sich die beiden auch durch rechtschaffene Worte nicht aufhalten lassen wollten, überließen wir es ihnen ihre Seelen für ein paar Nuyen zu verkaufen.
Ein paar Stunden später war alles geschehen, die Morde erledigt, das Geld übergeben und alle konnten wieder ruhig schlafen. Zumindest alle, deren Seele bereits an den Teufel verkauft war.

Kaum war ich gegen 2 Uhr nachts dann doch in einen unruhigen Schlummer gesunken, weckte mich mein geist, mit der hektisch überbrachten Nachricht, er hätte mein Ziel gefunden. Es dauerte einen Herzschlag, dann setzte mein verstand ein und ich sprang auf, hämmerte an Isabeaux Tür und gleich darauf an die von Wheelz! der Magier fand sich ind er Nähe der Skybridge, vielleicht konnte uns John Dealer näheres verraten. Außerdem benötigte ich Wheelz! Drohnen, denn diese konnten einen Magier viel unauffälliger beobachten, als selbst der beste Geist.
Als ich endlich deren Aufmerksamkeit hatte, hatte Wheelz! auch schon alle anderen mit einem Alarmruf geweckt. Wir trafen und zwei Minuten später im Wohnzimmer und drei weitere Minuten später, nachdem ich alle Details so schnell als möglich weitergegeben hatte,fanden wir uns in Wheelz! Wagen wieder und waren mit quietschenden Reifen unterwegs.
Kaum im Zielgebiet sandte ich einen geist los, schickte Wheelz! seien Drohnen aus und warteten wir anderen nervös bebend im wagen. Sobald wir eine Richtung hatten würden wir uns trennen. Ein Trupp aus Jester Isabeaux und mir würde durch Unsichtbarkeitszauber geschützt zum Haus sprinten und zuvor versuchen in den verglasten Fenstern etwas mit dem Lasermikrofon zu belauschen. Reaper Shooter und Hawk wurden sich auf anderem Wege dem Haus nähern, durch den Eingang eindringen und sich nach oben vorarbeiten, wo in der obersten noch intakten Etage unsere Zielperson lauerte. Auf andere Wege würde sich ihnen Jester später wieder anschließen, derweil Isabeaux, mit mir auf dem Rücken einfach hoch schweben würde, um sich vor dem Fenster zu positionieren. Von dort würden sie, gemeinsam mit unseren geistern, die Manabarriere zerschlagen und in das Refugium eindringen, so dass wir den Feind von zwei Seiten unter Beschuss nehmen konnten.
Unsere Feinde hatten zwar ihren Eingang und wie wir später leidvoll feststellten auch die Fenster mit Claimore Minen gesichert, aber dafür auf jegliche Überwachungssensorik oder Wachgeister verzichtet. So gelang es unserem Team Zwei vor der recht schlichten Tür in Stellung zu gehen und dann gemeinsam loszuschlagen.
Jester öffnete die Tür, doch statt eines erfolgreichen Erstschlages, wurden unsere Jungs von einem Schrapnellhagel eingedeckt, der keinen von ihnen unbeschadet ließ und Shooter sogar vollends niederstreckte. Kaum noch bei Bewusstsein war unser erster Mitstreiter gefallen, ehe der Kampf auch nur begonnen hatte.
Jesters Pistolenschuss traf einen der drei vollkommen überraschten Feinde, vermochte aber wenig anzurichten, Reaper Salve aus seinem leichten Mg war da schon weit wirksamer und entledigte uns unseres ersten Feindes. Der feindliche Magier sprang auf, wirkte eine Barriere um sich zu schützen und rief zwei Geister, die diesem Deckung boten. Zeitgleich schlug Isabeaux das Fenster ein, wir rollten uns in den Raum und Isabeaux ging zum Angriff über, derweil ich meine Geister lossandte.
Schnell und hart ging es hin und her und ich war dankbar für meine Reflexe, die mir in diesem Chaos doch weit mehr Reaktionsfreiheit verschafften, als es mir zuvor möglich war. So gelang es mir, mit meinen Geistern einen der anderen geister auszuschalten und den zweiten Geist mit meinem Versuch ihn zu bannen zu beschäftigen.
Gemeinsam streckten Isabeaux und Hawk den zweiten feind nieder und wollten sich gerade dem Magier zuwenden, als dieser mit einem gekonnten Satz durchs Fenster sprang um sich in Sicherheit zu bringen. Dies sollte ihm allerdings nicht viel nützen, Isabeaux war, ebenso wie mein Feuergeistchen, sogleich auf seinen Versen und nur Sekunden später folgte der Magier seinen Gefährten in die ewigen Jagdgründe. Ein wenig schade, denn Isabeaux hatte diesen noch befragen wollen, hatte aber einmal mehr ihre Kraft unterschätzt und diesem unbeabsichtigt das Genick gebrochen.
Als wir uns nun daran machten nach Spuren zu suchen, stellten wir überrascht fest, dass doch einiges fehlte, der Magier trug nur einen Spielzeugfokus mit sich herum, keiner der Feinde trug Komlinks und auch das Scharfschützengewehr, mit dem ich niedergestreckt wurde, fand sich nicht, geschweige denn Geld oder andere bedeutende Wertsachen. Zumindest fanden sich die Masken der Verbrecher und so konnten wir den Mörder von Isabeauxs Mutter identifizieren und feststellen, dass uns der gefährlichste unserer Feinde, eben jener Scharfschütze mit der Wolfsmaske, entgangen war. Zumindest fehlte ihm nun ein guter Teil seiner Unterstützung!

Getragen von Hochgefühl endlich zurückgeschlagen haben, verwischten wir alle astralen Spuren und kehrten dann nach Hause zurück.

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Katerstimmung

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Eine Woche deren Montag schon so scheußlich begann, konnte einfach nicht gut werden. Es kam wie es kommen musste, es wurde schlimmer.
Miss Isabeaux nahm mich und Wheelz! beiseite, um uns nachdrücklich zu erklären, dass der Name Zagroschim nun endgültig tabu war. Vielleicht hatte sie ja sogar recht, aber so darauf herumzureiten reizte mich einfach dazu, ihr vehement zu widersprechen. Ich war nun einmal Zagroschim der Wunderbare und nicht dieser namenlose Zigzag. Andererseits reifte in meinem Kopf schon eine Idee, wie ich diesen glanzlosen Namen mit Witz und Esprit füllen könnte.

Aber zuerst galt es wichtigeres zu bedenken. Ein bis zwei Mörder mussten gefasst werden, dazu wollte dieser Lonestareinsatz angegangen sein und wenn Jester zurückkam, wollte dieser sicher auch seinen Wetworkauftrag vorantreiben.

Derweil wir also planten, machte sich Hawk daran, bei Lonestar einzudringen, um schon einmal einige Daten zu finden. Kein leichtes Unterfangen und als er zurückkam, sah er aus, wie ich mich ohne mein morgendliches Bier fühlte.
Zumindest hatte es sich gelohnt, wir wussten nun, dass der Mord an Isabeaux Mutter von derselben Gruppe ausgeführt wurde, wie jener Mordanschlag auf meine Person. Schwarz vermummte Gestalten mit Tiermasken vor den Gesichtern. Nur leider wusste nicht einmal die hübsche Rose uns mehr zu sagen, als dass diese Kerle wohl alle paar Jahre auftauchen, einen Sackvoll käuflicher Morde abliefern, um dann zu anderen Weidegründen weiterzuziehen.
Laut Hinweisen, die wir uns aus dem Polizeibericht zusammenreimten, gab es bei unseren Feinden wahrscheinlich auch einen recht erfolgreichen Decker, neben unserem Adepten zumindest noch einen Sam und wie wir vermuteten und wie sich später bewahrheiten sollte, einen Magier. Genug also, um meinen herrlichen kleinen Plan noch eine Spur gewagter zu machen.

Nicht gerade ungefährlich für uns, andererseits blieb uns eh keine Wahl, als uns mit diesen Profis anzulegen. So reifte in mir schnell ein recht guter, aber auch riskanter Plan. Warum nicht Informationen lancieren, ich sei in den Barrons untergetaucht und würde dort auf Informationen warten. Dann wären sie sicher so begierig, zumindest einen Späher vorbeizuschicken, dem wir verfolgen konnten, oder einen Geist, den man an sich binden konnte, um endlich auch einen Trumpf gegenüber dem Feind zu haben.
Zur Sicherheit machte ich mich daran, einen Geist zu beschwören, der uns im Zweifelsfall den Hintern retten konnte, doch irgendwie war dies nicht mein Tag, die ersten Geister erschienen nicht, die nächsten gingen wieder und zuletzt versagte ich gar darin den Geist zu binden und verbrannte einen ganzen Sack kostbarster Reagenzien.

Ein wenig erschöpft genehmigte ich mir, nachdem die Nervensägen und Klugscheißer, die riefen, der Arzt hätte erwähnt ich solle nicht trinken, im Bett waren, ein oder zwei, nun genauer gesagt drei Bier und das nächste, was ich wusste, war, dass ich in meinem Bett wieder erwachte und Miss Isabeaux mich mit einem strafenden doch auch irgendwie verstehenden Blick bedachte, als ich am nächsten Mittag die Treppe heruntertorkelte.

Auch Hawk war nicht wesentlich glücklicher, er stromerte in der Matrix herum, erflehte ein paar Gefallen und versuchte in eines der Schattennetzwerke zu gelangen, um brauchbare Informationen auszugraben. Langwieriger Kram, der einzig dadurch erträglich wurde, dass der sonst so selbstbewusste, manchmal gar schroff auftretende Hawk vor Ärger fluchte und mal hier mal dort erzählte, was ihm wieder über die Leber lief. Nicht die langweiligen technischen Details, die eh keiner verstand, sondern seine Version von Zahlenrätseln, zusammenfallenden Orten und verborgenen Türen.
Der nächste Tag, das nächste Unheil. Mal wieder dabei einen Geist zu beschwören, gelang es mir, ausgerechnet mir, dem wunderbaren Zagroschim, mich von meinem eigenen Hilfsgeist verbrennen zu lassen. Mal wieder erwachte ich im Beisein der hübschen Miss Isabeaux, die mich zu ihrem merkwürdigen doch recht interessanten Dr. Facilier, geschleppt hatte. Halbwegs geheilt fühlte ich mich noch scheußlicher als am Tag zuvor, einziger Lichtblick in all diesem Unheil, war die hübsche Miss Isabeaux, die meine Probleme wohl weit besser verstand, als sie es gern zugab. Sie hatte mehr erfragt und wusste nun, dass die Nanobots in meinem Körper, die mir dieser idiotische Straßendoc verabreicht hatte, sich mit Alkohol nur bedingt vertrugen, aber es zumindest möglich war, ab und an an einen Bierchen zu nippen, ohne gleich wieder größeres Unheil zu beschwören. Dazu war sie clever genug auch die anderen beiseite zu ziehen, denn weder ihnen, noch mir stand der Sinn nach einer Kur, derweil ich unabkömmlich für die Verteidigung gegen diese Killergang war.

Nun gut es kam ein wenig anders als geplant, aber das Ergebnis war zumindest brauchbar. Statt einem Späher schickten sie ein mit Sprengstoff vollgepumptes Auto, das mitten in unseren Unterschlupf raste. Zum Glück war die hübsche Miss Isabeaux geistesgegenwärtig genug, mit mir aus dem rückwärtigen Fenster zu springen und dort wegzukommen, ehe die Flammen und Schrapnellsplitter uns ernsthaft erwischen konnten. Sicher in den schützenden Armen der mächtigen Kriegerin, in die sich Miss Isabeaux von einem Augenblick zum nächsten verwandelte, war ich geistesgegenwärtig genug, mich nicht nur auf die Flucht zu konzentrieren, sondern zugleich nach dem Feind Ausschau zu halten. So fand ich im Astralraum die Präsenz des feindlichen Magiers und verharrte genau so lange, wie ich brauchte, um dessen Aura zu askennen und sie mir einzuprägen. Das nächste Spiel, würde dann vielleicht im Hinterhof unserer Gegner stattfinden.

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Verdammter Montag

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Es war ein verdammter Montag, nach zwei Wochen Flaute im Geschäft und horrenden Kosten für eine Sim, die ich nur benötigte, weil Zagroschim sterben musste, hielt ich es für das Beste, den ganzen Frust zu Fedge zu tragen und dort bei ein paar Bier ausführlich hinunterzuspülen.

Die übrigen im Haus waren ohnehin nicht gut auf mich zu sprechen und insbesondere Hawk schien sich darauf zu versteifen, mich lehren zu müssen. So waren wir in einer Squatter Einkaufsmeile gewesen, eher einem Flohmarkt für Dinge zweiter Hand. Es war laut dreckig und stillos, also genau sein Metier. Wenigstens nötigte er mich nicht Flohverseuchten Kram zu kaufen, noch musste ich meine letzten Nuyen für etwas so widerwärtiges wie gebrauchte Straßenkleidung ausgeben, aber es genügte schon, dass er ganz ofenkundig vorhatte mir vorzuführen, wie elend das Leben sein kann. Als ob ich dies nicht nach drei langen Jahren bei Fedge längst verinnerlicht hätte. Bloß weil ich mich ungern in den Schmutz begebe, heißt das nicht, ich wäre blind für die unerfreulichen Tatsachen eines Lebens auf der Straße.

Wenigstens schien sich Wheelz! nicht zu sehr durch Zagroschims Tod verändert zu haben, denn langsam ging mir dieses ZigZag ganz schön auf die Nerven. Warum mussten wir diese Scharade jetzt auch noch im Haus spielen. Nun gut, es machte Sinn sich daran zu gewöhnen, aber gefallen musste es mir ja nicht.
Zum Glück hatten die anderen genug zu tun, insbesondere Jester und Isabeaux schienen beschäftigt einen magischen Zirkel zu gründen und Hawk verschwand ja stets für ein paar Tage nach Hause, ehe er dann wieder hereinschneite, um mich zu belästigen.

Nun aber zurück zu diesem unerfreulichen Montag, der unser aller Leben durcheinander wirbelte. Wie ich später erfuhr, war ich nicht der einzige, dem an diesem Tag Unerfreuliches widerfuhr und so möchte ich kurz abschweifen, um zu berichten, was die anderen erlebten, obwohl ich selbst davon erst weit später erfuhr.

Hawk hatte Post von seinem Matrixgeist bekommen. Direkt auf sein Deck, ohne Spuren oder Absender, ein unberechtigter scheinbar unmöglicher Zugriff. Nun ja, er schien angemessen verärgert zu sein, was mich insgeheim dann doch erheiterte.
Sein geheimer Wohltäter hatte einen Auftrag für ihn, irgendwelche Daten besorgen, direkt aus einem Lonestar Cluster.

Isabeaux wurde von Mr. Cursed, unserem Lieblingsjohnson, angefordert, nur um bei der Beerdigung ihrer Mutter zuschauen zu dürfen. Wie ich erfuhr, war sie schon als kleines Kind fortgelaufen und nun, nach einiger Zeit in den Schatten, traf sie der Verlust ihrer Mutter gleich doppelt hart. Als wäre dies nicht genug, stellte sich heraus, dass es auch noch ein heimtückischer Mordanschlag war. Ein Kerl mit großer Flinte hatte ihren Eltern nach einem Restaurantbesuch aufgelauert und gnadenlos abgedrückt, mitten in Bellevue. Ihr Vater hatte verletzt überlebt, aber durch Zufall oder mit Absicht ließ sich aus der Ferne nicht ermitteln.
An sich schon übel genug, aber mein Verstand galoppierte schon weiter, welchen Grund hatte Mr. Cursed Isabeaux diese Information zuzuspielen.

Zum gleichen Zeitpunkt wurde Jester von John Hess, dem Bezirksbürgermeister angesprochen, ob er nicht, für einen Kollegen von ihm, einen Mord ausführen könnte. Wetwork, wie es hier in den Schatten heißt. Eigentlich nicht ganz unser Stil, aber die Flaute hatte unsere Ressourcen angegriffen und zudem schien das Ganze ein Wirrwar von Fäden zu sein, die scheinbar doch verbunden waren. Wir mussten einfach mehr wissen.

Mir aber wurde wohl die größte Unannehmlichkeit zuteil. Ich spazierte auf Fedges Kneipe zu, sozusagen das einzige Licht an diesem düsteren Montag, als ein stechender Schmerz in meine Brust fuhr und die Lichter verloschen.
Es war wohl eine ganze Weile später, als ich erwachte und in das besorgte Gesicht von Isabeaux blickte. Neben ihr ein Straßendoc, dessen Fähigkeiten wohl seinen unangenehmen Stil vergessen ließen. Scary war das erste was mir einfiel, aber als ich dann auf das Loch in meiner Burst blickte und erstaunt feststellte, dass ich schon wieder, oder besser gesagt, noch immer unter den Lebenden weilte, schien es mir angemessen die Rechnung für diesen, mit einem kleinen Bonus versüßt, zu bezahlen.
Miss Isabeaux berichtete mir von einem Scharfschützen, der von einem fernen Dach auf mich geschossen hatte und natürlich kam mir gleich diese Natter von Darokin in den Sinn, denn wer sonst sollte mit solch ekelhaft unzivilisierten Methoden arbeiten. Derweil Jester den Ort des Geschehens untersuchte, eilte Hawk zielstrebig zur vermeintlichen Position des Mörders, um, da dieser ganz sicher weg war, zumindest ein paar Spuren zu finden.
Eine ziemlich unvorsichtige Idee, wie ihm Jester nachdrücklich mitteilte und wie bestätigt wurde, als wir alle über Comlink hörten, wie Hawk von einer Mine zerfetzt wurde. Sekunden später waren wir unterwegs. Miss Isabeaux mittels eines in sie gefahrenen Geistes, der sie mit ungeheurer Geschwindigkeit dahinjagen ließ, wir anderen etwas ruhiger mit Wheelz! Auto.

Kaum waren wir unterwegs, hörten wir die zweite Detonation, eine weitere Mine, die Hawk trotz größter Vorsicht auslöste. Kurz darauf dann eine noch heftigere, die Treppe war mit Sprengstoff ausgestattet worden und nur Miss Isabeauxs übernatürliche Geschwindigkeit rettete ihren hübschen Hintern.
Endlich auch vor Ort, kraxelte ich, noch immer leicht benommen von meiner Wunde, ins Gebäude und nahm mittels ein wenig Squatterblut die astrale Fährte auf. Unser versuchter Mörder hatte einige von ihnen verletzt und vertrieben und vielleicht war das die Spur die uns zu ihm führte. Ein Geist würde den Squatter schon finden.
Hawk und Isabeaux fanden nicht viel, außer einem Geist der sie aus großer Höhe beobachtete und anscheinend zu unserem Mörder gehörte. Ganz offensichtlich besaß dieser viele Talente.

Erneut in Wheelz! Wagen kam es zu einer etwas unglücklichen Auseinandersetzung zwischen mir und Hawk, der es mir wohl übel nahm, dass ich seine Bemühungen mit spitzer Zunge kommentierte. Im Nachhinein tat es mir schon ein wenig leid, aber wer konnte auch ahnen, dass Hawk gleich beleidigt davon stapfen würde.
Derweil also Miss Isabeaux vom Tod ihrer Mutter erzählte, lief Hawk allein durch die Gassen, nur um von unserem Mörder hinterrücks niedergeschossen zu werden. „Falsche Freunde!“, war der einzige Kommentar.
Es war pures Glück, dass unsere Verbindung noch offen war und wir die Schüsse hörten, aber ohne genauen Ort konnten wir nicht mehr tun, als uns auf ein schnelles Eingreifen vorzubereiten. Glück war es auch, dass die Crows, die örtliche Gang just zu diesem Zeitpunkt aufkreuzte und den Mörder unter Beschuss nahm, ehe er Hawks Lebenslicht auspusten konnte. Endlich konnte er uns ein Signal senden und wir waren unterwegs. Wie der Blitz schoss ich aus dem Auto, beäugte erschrocken Hawks mannigfaltige Wunden und machte mich sogleich daran, diese zu verbinden. Wie gut, dass ich mich mehr als nur ein wenig mit diesem Thema befasst hatte, derweil ich erforschte, ob es nicht doch einen Weg gibt Entzug zu mildern.
Nach einem abrundenden Heilzauber sah die Welt schon wieder freundlicher aus und wir machten uns daran, den Ort des Geschehens zu verlassen. Hier war es zu unsicher und zu allererst mussten wir herausfinden, wer es da auf uns abgesehen hatte.
Hawks Matrixkünste brachten recht bald eine Antwort, jemand hatte ein Kopfgeld auf mich ausgesetzt und anscheinend hatte ein Profi den Auftrag gesichert. Eigentlich eine ziemlich unerfreuliche Sache, aber zumindest die Höhe des Kopfgelds stimmte mich versöhnlich. 150.000 Nuyen!!!

Nun gut, ich konnte mir denken, wer da so viel Geld bezahlt hatte. Dieser Wurm Darokin gab sich wohl nicht damit zufrieden, dass Zagroschim tot war, jetzt sollte mein Tod endgültig werden.

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