Shadowrun 5 Seattle

Unvorhersehbare Probleme

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Es wurde, auch mit der Auflage, sich zumindest ein wenig mit der Sicherheit der Ausstellung zu befassen, ein wundervoller Tag. Die Gesellschaft, die Konversationen, die Kunst …
Die Gelegenheit endlich mal wieder mit einer Dame, abgesehn von Miss Isabeaux, deren Manieren selbstverständlich nahezu untadelig sind, zu kokettieren und mit ein paar Herren zu reden, deren Sprache nicht bloß grobschlächtiges Werkzeug ist, sondern ein Mittel der Welt Farbe zu verleihen. Auch hier muss ich meinen Gefährten Jester ausnehmen, dessen Ausdruck und Wissen um die wichtigen Dinge im Leben dem meinen kaum nachsteht und der mich, allein durch seine strahlende Anwesenheit das Dunkel der Schatten ein wenig leichter ertragen lässt.
Doch ich schweife ab. Die Ausstellung war, wie ich sogleich bemerkte, durch einen Hüter gesichert. Das Wachpersonal, acht rotierende Sicherheitsmänner, war strategisch recht gut verteilt, hielt aber sein Augenmerk, selbstverständlich eher auf den wichtigen Stücken als auf jenem Collier, dessen Wert im Vergleich zu Faberge-Eiern nichtig war. Um die Exponate gab es Trittschallsensoren und jedes einzelne davon befand sich hinter bruchsicherem Glas. Wie Hawk, der, endlich einmal stilvoll gekleidet, nicht weiter auffiel, bemerkte, gab es einige Sicherheitskameras, die den Raum abdeckten, ohne sogleich die Öffentlichkeit zu bedrängen. Für uns am Entscheidendsten war die Tatsache, dass die Exponate auf versenkbaren Sockeln standen, bei Alarm also einfach eingefahren wurden und somit im Sicherheitsbereich gut verborgen gegen unser Vorhaben gesichert waren.

Wosznik, der Mäzen der Ausstellung und seine junge und überaus attraktive Frau, schienen uns nicht die rechten Personen, um unseren Run voran zu treiben und so machten iwr uns,ausgestattet mit einigen Gebäudeplänen und noch weit mehr Gedanken auf den Rückweg, schon halb bereit den Coup durchzuziehen.

Kaum zu hause erhielt ich eine Nachricht von Miss Helena, jener schönsten aller Rosen, die mein Herz besitzt und deren Liebe ich voller Hingabe erwidere. Empört war sie, aber auch ein wenig neugierig, immerhin sprach die Presse von der Rückkehr Zagroschim des wunderbaren. Für Miss Helena aber mindestens ebenso wichtig, war die Tatsache, dass sich Miss Isabeaux, als wir das Hotel erkundeten, als meine zukünftige Gemahlin ausgegeben hatte und mit Freude im Herzen, aber auch ein wenig schlechtem Gewissen, nahm ich die Eifersucht der einzig wahren Dame meines Herzens zur Kenntnis. Natürlich sandte ich ihr tausend liebende Worte und ein paar Krumen als Erklärung, nicht mehr als nötig, denn ich wollte sie nicht gefährden.

Als ich meinen Gefährten überaus stolz die Bilder aus der Matrix zeigte, die Zagroschims Rückkehr belegten und auch sie, am Glanz meines Ruhms teilhaben ließen, waren diese zu meinem Entsetzen nicht bloß nicht erfreut, sondern zornig und aufgebracht. Als hätte es nicht ihr klägliches Kleben im Schatten aufgewertet, einmal zumindest ein wenig im Licht der Öffentlichkeit zu stehen.
Nachher versuchten sie es mir zu erklären und mir alle Schuld an einem nicht vorhandenen Vergehen in die Schuhe zu schieben. War es meine Schuld, dass Miss Isabeaux und Jester von Konzernen verfolgt wurden, war es meine Schuld, dass ihre illegalen Sins, die ohnehin bei jeder Straßenkontrolle auffielen, nun im Licht der Öffentlichkeit, nicht länger taugten?
Erbost fuhren sie mich an, sprachen davon, ich sollte ihnen alle Kosten für die Entfernung ihrer Bilder aus der Matrix und all den Ärger ersetzen.
Ärger! Bloß weil sie das Glück hatten an Zagroschims Ruhm teilzuhaben.
Nun ja, ein wenig konnte ich sie ja verstehen, aber statt sich zu grämen, hätten sie besser um meinen Rat gebeten, dann wären wir ganz sicherlich schneller zu einer Lösung gekommen. Zumal ja offenkundig war, dass mein Ruhm ihnen die Türen der Ausstellung öffnen würde und zudem einige wohlplatzierte Interviews unsere leeren Kassen reichlich füllen würden.
Einzig Wheelz verstand mich und so feierten wir ausgelassen Zagroschims Rückkehr, auch wenn ich schon an diesem Abend befürchtete, dass es vielleicht eines der kürzesten Comebacks der Geschichte werden würde.

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Zagroschim

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