Shadowrun 5 Seattle

Licht am Ende des Tunnels

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Was als unmögliche Woche begann, nahm mit weiterem Desaster seinen Lauf, um dann doch noch, mit ein wenig Glück, versöhnlich zu enden.
Nachdem wir unseren Feinden noch einmal von der Schippe gesprungen waren und endlich sicher daheim waren, machte ich mich sogleich daran den Magier mittels eines Geistes zu suchen. Es dauerte kaum eine halbe Stunde, dann kehrte dieser zurück und berichtete, dass nicht eine Spur von dessen Signatur zu finden sei.
Verdammt fluchte ich, abgeschirmt hinter dem schützenden Vorhang eines Refugiums. Oder zumindest soweit gesichert, dass selbst mein mächtiger Luftgeist nichts zu finden vermochte. Andererseits konnte auch niemand immer nur hinter seiner astralen Mauer hocken, nicht wenn es galt noch weitere Morde auszuführen und vorzubereiten. Irgendwann musste er sein heim verlassen und dann würde einer meiner Geister, die ich regelmäßig losschickte, Erfolg haben und dann würden wir zuschlagen.

Bis es soweit war, kamen uns, wie so oft in dieser Woche, gleich zwei Dinge in die Quere. Rose wollte uns für einen weiteren Auftrag. Eine kniffelige Übergabe, bei der unsere Kampfkraft aber auch unsere taktischen Fähigkeiten gefordert wurden. Zumindest stimmte hier das Bild. Mr. Cursed, mal wieder unser Johnson, hatte uns zum Finale des Urban Brawl ins Stadion geladen, um dort alle Einzelheiten zu besprechen. Bis dahin blieben uns zwei Tage, das ein oder andere Problem von unserer Liste zu streichen.
Doch statt Probleme zu streichen, eröffneten sich neue, als Jester den von Bürgermeister Hess vermittelten Auftrag anging und sich mit dessen freund traf. Dieser wollte nicht einen Mord, sondern gleich vier. Das an sich war ja schon schlimm genug, aber ehe wir auch nur Luft schnappen konnten, prasselten die widerlichen Details dieses Auftrags über uns hernieder. Hauptziel war ein junger hart arbeitender Mann, der nichts Schlimmeres getan hatte, als ein Techtelmechtel mit der Tochter unseres Johnsons anzufangen. Doch es sollte noch weit schlimmer kommen, dieser aufrechte junge Mann kümmerte sich, seit dem Tod seiner Eltern, um seine drei jüngeren Geschwister. 8,11 und 17 Jahre alt, die ebenso ermordet werden sollten. Und als wäre dies nicht widerlich genug, sollte es auch noch einen Bonus für einen qualvollen Tod geben und einen weiteren, wenn wir die älteste Schwester zu finsteren Zwecken irgendwo ablieferten.
Zu viel für die meisten von uns. Jester wollte rein gar nichts mit der Sache zu tun haben, ich schwieg die meiste Zeit von Ekel erfüllt. Isabeaux war bereit den Mann zu erschießen, wollte den Kindern aber nichts tun, ebenso wie es auch Reaper und Shooter hielten. Einzig Hawk und Wheelz waren frei jeglicher Skrupel. Mir wäre es lieber gewesen, wir hätten diese Entscheidung als Team gefunden und Abstand von diesen Morden genommen, aber da sich die beiden auch durch rechtschaffene Worte nicht aufhalten lassen wollten, überließen wir es ihnen ihre Seelen für ein paar Nuyen zu verkaufen.
Ein paar Stunden später war alles geschehen, die Morde erledigt, das Geld übergeben und alle konnten wieder ruhig schlafen. Zumindest alle, deren Seele bereits an den Teufel verkauft war.

Kaum war ich gegen 2 Uhr nachts dann doch in einen unruhigen Schlummer gesunken, weckte mich mein geist, mit der hektisch überbrachten Nachricht, er hätte mein Ziel gefunden. Es dauerte einen Herzschlag, dann setzte mein verstand ein und ich sprang auf, hämmerte an Isabeaux Tür und gleich darauf an die von Wheelz! der Magier fand sich ind er Nähe der Skybridge, vielleicht konnte uns John Dealer näheres verraten. Außerdem benötigte ich Wheelz! Drohnen, denn diese konnten einen Magier viel unauffälliger beobachten, als selbst der beste Geist.
Als ich endlich deren Aufmerksamkeit hatte, hatte Wheelz! auch schon alle anderen mit einem Alarmruf geweckt. Wir trafen und zwei Minuten später im Wohnzimmer und drei weitere Minuten später, nachdem ich alle Details so schnell als möglich weitergegeben hatte,fanden wir uns in Wheelz! Wagen wieder und waren mit quietschenden Reifen unterwegs.
Kaum im Zielgebiet sandte ich einen geist los, schickte Wheelz! seien Drohnen aus und warteten wir anderen nervös bebend im wagen. Sobald wir eine Richtung hatten würden wir uns trennen. Ein Trupp aus Jester Isabeaux und mir würde durch Unsichtbarkeitszauber geschützt zum Haus sprinten und zuvor versuchen in den verglasten Fenstern etwas mit dem Lasermikrofon zu belauschen. Reaper Shooter und Hawk wurden sich auf anderem Wege dem Haus nähern, durch den Eingang eindringen und sich nach oben vorarbeiten, wo in der obersten noch intakten Etage unsere Zielperson lauerte. Auf andere Wege würde sich ihnen Jester später wieder anschließen, derweil Isabeaux, mit mir auf dem Rücken einfach hoch schweben würde, um sich vor dem Fenster zu positionieren. Von dort würden sie, gemeinsam mit unseren geistern, die Manabarriere zerschlagen und in das Refugium eindringen, so dass wir den Feind von zwei Seiten unter Beschuss nehmen konnten.
Unsere Feinde hatten zwar ihren Eingang und wie wir später leidvoll feststellten auch die Fenster mit Claimore Minen gesichert, aber dafür auf jegliche Überwachungssensorik oder Wachgeister verzichtet. So gelang es unserem Team Zwei vor der recht schlichten Tür in Stellung zu gehen und dann gemeinsam loszuschlagen.
Jester öffnete die Tür, doch statt eines erfolgreichen Erstschlages, wurden unsere Jungs von einem Schrapnellhagel eingedeckt, der keinen von ihnen unbeschadet ließ und Shooter sogar vollends niederstreckte. Kaum noch bei Bewusstsein war unser erster Mitstreiter gefallen, ehe der Kampf auch nur begonnen hatte.
Jesters Pistolenschuss traf einen der drei vollkommen überraschten Feinde, vermochte aber wenig anzurichten, Reaper Salve aus seinem leichten Mg war da schon weit wirksamer und entledigte uns unseres ersten Feindes. Der feindliche Magier sprang auf, wirkte eine Barriere um sich zu schützen und rief zwei Geister, die diesem Deckung boten. Zeitgleich schlug Isabeaux das Fenster ein, wir rollten uns in den Raum und Isabeaux ging zum Angriff über, derweil ich meine Geister lossandte.
Schnell und hart ging es hin und her und ich war dankbar für meine Reflexe, die mir in diesem Chaos doch weit mehr Reaktionsfreiheit verschafften, als es mir zuvor möglich war. So gelang es mir, mit meinen Geistern einen der anderen geister auszuschalten und den zweiten Geist mit meinem Versuch ihn zu bannen zu beschäftigen.
Gemeinsam streckten Isabeaux und Hawk den zweiten feind nieder und wollten sich gerade dem Magier zuwenden, als dieser mit einem gekonnten Satz durchs Fenster sprang um sich in Sicherheit zu bringen. Dies sollte ihm allerdings nicht viel nützen, Isabeaux war, ebenso wie mein Feuergeistchen, sogleich auf seinen Versen und nur Sekunden später folgte der Magier seinen Gefährten in die ewigen Jagdgründe. Ein wenig schade, denn Isabeaux hatte diesen noch befragen wollen, hatte aber einmal mehr ihre Kraft unterschätzt und diesem unbeabsichtigt das Genick gebrochen.
Als wir uns nun daran machten nach Spuren zu suchen, stellten wir überrascht fest, dass doch einiges fehlte, der Magier trug nur einen Spielzeugfokus mit sich herum, keiner der Feinde trug Komlinks und auch das Scharfschützengewehr, mit dem ich niedergestreckt wurde, fand sich nicht, geschweige denn Geld oder andere bedeutende Wertsachen. Zumindest fanden sich die Masken der Verbrecher und so konnten wir den Mörder von Isabeauxs Mutter identifizieren und feststellen, dass uns der gefährlichste unserer Feinde, eben jener Scharfschütze mit der Wolfsmaske, entgangen war. Zumindest fehlte ihm nun ein guter Teil seiner Unterstützung!

Getragen von Hochgefühl endlich zurückgeschlagen haben, verwischten wir alle astralen Spuren und kehrten dann nach Hause zurück.

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Zagroschim

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