Shadowrun 5 Seattle

Wo Albatrosse fliegen

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Nun hieß es wirklich sich ranhalten, nur drei Tage und kaum ein Anhaltspunkt. Kaum von dort weg, rief Jester bei Rose an und fragte, ob in den Daten die wir ihr vermacht hatten, etwas sei, was uns in Richtung Funkenalbatrosse weiterbringen könnte. Zwar arbeitete Rose zuverlässig und zügig wie immer, aber uns erschienen die Stunden trotzdem wie Ewigkeiten. Genug Zeit also, um uns einmal auf uns selbst zu besinnen, auf Möglichkeiten und Fertigkeiten und auf ein professionelles Zusammenspiel. Jester hatte Ideen noch und nöcher ausgegraben, die zwar misstrauisch, aber doch aufmerksam beäugt wurden. Es war, wie auch ich es schon erlebt hatte, ein zähes Ringen neue Ideen in alte Köpfe zu pflanzen aber zuletzt hatten wir ein paar gute Anfänge.

Ganz in seinem Element beherrschte Jester die Situation und ich war mehr als angetan davon, wie kompetent er unsere Fähigkeiten zu vereinen suchte und welch Möglichkeiten er ersonnen hatte, uns bei den Russen ein wenig in ein besseres Licht zu rücken, nachdem wir zuletzt doch ein wenig zu brav ihre Regeln akzeptiert hatten.
Ich trug mein übriges bei, zusätzliche Feuerkraft durch die ehemaligen Fremdenlegionäre. Vielleicht nicht umsonst, aber mit dem Trick sie nur hoch zu bezahlen, falls es wirklich zur Schießerei kam, müssten diese durchaus finanzierbar sein. Dazu eine Bombe, oder zwei, platziert an den richtigen Stellen, einfach um unseren Worten mehr Nachdruck zu verleihen. Dann könnte man erst Chaos Theory freikaufen und dann über die beiden letzten Funkenalbatrosse nachverhandeln. Immerhin gab es für uns ja auch eine gewisse Menge Aufwand und Risiken.

Bis Rose zurückrief blieb noch genug Zeit ein paar Geister zu binden und die Ausrüstung auf den neusten Stand zu bringen, Granaten, Toxine und bessere Panzerung vervollständigten unsere Ausrüstung.
Der Anruf war ermutigend, aber auch niederschmetternd. Vor 2,5 Monaten wollte der fette Mexikaner von einem zwielichtigen Critterhändler diese erwerben und wahrscheinlich an die Russen weiterverkaufen, nur dass wir ihn etwa zu diesem Zeitpunkt das Lebenslicht ausgeblasen hatten.
Die Vögel könnten also längst verkauft sei n, über die halbe Welt verteilt. Zudem kam, dass sie unter Naturschutz standen, sehr selten und überaus kostbar waren und zudem mit ihrer Feueraura auch noch in der Lage waren eine Menge Unheil anzurichten.
Es gab niemanden der so etwas besaß, bloß diesen Lacroix, der einen fürchterlichen Ruf hatte. Aufgestiegen mit dem BTL Handel, hielt er sich seine eigene Gemeinde voller BTL-Junkies, die die unteren Etagen seines Hochhauses in Glow City bevölkerten und ihm sowohl als Einnahmequelle, als auch als billiger menschlicher Abwehrschirm diente. Dazu hatte er Schläger und auch ein paar fähigere Gestalten, die ebenso wenig wie ihr Meister Wert auf menschliches Leben legten.
Außerdem besaß er eine öffentliche Zoohandlung, über die man Kontakt zu ihm herstellen konnte, was aber voraussetzte, dass man sich entweder, samt glaubwürdigem Empfehlungsschreiben, als potentieller gut betuchter Kunde oder aber als enthusiastischer Verkäufer darstellen konnte. Und selbst wenn man ihn traf, gab es keine Gewissheit, dass er die Albatrosse noch hatte und freiwillig würde er seine Kunden wohl kaum an uns verraten.

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Ablenkungen

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später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Erneut war es Jester der uns mit einer guten Idee weiterbrachte. Zwar war Hawk aufgetaucht und nun hatten wir wieder einen Decker der uns unterstützte, aber davon wussten die Russen ja nichts. Er wollte diese drängen Chaos Theory freizulassen, da wir sie benötigten, um bei dem Run die Funkenalbatrosse abgreifen zu können. Dann wäre die Kleine schon einmal frei und aus der Schusslinie und wir hätten eine Sorge weniger.
Unter dem Gemurmel der allgemeinen Zustimmung rief Jester bei den Russen an und erreichte nur die bandansage der geschlossenen Werkstatt. Ein Hohn, den wir zu umgehen suchten, indem wir bei den Russen vorbeifuhren. Keiner da, kein Geist, kein Rigger und auch sonst niemand, die Schreinerei lag vollkommen verlassen da. Eine Gelegenheit wie keine zweite, wir konnten dort einsteigen und alles präparieren, nur dass Hawk nicht von der Idee angetan war und wir so ein Problem mit den reichlich vorhandenen Kameras hatten.
Zum Glück gab es auch andere Wege, warum nicht einen Erdgeist unter das Haus schicken und dort Sprengstoff deponieren. Der Vorschlag wurde abgewogen und diskutiert, bis man sich endlich darauf einigte, dass Wheelz eine Drohne durch die Kanalisation fahren sollte um die Bombe, 10 kg C4 direkt unter der Werkstatt zu platzieren.

Kaum war das erledigt, gab es die nächste Ablenkung. Ein Anruf eines MR. Schmidt von irgendeiner obskuren Detektei, der unbedingt Jester und sein Team haben wollte. Großzügig sah ich über diese Beleidigung hinweg und riet auf das Treffen einzugehen, um mehr zu erfahren.
Jester und die hübsche Ms. Isabeaux fuhren hin und trafen dort Mr. Schmidt, den Oger von Mr. Cursed, der uns für 6 Wochen exklusiv mieten wollte, da in dieser Zeitspanne ein Run für Mr. Cursed anstehen würde und dieser unsere akkurate Arbeit schätzte. Nun gut, der Oger sprach von überbewertet, überbezahlt und nicht notwendig, aber anscheinend wusste Mr. Cursed uns zu schätzen.
Es gab eine herrlich geführte Debatte um Auslagen, Verdienstausfall und andere Probleme, wie der Tatsache, dass wir dann andere Runs ausschlagen mussten, aber zuletzt ernteten wir dann doch nur magere 15k pro Nase. Nicht schlecht für 6 Wochen Freizeit, aber weniger als wir sonst verdienten. Der Run sollte auf jeden Fall etwas einbringen und Mr. Cursed täte auch gut daran, nicht an die Sparsamkeit seines mürrischen Vermittlers anzuknüpfen.

Derweil hatte Hawk unseren Lacroix und sein Haus genauer unter die Lupe genommen und war zu dem Schluss gekommen, dass es sehr schwer werden würde, dort einzudringen und die gesuchten Informationen zu finden.
Er hielt es für weit besser, diesen draußen abzugreifen zu foltern zu befragen und dann zu geeken. Zu meiner Überraschung schwang ausgerechnet Jester schnell auf diese Linie ein, derweil sich mein Magen umdrehte. Gezielt Morden war nicht meins, nicht wenn es auch andere Auswege gab. Ja ich war in den Schatten, aber ich war verdammt nochmal kein Killer!
Es war Glück, dass Mr. Lacroix ohnehin nicht dazu neigte sein Domizil zu verlassen und wenn wir schon in den Bau des Löwen mussten, konnten wir dort auch Daten suchen, statt gleich zu schießen.

Mittlerweile war es Abend, uns lief die Zeit davon und für weitere Verzögerungen war keine Zeit. Reingehen mit einem ganzen Schwall Chipheads, Hawk an eine Konsole anschließen und dann klammheimlich wieder hinaus. Vielleicht nicht der umfassendste Plan, wir würden improvisieren müssen, aber es bedurfte auch nicht mehr als eine Stunde ungestörter inniger Computerzweisamkeit durch Hawk und eines schnellen Abgangs.

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Entflohene Vögel

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Langsam wurde es wirklich Zeit die Vögel zu finden, doch bevor wir noch recht loslegen konnten, erreichte uns die Nachricht, dass Hawk zu unserer und seiner Sicherheit abtauchen musste. Natürlich konnte man ihm dies nicht vorwerfen, aber der Moment hätte wirklich nicht unpassender sein können. Immerhin waren wir gerade dabei Daten zu klauen und saßen jetzt ohne Hacker da.
Schlimm genug, aber es kam noch bedeutend unangenehmer. Da Jester gerade an anderer Front agierte, blieb es an mir hängen Ice anzuheuern. Einen Decker, den uns Wheelz! empfohlen hatte. Bloß dass dieser nur in der Matrix zu finden war. Nun war es also an mir, an Zagroschim dem Wunderbaren, mich in die Abgründe der seelenlosen Computerwelt zu begeben, damit unsere Mission nicht scheiterte.
Mit ein bisschen Hilfe von Wheelz! gelang es mir auch den Matrixkram anzulegen und mich durch die Datenknoten bis zu Ice zu tasten. Der war zwar ganz umgänglich, aber vollkommen ungeeignet für den Job. Bloß das er der einzige war, den wir zur Verfügung hatten. Die Verhandlungen waren ebenso unerfreulich, eben weil er so ungeeignet war, immerhin verließ er die Matrix sonst so gut wie nie, wollte er einen horrenden Preis. Zum Glück fand sich eine recht interessante Lösung, er half uns du dafür würde ich ihm demnächst einmal unter die Arme greifen. Ich nicht Wir, wie wir ganz klar festlegten. Falls er Uns brauchte, würde er wohl zuzahlen müssen.

Auf Jacks Motorrad brausten wir zum Heim dieses widerlichen Lacroix und sammelten unterwegs schon einmal ein paar Informationen. Als astrale Projektion erkundete ich das Haus von oben nach unten und entdeckte dabei manch interessante Kleinigkeit die sich in meinem Kopf zu einem Plan verschmolzen.
Im Erdgeschoss liefen Chipheads ein und aus, zwar observiert von einem Geist und Sicherheitspersonal, aber so viele, dass es nicht allzu übersichtlich war. Wir konnten also mit einem Maskenzauber für Jester und ein paar Unsichtbarkeit für den Rest unauffällig hineinschlüpfen. Im Treppenhaus gab es so gut wie keine Sicherheit, vielleicht ab und an mal eine Kamera, um die sich Ice kümmerte und weiter oben dann ernsthaftere Sicherheitsmaßnahmen, zu denen ich leider nicht viel sagen konnte, da sie hinter einem Hüter verborgen lagen.
Zuvor jedoch mussten wir uns mit Ice Marotten auseinandersetzen, statt mit uns zu ziehen, versorgte er uns mit einem Relay und versteckte sich auf eigene Faust im Gebäude. Weit unpraktischer, als wenn er vor Ort wäre und dazu auch irgendwie ziemlich befremdlich. Seufzend fanden wir uns damit ab und starteten die Mission.
Das Erdgeschoss und den Wachgeist passierten wir trotz der Zauber problemfrei und auch das Treppenhaus mit den Kameras bereitete keine Probleme. Bis wir dann im zehnten Stock auf einen übelgelaunten Wachmann stießen, der Jester, noch immer als Chiphead verkleidet, mit einem deftigen Tritt die Treppe hinunter beförderte und auch nicht willens schien, sich mit anderem zu beschäftigen. Wir konnten natürlich warten, aber das barg seine eigenen Risiken, also beschlossen wir den Kerl zu tasern, ihn mit Alk zu überschütten und ihn liegenzulassen, derweil wir sein Aussehen nutzen, um mit Jester eine gute Kopie zu haben, die durch meine Magie noch überzeugender wurde.

Etage 14 passierten wir leise und unauffällig ohne den hiesigen Wachgeist oder die mundanen Wachen zu alarmieren, doch den Hüter zu passieren war ein anderes Problem. Ließ ich die Zauber fallen, konnten wir passieren und die Kamera erwischte uns, hielt ich sie, musste ich mich durchdrücken und mit solch astralen Spielereien hatte ich noch nie große Erfolge verzeichnet. So auch diesmal, ich drückte und wurde zurückgedrängt ich drückte wieder, erneut dasselbe Ergebnis. Frustriert gaben wir diesen Weg auf, Isabeaux, die sich längst durch die Barriere geschlängelt hatte, hielt für einen kurzen Augenblick etwas vor die Kamera, ich sprang ohne Zauber hindurch, drängt mich unter die Kamera und schon im nächsten Moment hatte meine Illusion die Situation vollkommen unter Kontrolle.
Soweit ja noch ganz gut, aber die dortige Sicherheitstür mit Zahlenschloss bereitete dann erneut Probleme und auch die Kamera dahinter, die wohl kaum verpassen würde, dass sich die Tür öffnete. Was für ein Glück für meine Gefährten, dass ich Zagroschim der Wunderbare bin. Nicht nur hatte ich astral den Raum hinter der Sicherheitstür untersucht und hunderte potentiell gefährliche Critter gefunden, sondern auch diese Kamera und weil ich eben der beste Illusionist der Welt bin, war es auch kein Problem eine Illusion des Raumes zu werfen, die die Kamera täuschte, obwohl mir nicht einmal die Zeit blieb, während die Tür sich aufschob, mehr als einen Blick in diesen zu werfen.
Na gut, man sollte das Fußvolk nicht vergessen, immerhin waren es Jack und Jester, die die Tür öffneten und Isabeaux, deren Tiergeist uns befähigte unliebsame Critter unter Kontrolle zu bekommen.
Da standen wir also, inmitten von Käfigen und hatten endlich die Möglichkeit Ice´s Relay anzubringen und mehr über dieses abgeschlossene Computersystem zu erfahren, welches die oberen vier Sicherheitsetagen einschlossen. Der Erfolg war mehr als lausig. Wir fanden den Eintrag, dass die Funkenalbatrosse vor 6 Wochen verkauft worden waren und eine Aufnahme, die den Wagen zeigte, welcher mit den Crittern wegfuhr, aber mehr auch nicht. Dazu kam, dass uns langsam die Zeit weglief, der betäubte Wachmann war gefunden worden und wenn wir noch weitere drei Etagen durch Kameras und anderen Sicherheitskram hinauf mussten, danach noch in Lacroix´s Rechner mussten und dann mit heiler Haut hier heraus wollten, würden wir wohl einiges an Glück und meine überragenden Fähigkeiten brauchen.
Zum Glück waren meine Kameraden einsichtig, wir nahmen den Spatz in der Hand und machten uns auf den Rückweg. Es war anders gelaufen als erhofft, aber es gab eben auch Tage, an denen nicht einem die wunderbarsten Gaben den vollen Erfolg sichern konnten.

Aber noch hielt der Tag weitere unliebsame Überraschungen für uns bereit. Als wir zurückkamen mussten wir feststellen, dass die Motorräder von Jester und Jack gestohlen worden waren. Recht offenkundig von der hier ansässigen Gogang.
Hätten wir Zeit, hätte Jester sicherlich einen kleinen privaten Feldzug angezettelt, vor allen Dingen um Standpunkte klar zu machen, aber so waren wir leider gezwungen uns weit kooperativer zu geben, als wir es uns gewünscht hätten. Ich entsandte einige freundliche Geisterdamen, um die Vorverhandlungen zu führen und schließlich marschierten Jack und Jester, der eine bewaffnet mit schweren Waffen der andere bewaffnet mit seinem scharfen Verhandlungsgeschick auf den Schrottplatz der Gang, wo sie recht misstrauisch beäugt, aber vordergründig freundlich empfangen wurden.
Die Ganger verlangten 4K je Maschine und Jester schluckte ärgerlich, ließ sich aber nichts anmerken und verhandelte gelassen weiter. Derweil durchkämmte ich den Schrottplatz und fand, recht offenkundig verborgen, den hiesigen Magier mit seinen zwei Geistern. Es war mir egal, ob er was taugte oder nicht, darauf kam es nicht an, sondern ich gesellte mich astral neben Jester und berichtete von zwei läppischen Geistern und einem mittelmäßigen Magier, der uns beobachtete.
Das kippte die Waagschale allerdings nur wenig, denn der Ganger fühlte sich sicher genug auch drei professionelle Runner hier auf seinem Turf abzufertigen und letztendlich blieb uns nichts, als das Geld zu bezahlen, wenn wir nicht das Risiko eines ernsthaften Scharmützels eingehen wollten.
Mit zusammengebissenen Zähnen zahlten die beiden. Nur Jack konnte dieser Farce etwas Positives abgewinnen, er bot als kleine Dreingabe der Gang seine Gitarrenkünste für die nächste Feier an und schaffte es so, wenn schon nicht einen Preisnachlass, zumindest so etwas wie einen Fuß in die Tür zu bekommen. Vielleicht konnte man sich die gesellen ja warmhalten, wenn man einmal mehr Muskeln als Hirn brauchte.

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Sir Abgedreht und sein Critterschloss

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Wir hatten was wir wollten, oder zumindest so viel wie wir bekommen konnten und nun galt es den Maß unseres Erfolges auszutesten. Ice war schnell und effektiv und bald schon wussten wir, dass die Vögel bei einem ultrareichen Crittersammler in Snowhomish gelandet waren. Sein Anwesen lag neben anderen Villen in einer guten Gegend und war, selbst nach meinen Ansprüchen beeindruckend. Ein riesiges Wohngebäude, mit mehreren Türmen und diversen Etagen und dazu ein Grundstück, welches keine Wünsche offen ließ. Critter bevölkerten den Garten zu hunderten, manche im Badesee, andere flogen frei herum, wieder andere liefen über das Grundstück und einige waren in dezenten Käfigen Zuhause.
Während ich die Gegend in astraler Gestalt erkundete, beobachte Wheelz! Stealhtdrone das Geschehen aus großer Höhe. Gemeinsam schufen wir eine gute Basis für weiteres Vorgehen. Wheelz! fand die Tiefgarage für Autos und lieferte genaue Bilder des Gebäudes, derweil ich die oberen Etagen durchschwirrte, mich von Geistern fernhielt und herausfand, dass der Keller und das Erdgeschoss des Gebäudes durch einen Hüter gesichert waren.
Eine Anfrage von der hübschen Miss Isabeaux an ihren lärmenden Krawallspiele liebenden Freund aus der Matrix brachte weitere Details. Wir erfuhren, dass im Kongo große Mengen Fisch verschlungen wurden. So viel wie nirgends anders. Etwas das auf den Bedarf unserer Funkenalbatrosse hindeuten konnte, aber nicht zwingend musste.
Leider erfuhren wir nichts über die Angestellten des Hauses, wo wir doch den Plan gefasst hatten, einen von ihnen abzufangen und zu befragen, um uns ein genaueres Bild vor Ort machen zu können. So jedoch müssten wir, sollten wir uns dazu entschließen, einen der Angestellten auf gut Glück kidnappen, ohne zu wissen, welche Wichtigkeit er hatte, wie sein Dienstplan aussah, ob er daheim Familie hatte und noch hundert weitere Kleinigkeiten.

Derweil uns Jester mit technischen Spielereien von Rose versorgte, die uns unser Eindringen erleichtern sollten, drehten sich unser Diskussionen eifrig im Kreis. Wir wussten einfach zu wenig um eine sinnvolle Entscheidung treffen zu können und uns lief die Zeit davon.

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Im finsteren Schloss

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Es war wie so oft, wenn es darum ging ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern, ohne zuvor eines hineingesteckt zu haben. Man benötigte mehr Rauch, mehr Tamtam und mehr Geschick und selbst dann fühlte es sich zumeist ein wenig unspektakulärer an.

Die Unsicherheit ließ meine Kameraden sich wütend anfauchen, doch davon ließ ich mich nicht beeindrucken. Wo es keinen Weg gab, gab es noch immer Blendwerk und wo dieses versagte, begann die wunderbare Welt der Tricks und Täuschungen, deren Gebieter niemand anders war als Zagroschim der Wunderbare.

Noch während zu viele Fragen meine Gefährten blendeten durchschossen ungezählte Möglichkeiten meinen Kopf. Den Zaun kurzschließen und hinter einer Hecke hineinschleichen, um ein oder zwei der elektrischen Systeme zu umgehen. Ein Auto stehlen, um darin sicher vor den Blicken des Wachgeistes zu sein, oder auch einfach aufs Gelände marschieren und sich auf das gute alte Quäntchen Glück verlassen.

Zuletzt entschied ich mich für den Lieferwagen, freundlich gesponsert durch den tatkräftigen Wheelzs! Und einen unbekannten Spender, der sicherlich später sein Auto irgendwo anders wiederfinden würde.
Dies in die Tiefgarage zu bekommen erledigte Cpt. Schlabberhose, zu dem ich an dieser Stelle wohl ein paar Worte verlieren sollte.
Grey Leet war einer von Miss Isabeaux alten Freunden aus ihrer Zeit als sie noch nicht dem Weg des Voodoo folgte. Er war jung, sehr jung und er verbrachte sein ganzes Leben im tristen Alltag hirnzerfressender Matrixspiele und ab und an damit, uns ein wenig Wissen zu verschaffen. Nachdem wir also beim letzten Run so erfolgreich auf Ice und seinen kleinen Kasten aufgepasst hatten, würden wir auch diesmal einen nicht ganz geeigneten Kandidaten mitschleppen.
Vor meinem geistigen Auge erschien schon ein fetter verpickelter 17 jährigen mit grauer Trainingshose und gläsernem Blick. Dem ich, schneller als ich atmen konnte, den Spitznamen Cpt. Schlabberhose anhängte.
Zum Glück kam es anders. Grey Leet war zwar ängstlich und vielleicht auch nicht besonders geeignet, aber immerhin war er ein Profi, gehüllt in einen neuen Kampfpanzer, samt Komplettversiegelung und diversen Extras. Auch die elektronische Kriegsführung schien ihn nicht zu sehr zu überfordern, immerhin gelangten wir, samt unserem von Wheelz! gefahrenen Transporter, problemfrei in die Tiefgarage, von wo es kein Problem darstellte, durch die Verbindungstür das Anwesen zu betreten.

Außer Sicht von Kameras und Wachen konnten wir einfach so durch den Hüter spazieren ohne uns darüber Gedanken machen zu müssen uns durch selbigen zu drücken und so Alarm auszulösen. Einmal drin standen wir vor dem nächsten Problem. Das Sicherheitssystem des Hauses war zwar aktiv und bescherte uns eine gute Sicht auf ungezählte Sicherungssysteme, aber nicht auf verwertbare Daten. Nirgends war vermerkt, wo sich die Albatrosse befanden, noch gab es Daten über Personen, die uns weiterhelfen konnten.
Gerade wollte ich in astraler Gestalt loshuschen um zu suchen, als uns Stimmen aufschreckten. Sofort verbarg ich uns hinter einer Illusion des leeren Ganges. Vielleicht konnten wir den beiden folgen, oder zumindest die Gelegenheit nutzen, sie auszuschalten und zu befragen.
Diesmal ließen uns die Götter des Glücks im Stich. Der Wachmann und der Tierpfleger schoben einen großen elektrischen Wagen und als dieser in der Illusion verschwand, schraken sie auf und waren innerhalb eines halben Herzschlags kampfbereit. Wir hatten keine Wahl als sie auszuschalten. Jester zückte seinen Taser, Miss Isabeaux rief nach einem ihrer Geister und ich warf eine Chaotische Welt um deren Aktionen ein wenig durcheinander zu wirbeln. Mehr oder weniger ging unser Plan auf, der Wachork war fähiger als erwartet und auch der Tierpfleger reagierte nicht wie ein geschockter Hausangestellter sondern wie ein Kriegsveteran. Der Tierpfleger rannte was das Zeug hält, damit beschäftigt zugleich über Funk Alarm zu geben, der Ork lieferte sich, derweil er Alarm funkte ein Gefecht und als er drohte zu verlieren, schnappte er sich gar eine Schockgranate und zündete diese mitten in seiner Hand um uns, als letzte Aktion, mit ins Verderben zu reißen.
Ein wenig angeschlagen und mächtig beeindruckt blickten wir auf die beiden Ohnmächtigen. Vielleicht waren die beiden nicht stahlummantelt und mit schwerem Gerät bewaffnet, aber es waren Veteranen, zu gnadenloser Effizienz bereit.
Ein wenig graute mir bei dem Gedanken, auf zwei solcher Wachen zu treffen, ausgestattet mit Maschinenpistolen und geschützt durch schwere Panzerung. Natürlich ließ ich mir nichts anmerken, sondern ließ meinen Blick auf Grey Leet schweifen, immerhin war er es, der uns Antwort auf die dringlichsten Fragen geben konnte.
Waren wir aufgeflogen? Trugen die beiden Markierungschips die es ihnen erlaubten sich in dem Gewirr aus Sicherheitsanlagen frei zu bewegen und konnten wir ihnen diese abnehmen.

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