Zagroschim der Wunderbare

Illusionst Casanova

Description:

Zagroschim, noch vor ein paar Wochen

Zagroschim der Wunderbare war vor seinen Exzessen, ein überaus stattlicher Gnom. Zwar war er nie besonders kräftig oder durchtrainiert, aber seine Aura verschmitzten Charmes und seine herausragenden Umgangsformen halfen ihm, bei mehr als einer Rose zu punkten. Stets herausgeputzt und mit hübschen Accessoires versehen, mal Illusionen, mal teuerste Kreationen, fiel er auf wie ein Pfau in einer Schar Gänse.

Von all dem ist wenig übrig. Der einst teure Anzug ist fleckig, zerschlissen und an mehr als einer Stelle haben bereits die Motten genagt. Seine einst funkelnden Augen sind trübe und sein reger Geist dämmert in einem Meer von Alkohol dahin. Von seinen Umgangsformen ist wenig geblieben und auch von seinem Charme, mit dem er noch vor ein paar Jahren Tausende bezauberte, ist nur noch ein Schemen übrig, tief vergraben hinter der Trauer um seine Liebe.
Nur noch selten lacht der früher fröhliche Zagroschim und meist gelingt es ihm kaum, die einfachsten Illusionen zu formen. Nicht weil er es verlernt hätte, sondern bloß, weil sie ihm nichts mehr bedeuten.

Seine trüben grauen Augen schauen unter fettigen, viel zu ungepflegte Haaren hervor, sein Körper stinkt nach altem Schweiß und dem Unrat, in dem er die letzte Nacht verbracht hat und seine Nase zeigt die verräterische Röte eines notorischen Säufers.
Er könnte einer unter tausend gesichtslosen Gescheiterten sein und doch sieht man in ihm, wenn auch beinahe erloschen, den Glanz früherer Tage und die Möglichkeiten, die diesem hochbegabten jungen Zauberer offen stehen würden, wenn es ihm gelänge den Sumpf seiner derzeitigen Existenz hinter sich zu lassen.

Zagroschim, heute

Wird demnächst vorgestellt

Bio:

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Es war eine merkwürdige Zeit, die Tage waren düster, erfüllt von Trostlosigkeit, schalem Bier und anderem Fusel. Nichts schien mehr wichtig, nicht einmal der Gedanke an Miss Helena konnte mich antreiben, mich aus dem Elend, in das mich dieser Mistkerl Darokin gestoßen hatte, zu erheben. Wozu auch, ich war nicht länger Zagroschim der Wunderbare, sondern nur noch ein Illusionist, der einmal bessere Zeiten gekannt hatte.
Tage verflossen zu Monaten, vielleicht gar zu Jahren, ich wusste es nicht mehr, mehr noch, es scherrte mich nicht. Solange mein Geld reichte, um meinen Kummer in Bier und Whiskey zu ertränken, nahm ich hin was kam. Bald schon war das Geld verbraucht und ich begann zu verkaufen, was von meinem Leben noch übrig war, einzig von meinen Bühnenumhängen konnte und wollte ich mich nicht trennen, es tat weh sie zu betrachten und doch waren sie es gewesen, die meine Auftritte unverwechselbar gemacht hatten. Nie trug ich denselben zweimal, keine einzige Show erstrahlte, da nicht eine andere Illusion den Umhang abrundete. Damals hätten die Fans 100.000 Nuyen gegeben für einen dieser Umhänge und doch habe ich nie einen verkauft, nur meinen aller treusten Fans schenkte ich ab und an eines dieser Kunstwerke, mit einer Widmung von Zagroschim dem Wunderbaren, dem größten Illusionisten der Welt.

Ruhm zerplatzt, Geld zerrinnt und selbst Erinnerungen verblassen, bis von einem Kleben an der Spitze der Gesellschaft, nichts bleibt, als ein schales Bier in der Gosse. Viel ist mir nicht geblieben, meine Liebe und Hingabe für Miss Helena, Fedge, mein Wirt, der mich aufnahm und dafür sorgte, dass ich nicht unter die Räder kam und ein letzter Credstick mit ein bisschen Kleingeld. Ich war am Ende und wenn ich ehrlich bin, ich genoss es mich in meinem Leid zu suhlen …

Dann kamen die anderen. Runner wie sie sich selbst nennen würden. Hier ein billiger Auftrag, dort ein verzweifeltes Haschen nach ein paar Creds, die ich früher an einem einzigen Abend für Schuhe ausgegeben hätte. Ich verkaufte mich um zu Überleben, aber nicht um weiterzuleben. Bis zu jenem schicksalhaften Tag, da aus der gesichtslosen Masse der Runner Gestalten hervortraten. Mir ist bis heute nicht klar, warum sie anders waren, aber sie waren es.

Allen voran die hübsche Isabou, die sich den dämlichen Straßennamen Zauberfee zugelegt hatte. Sie war eine leidlich begabte Magieradeptin, aber das Feuer, welches in ihr brannte, machte sie zu einer Waffe, die manch Feind den Kopf kostete.
Welch Verschwendung von Schönheit und Weiblichkeit, dieses Feuer könnte einen Mann verzaubern, ihn zu immer größeren Taten inspirieren. Diese Dame könnte im Rampenlicht stehen und alle Welt würde sich vor ihrer flammenden Leidenschaft inspirieren lassen.
So sehr sie vorgibt, stark und gemein zu sein, ist sie doch eine zarte Seele, die es zu behüten gibt, damit sie im Dunkeln nicht verdorrt.

Jester, ein Mann, mir selbst nicht unähnlich. Einst Konzerner, mit tadellosen Manieren und einem Verhandlungsgeschick, dass jedem Manager gut zu Gesicht gestanden hätte, nun ein Geist, der die Tristes der Schatten durchstreift, mühsam bedacht, zurückzugewinnen, was das Leben ihm nahm. Ihm kann ich trauen, denn er weiß um die Tragödien die das Leben schreibt.

Dazu Hawk, jener seltsame Kauz ohne die geringsten Manieren. Schmuddelig und irgendwie schäbig, der in seiner eigenen Welt von Icons und AR lebt. Noch kenne ich ihn nicht lang genug und er ist zu schweigsam um viel preiszugeben, aber ich weiß schon jetzt, dass er treu ist, denn obwohl die Schatten an ihm reißen, hält er am Leben und an der Liebe fest.

Zuletzt Wheelz, ein schlichter und doch liebenswerter Typ. Chauffeur hätte er werden sollen, hätte er nicht in den Schatten gelebt. Absolut loyal zu seinen Freunden, zuverlässig und lebenslustig. Obwohl er weder gebildet ist, noch besonders hell, mag ich ihn gern. Er ist wie seine Autos, ein gemütlicher Platz um sich zurückzulehnen und zu entspannen, zugleich jedoch kräftig genug jedem auf die Nase zu geben, der sich mit ihm anlegt.

Nun bin ich hier. Zagroschim der Wunderbare, nicht länger der größte Illusionist der Welt, sondern ein Schatten der die Nacht durchstreift …


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Zagroschim der Wunderbare

Shadowrun 5 Seattle Zagroschim