Shadowrun 5 Seattle

Entflohene Vögel

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Langsam wurde es wirklich Zeit die Vögel zu finden, doch bevor wir noch recht loslegen konnten, erreichte uns die Nachricht, dass Hawk zu unserer und seiner Sicherheit abtauchen musste. Natürlich konnte man ihm dies nicht vorwerfen, aber der Moment hätte wirklich nicht unpassender sein können. Immerhin waren wir gerade dabei Daten zu klauen und saßen jetzt ohne Hacker da.
Schlimm genug, aber es kam noch bedeutend unangenehmer. Da Jester gerade an anderer Front agierte, blieb es an mir hängen Ice anzuheuern. Einen Decker, den uns Wheelz! empfohlen hatte. Bloß dass dieser nur in der Matrix zu finden war. Nun war es also an mir, an Zagroschim dem Wunderbaren, mich in die Abgründe der seelenlosen Computerwelt zu begeben, damit unsere Mission nicht scheiterte.
Mit ein bisschen Hilfe von Wheelz! gelang es mir auch den Matrixkram anzulegen und mich durch die Datenknoten bis zu Ice zu tasten. Der war zwar ganz umgänglich, aber vollkommen ungeeignet für den Job. Bloß das er der einzige war, den wir zur Verfügung hatten. Die Verhandlungen waren ebenso unerfreulich, eben weil er so ungeeignet war, immerhin verließ er die Matrix sonst so gut wie nie, wollte er einen horrenden Preis. Zum Glück fand sich eine recht interessante Lösung, er half uns du dafür würde ich ihm demnächst einmal unter die Arme greifen. Ich nicht Wir, wie wir ganz klar festlegten. Falls er Uns brauchte, würde er wohl zuzahlen müssen.

Auf Jacks Motorrad brausten wir zum Heim dieses widerlichen Lacroix und sammelten unterwegs schon einmal ein paar Informationen. Als astrale Projektion erkundete ich das Haus von oben nach unten und entdeckte dabei manch interessante Kleinigkeit die sich in meinem Kopf zu einem Plan verschmolzen.
Im Erdgeschoss liefen Chipheads ein und aus, zwar observiert von einem Geist und Sicherheitspersonal, aber so viele, dass es nicht allzu übersichtlich war. Wir konnten also mit einem Maskenzauber für Jester und ein paar Unsichtbarkeit für den Rest unauffällig hineinschlüpfen. Im Treppenhaus gab es so gut wie keine Sicherheit, vielleicht ab und an mal eine Kamera, um die sich Ice kümmerte und weiter oben dann ernsthaftere Sicherheitsmaßnahmen, zu denen ich leider nicht viel sagen konnte, da sie hinter einem Hüter verborgen lagen.
Zuvor jedoch mussten wir uns mit Ice Marotten auseinandersetzen, statt mit uns zu ziehen, versorgte er uns mit einem Relay und versteckte sich auf eigene Faust im Gebäude. Weit unpraktischer, als wenn er vor Ort wäre und dazu auch irgendwie ziemlich befremdlich. Seufzend fanden wir uns damit ab und starteten die Mission.
Das Erdgeschoss und den Wachgeist passierten wir trotz der Zauber problemfrei und auch das Treppenhaus mit den Kameras bereitete keine Probleme. Bis wir dann im zehnten Stock auf einen übelgelaunten Wachmann stießen, der Jester, noch immer als Chiphead verkleidet, mit einem deftigen Tritt die Treppe hinunter beförderte und auch nicht willens schien, sich mit anderem zu beschäftigen. Wir konnten natürlich warten, aber das barg seine eigenen Risiken, also beschlossen wir den Kerl zu tasern, ihn mit Alk zu überschütten und ihn liegenzulassen, derweil wir sein Aussehen nutzen, um mit Jester eine gute Kopie zu haben, die durch meine Magie noch überzeugender wurde.

Etage 14 passierten wir leise und unauffällig ohne den hiesigen Wachgeist oder die mundanen Wachen zu alarmieren, doch den Hüter zu passieren war ein anderes Problem. Ließ ich die Zauber fallen, konnten wir passieren und die Kamera erwischte uns, hielt ich sie, musste ich mich durchdrücken und mit solch astralen Spielereien hatte ich noch nie große Erfolge verzeichnet. So auch diesmal, ich drückte und wurde zurückgedrängt ich drückte wieder, erneut dasselbe Ergebnis. Frustriert gaben wir diesen Weg auf, Isabeaux, die sich längst durch die Barriere geschlängelt hatte, hielt für einen kurzen Augenblick etwas vor die Kamera, ich sprang ohne Zauber hindurch, drängt mich unter die Kamera und schon im nächsten Moment hatte meine Illusion die Situation vollkommen unter Kontrolle.
Soweit ja noch ganz gut, aber die dortige Sicherheitstür mit Zahlenschloss bereitete dann erneut Probleme und auch die Kamera dahinter, die wohl kaum verpassen würde, dass sich die Tür öffnete. Was für ein Glück für meine Gefährten, dass ich Zagroschim der Wunderbare bin. Nicht nur hatte ich astral den Raum hinter der Sicherheitstür untersucht und hunderte potentiell gefährliche Critter gefunden, sondern auch diese Kamera und weil ich eben der beste Illusionist der Welt bin, war es auch kein Problem eine Illusion des Raumes zu werfen, die die Kamera täuschte, obwohl mir nicht einmal die Zeit blieb, während die Tür sich aufschob, mehr als einen Blick in diesen zu werfen.
Na gut, man sollte das Fußvolk nicht vergessen, immerhin waren es Jack und Jester, die die Tür öffneten und Isabeaux, deren Tiergeist uns befähigte unliebsame Critter unter Kontrolle zu bekommen.
Da standen wir also, inmitten von Käfigen und hatten endlich die Möglichkeit Ice´s Relay anzubringen und mehr über dieses abgeschlossene Computersystem zu erfahren, welches die oberen vier Sicherheitsetagen einschlossen. Der Erfolg war mehr als lausig. Wir fanden den Eintrag, dass die Funkenalbatrosse vor 6 Wochen verkauft worden waren und eine Aufnahme, die den Wagen zeigte, welcher mit den Crittern wegfuhr, aber mehr auch nicht. Dazu kam, dass uns langsam die Zeit weglief, der betäubte Wachmann war gefunden worden und wenn wir noch weitere drei Etagen durch Kameras und anderen Sicherheitskram hinauf mussten, danach noch in Lacroix´s Rechner mussten und dann mit heiler Haut hier heraus wollten, würden wir wohl einiges an Glück und meine überragenden Fähigkeiten brauchen.
Zum Glück waren meine Kameraden einsichtig, wir nahmen den Spatz in der Hand und machten uns auf den Rückweg. Es war anders gelaufen als erhofft, aber es gab eben auch Tage, an denen nicht einem die wunderbarsten Gaben den vollen Erfolg sichern konnten.

Aber noch hielt der Tag weitere unliebsame Überraschungen für uns bereit. Als wir zurückkamen mussten wir feststellen, dass die Motorräder von Jester und Jack gestohlen worden waren. Recht offenkundig von der hier ansässigen Gogang.
Hätten wir Zeit, hätte Jester sicherlich einen kleinen privaten Feldzug angezettelt, vor allen Dingen um Standpunkte klar zu machen, aber so waren wir leider gezwungen uns weit kooperativer zu geben, als wir es uns gewünscht hätten. Ich entsandte einige freundliche Geisterdamen, um die Vorverhandlungen zu führen und schließlich marschierten Jack und Jester, der eine bewaffnet mit schweren Waffen der andere bewaffnet mit seinem scharfen Verhandlungsgeschick auf den Schrottplatz der Gang, wo sie recht misstrauisch beäugt, aber vordergründig freundlich empfangen wurden.
Die Ganger verlangten 4K je Maschine und Jester schluckte ärgerlich, ließ sich aber nichts anmerken und verhandelte gelassen weiter. Derweil durchkämmte ich den Schrottplatz und fand, recht offenkundig verborgen, den hiesigen Magier mit seinen zwei Geistern. Es war mir egal, ob er was taugte oder nicht, darauf kam es nicht an, sondern ich gesellte mich astral neben Jester und berichtete von zwei läppischen Geistern und einem mittelmäßigen Magier, der uns beobachtete.
Das kippte die Waagschale allerdings nur wenig, denn der Ganger fühlte sich sicher genug auch drei professionelle Runner hier auf seinem Turf abzufertigen und letztendlich blieb uns nichts, als das Geld zu bezahlen, wenn wir nicht das Risiko eines ernsthaften Scharmützels eingehen wollten.
Mit zusammengebissenen Zähnen zahlten die beiden. Nur Jack konnte dieser Farce etwas Positives abgewinnen, er bot als kleine Dreingabe der Gang seine Gitarrenkünste für die nächste Feier an und schaffte es so, wenn schon nicht einen Preisnachlass, zumindest so etwas wie einen Fuß in die Tür zu bekommen. Vielleicht konnte man sich die gesellen ja warmhalten, wenn man einmal mehr Muskeln als Hirn brauchte.

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Zagroschim

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