Shadowrun 5 Seattle

Sylvester in den Schatten

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Feuchtfröhlich war der Abend, als wir in Fedges Kneipe das neue Jahr begrüßten, doch was dann folgte, war mehr als nur ein wenig unangenehm.
Zuhause angekommen, fiel ich erschöpft von einem leichten Rausch aufs Sofa und hatte ganz sicher nicht vor aufzustehen, ehe das neue Jahr nicht weit älter war. Doch kaum waren meine Augen geschlossen, läutete es Sturm an unserer Klingel. Leicht schwummerig schlurfte ich zur Tür, schaute durch die Kamera und sah einen ziemlich ramponierten und arg blutenden Fremden. Natürlich öffnete ich und zog ihn mittels eines kleinen Zaubers in die Wohnung, ehe ich die Tür zuschlug und meine Gefährten über das Hauscom weckte.
Der Fremde hatte diverse Einschusslöcher und bis ich zumindest die meisten notdürftig versorgt hatte, waren meine Gefährten zur Stelle. Viel sagen konnte mir der halbbewusstlose Fremde nicht, bis auf, dass wir uns beeilen sollten. Vor der Tür fanden wir sein Auto, zusammen mit der Leiche seines Partners und als wir kurz darauf herausgefunden hatten, was wirklich Sache war, schien zumindest mir der Rat mit dem Beeilen wirklich gut.
Die beiden arbeiteten für die französische Botschaft und waren genau die beiden, die damals Chaos Theory bewacht hatten. Ihr Vater, Senator in Washington, hatte gute Kontakte zu den Franzosen und so war es gut möglich, dass diese dem Herrn Papa zwei ihrer Leute ausgeliehen hatten, um sein Töchterchen zu bewachen. Blöd nur das diese kriminell war und die Leibwächter nicht zur Botschaft gelaufen waren, sondern zu uns und dass, obwohl das deaktivierte DocWaggon Armband durchaus den Tod des Verletzten bedeuten könnte.

Wir saßen also in der Patsche, die Kleine hatte unser Wort, dass wir sie vor Konsequenzen bewahrten und diese schienen sie nun erwischt zu haben. Schnell fanden wir heraus, dass sie auf einer Sylvesterparty gewesen war. Vor ungefähr einer halben Stunde war sie dann in eine Verkehrskontrolle geraten, auf der angeblich alles gut gelaufen war, zumindest laut Auskunft unseres Hackers. Zu dumm nur, dass alles viel zu genau übereinander passte. Dort ein gefakter Überfall, mit eingespielten falschen Daten, eine Schießerei, die Flucht unseres Verwundeten und seine rasante Fahrt zu uns.
Allerdings auch nicht sehr erfreulich, denn die Daten legten folgenden Tathergang nahe. Eine Truppe von Knight Errant, oder zumindest als solche verkleidete Leute, führten ein paar Stunden Verkehrskontrollen durch. Die Kleine geriet hinein, wurde abgefangen und bald darauf löste sich die Kontrolle auf. Die Verwickelung einer solche Truppe bestätigte die Möglichkeiten unserer Gegner und schüchterte uns nicht unerheblich ein.

Dank den Einrichtungen des Lazarus gelang es uns den Verwundeten ohne schwerwiegende Konsequenzen für seine Gesundheit zumindest ein paar Minuten zu wecken und dieser verriet uns, dass die Gegner mindestens zu viert oder fünft waren und dass einer von ihnen Yusuf hieß, außerdem sprach er bei einigen von ihnen von einem russischen Akzent.
Damit lag alles auf der Hand, auch wenn es wirklich unerfreulich war. Chaos Theory hatte ihre Aufträge zurückgezogen und außerdem Kontakt zu dem fetten Mexikaner gehabt und nun wollten die Russen wissen, wer warum wen umgebracht hatte. Selbst wenn uns die Kleine egal gewesen wäre, wären die Russen spätestens als nächstes zu uns gekommen.
Wir mussten sie also finden.

Am Tatort des Überfalls angekommen, schauten wir uns sorgfältig um und versuchten den Tathergang zu rekonstruieren. Zumindest erschien das uns wichtig, bis ein Scharfschütze Jack aufs Korn nahm. Wir stoben in Deckung und Isabeaux fuhr mit ihrem Wagen los, um den Gegner zu stellen. Leider jedoch nur ein paar Meter, bis ein zweiter Gegner sie aufs Korn nahm und eine Granate in ihren Wagen warf.
Einzig ich blieb unbehelligt, da ich als astrale Projektion ganz sicher keine Angst vor Kugel zu haben brauchte und so war auch ich es, der den Adepten mit einem Feuergeist zur Räson brachte. Nun gut, diesen konnte er vernichten, aber meinem eilig herbeigerufenen Luftgeist konnte er bloß durch Glück entkommen. Was mir auch ganz recht war, denn so konnte ich ihn verfolgen. Leider nur bis zum Wagen seiner Gefährten, die auf ihn gewartet hatten.
Egal sagte ich mir, eine einfache Suche und schon wüssten wir, wo sie untergekrochen waren.

Selbstverständlich war Miss Isabeaux mit ihrem Wiedersacher längst fertig und selbst dessen Cortexbombe hatte sie nicht mehr als ein bisschen verschreckt. Tatenhungrig stand sie bereit Vergeltung für ihr geschrottetes Auto zu üben.
So kam es also, dass wir vor einer Schreinerei hielten, über der der Minotaurengeist stand. Wahrscheinlich der liebste Freund von Mikael dem Stier, wie uns in diesem Zusammenhang auffiel. Was die Sache ein wenig komplizierter machte, denn reingehen und einen der mächtigsten Mafiamänner umnieten schien eher kontraproduktiv, wenn wir Ruhe vor den Russen haben wollten.
Kurz debattierten wir, sammelten einige Daten und beschlossen dann zu verhandeln. Jesters Anruf war kurz und beängstigend, die Russen wollten nur direkt mit uns verhandeln und wir sollten einfach auf den Präsentierteller marschieren. Nun gut, wofür waren wir schließlich Helden. Na ja, zumindest die anderen, die nicht vernünftig genug waren an ihren kostbaren Leben zu hängen. Mir war doch recht Angst und Bange, aber ich wäre ja auch nicht der, dem die Russen den Kopf von den Schultern rissen, um hinein zu spucken, ich würde schon einen Weg hinaus finden.

Die Diskussion war recht unerfreulich, anscheinen wollten die Russen irgendwelche Feueralbatrosse und die konnten sie nur über den Mexikaner beziehen, der nun leider mausetot war und dessen Kontakte nun nicht mehr verfügbar waren. Zumindest nicht für die Russen. Außerdem waren die Russen auf diesen ungenannten Mörder recht schlecht zu sprechen was unsere Position noch ein wenig weiter verschlechterte. Zumindest wussten sie nicht, dass wir es waren und noch hatte Chaos Theory auch nicht geplaudert, auch wenn sie bereits ein wenig ramponiert aussah.
Zuletzt schlichen wir wie geprügelte Hunde hinaus. Wir hatten drei Tage 6 Albatrosse zu besorgen. Bis dahin war Chaos Theory sicher. Und als ob dies nicht genug wäre, hatten die Russen Jester ein Armband verpasst, dass dieser nicht lösen konnte. Eine Sprengladung, oder einen Sender, was auch immer, eine Ermahnung keinen Mist zu bauen.

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Zagroschim

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