Shadowrun 5 Seattle

Weihnachten

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Weihnachten flog uns entgegen und es wurde Zeit eine Entscheidung zu fällen. An Bezirksbürgermeister Hess wollten wir uns nicht wenden, es schien zu viele Unwägbarkeiten zu geben und ein noch engeres Einbinden der Chemie AG schien zumindest allen außer Jester fragwürdig. Warum den einen Konzern sabotieren, wenn man dafür den nächsten in dieselbe Position hievte.
Dann gab es ja noch die Lagerhalle mit allen dunklen Problemen. Wer vermochte schon etwas über die entsprechende Sicherheit zu sagen? Die Lagerhalle war von geringer Bedeutung, andererseits war es ein A Konzern, ein richtig dicker Fisch.

Zuletzt entschieden wir uns, wie es für uns typisch war, für die ungewöhnlichste Lösung. Wir verlegten den Weihnachtsmarkt unseres Mr. Johnsons direkt in die Barrons, hinein in eine Z Gegend, wo Polizei und Politik niemals hinschauten.
Einfach so, als wäre es einer meiner Zaubertricks. Wir trafen den Chef der Crows, jener Gang die das Gebiet um Fedges Kneipe kontrolliert und heuerten diese kurzerhand zum Babysitten an. Die Wohltäter wurden mit einem eilig organisierten Bus durch die Redmond Barons dorthin eskortiert und vor Ort sorgten Crow und seine Jungs, für ein kleines Entgelt, für Sicherheit und Ordnung.
Nun gut, es bedurfte an allen Ecken und Kanten ein paar guter Worte und ein paar Nuyen, aber alles in allem lief es glatt. Selbst der kurze Schockmoment, als unser Mr. J. mit einer dicken Nobelkarre vorfuhr blieb nichts als ein Sturm im Wasserglas. Oh ja, er war ein ExEc eines großes Konzerns und sicher stinkreich, aber es wurde sehr sehr deutlich, dass er all sein Geld in soziale Projekte steckte und uns nichts zahlte, weil alles an Bedürftige ging und nicht weil er uns linken wollte.

Damit gruben wir der Good People Care Organisation ziemlich das Wasser ab, boten aber zugleich kaum ein Ziel, gegen das es sich zurückschlagen lohnte. Die Squatter strömten herbei, unser Johnson konnte sein gutes Werk vollbringen und wir konnten, mit weihnachtlicher Wärme im Herzen auf die Früchte unserer Arbeit blicken.
Zudem gelang es uns, für einen tiefen Griff in unsere eigenen Taschen ein paar Docs aufzutreiben, auf dem Weihnachtsmarkt eine Hütte aufschlugen und die Squatter betreuten. Natürlich waren keine großen Sprünge möglich, doch das eine Präparat hier und die andere Spritze dort, linderten Probleme, die sonst weit fatalere Auswirkungen haben könnten.
Wir konnten die Welt nicht ändern, aber hier und jetzt bewegten wir etwas.

Der Weihnachtsmarkt gedieh und am Heiligen Abend gab es, ein großes gemeinsames Fest. Wir hatten Essen besorgt, richtiges Essen und alle, die Crows, unser Mr. J und seine Wohltäter, die Squatter, die Docs und wir, als gefallene Engel, feierten gemeinsam in tiefer Harmonie.

Ganz sicher war dies nicht unser lukrativster Run, aber ganz sicher einer, der mir in dunklen Stunden in denen Blut spritzt und Leben genommen werden, einen Funken Hoffnung im Herzen erhält.

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Zagroschim

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