Shadowrun 5 Seattle

Weihnachtsstimmung

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Ruhige Wochen waren ins Land gezogen. Rose hatte aus den Daten des Mexikaners einiges an Profit ziehen können und hatte uns mehr als großzügig dafür entlohnt. Zwei Monate der Ruhe und der Erholung hatten meinen Nerven gut getan und nun fieberte ich dem Tag entgegen, an dem ich mich endlich gefahrlos bei Miss Helena melden konnte. Ich hatte mich für den Weihnachtsabend entschieden und wenn es nach mir ging, konnte es bis dahin auch ruhig undbesinnlich bleiben.

Nun gut, ganz so ruhig blieb es dann doch nicht, aber die Erinnerung daran, dass es nicht allen so gut ging wie mir und dass andere den Weg aus der Gosse nicht so einfach finden konnten, wie Zagroschim der Wunderbare, oder eben Zigzag, wie die anderen nicht müde wurden zu betonen.
Alles begann mit einem Anruf durch Rose, die uns bat, ob wir nicht einmal bei einem J vorbeischauen würden, der nur leider nichts hatte, womit er uns bezahlen könnte.
Sogleich war unser Interesse geweckt und wir zogen los, uns die Armenküche anzuschauen, in der unser J zu finden war.
Vor der Küche stand eine Schlange von gut 500 Leuten, die hungrig auf Einlass warteten. Urplötzlich stieß mich Miss Isabeaux an und ihr Telepathiezauber flammte in meinem Kopf auf. Dort hinten, die zwei, habe ich damals bei unserem Run bei den Laesern gesehen. Sie sind Magier, zwei von mindestens vieren, die dort unten scheinbar harmlos um eine brennende Mülltonne standen und sich wärmten.
Was die so weit weg von ihren Barrons hier trieben, war schon einen genaueren Blick wert. Ich machte mich unsichtbar und versuchte die Auren zu diesen Gesichtern zu finden, indem ich mich neben dem Eingang postierte. Leider ohne Erfolg.
Derweil Miss Isabeaux und Hawk sich mit dem Leiter dieser Armenküche, der ganz offenkundig unser J war trafen, behielt Jack den Hinterausgang im Auge und ich observierte den Haupteingang. Es dauerte gart nicht lange, da erreichte mich seine Stimme. Hier ist einer der beiden, er verlässt das Gebäude und geht die Straße hinunter.
Sofort sprintete ich los und erreichte die Gasse genau so, dass ich dem Kerl auf ein paar Meter Distanz folgen konnte. Ein gründlicher Blick und seine Aura war mir präsent genug, sie wiederzuerkennen. Mein Instinkt riet mir, mich zuerst umzusehen, ehe ich mich daran machte, auch die Foki und Zauber zu durchschauen, die auf ihm lagen. Eine gute Entscheidung, denn hinter mir lief der zweite jener Gesellen, die Isabeaux damals gesehen hatte. Ganz offensichtlich waren die beiden gut eingespielt und nicht so harmlos, wie sie aussahen. Dazu passte es auch, dass der zweite sich magisch durchaus mit mir messen konnte, auch wenn ihm sicherlich die künstlerische Raffinesse eines Zagroschim fehlte.
Ich bog bei nächster Gelegenheit ab und überließ die beiden sich selbst. Ganz sicher wollte ich keinen Zwischenfall provozieren, nicht jetzt, wo wir die beiden jederzeit wiederfinden konnten. Die beiden sahen es wohl ähnlich, denn ich war mir sicher, dass der zweite sich meine Aura gründlich eingeprägt hatte.

Unterdessen hatten Miss Isabeaux und Hawk alles Wissenswerte erfahren. Wenig genug. Die Wohlfahrtsorganisation stellte jedes Jahr an der Grenze zu den Barrons einen Weihnachtsmarkt, mit Essen decken und anderem Kram. Nur dieses Jahr nicht, denn eine andere Organisation hatte, obwohl weniger bemüht den Menschen zu helfen, kurzfristig den Zuschlag durch die Stadtverwaltung erhalten. Merkwürdig genug, denn mit einem Weihnachtsmarkt in den Barrons ließ sich wenig gewinnen. Miss Isabeauxs Ohren klingelten sogleich, als sie im nächsten Satz erfuhr, dass dort viele Kinder krank wurden. Vielleicht chemische oder Pharmazeutische Feldversuche, genau dort, wo es niemanden störte; schließlich waren es ja SIN-lose.

Wie widerlich, schoss es mir durch den Kopf. Solche Machenschaften gehörten verboten. Wir fuhren also die paar Blocks weiter, um uns den Markt einmal anzuschauen. Sechs Stände auf Rädern montiert, die sich leicht auf und abbauen ließen, reichlich Bedürftige und recht freundliche Mitarbeiter. Soweit so gut. Ich machte also, ein wenig verkleidet dank meiner Magie, eine Runde und sammelte Suppe, Tee, Decken und auch all den anderen Kram ein, den es hier zu ergattern kam. Genug um Jack eine reichliche Auswahl zu verpassen, denn er hatte, zu unserer aller Freude eine Möglichkeit gefunden, all dies analysieren zu lassen. Er selbst besorgte, ohne großen Aufwand und ziemlich unauffällig eine kleine Blutprobe eines erkrankten Jungen und schon hatten wir alles beisammen.

Einfach um unser Möglichkeiten zu erweitern verfolgte ich den Truck, der Abends die Sicherheitsleute brachte und die Arbeiter samt leerer Suppenkübel mitnahm. Alles verlief ziemlich ereignislos. Die Angestellten wurden zu Hause abgesetzt und der Truck fuhr in eine große Halle, vor der einige weitere Lieferwagen standen und über der ein recht wachsamer Geist schwebte.
Selbstredend hätte ich hinein gekonnt, aber warum ein Risiko eingehen. Uns blieb schließlich genug Zeit und mit Hilfe meiner Gefährten ließ sich die Halle sicherlich leichter erkunden.

Am nächsten Morgen lieferten wir alle Proben im Lazarus ab. Jenem Hotel in dem Jack wohnte und das anscheinend doch ein wenig mehr war. Zumindest haben die meisten Hotels dieser Klasse kein eigenes Labor im Keller.

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Zagroschim

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