Shadowrun 5 Seattle

Katerstimmung

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Eine Woche deren Montag schon so scheußlich begann, konnte einfach nicht gut werden. Es kam wie es kommen musste, es wurde schlimmer.
Miss Isabeaux nahm mich und Wheelz! beiseite, um uns nachdrücklich zu erklären, dass der Name Zagroschim nun endgültig tabu war. Vielleicht hatte sie ja sogar recht, aber so darauf herumzureiten reizte mich einfach dazu, ihr vehement zu widersprechen. Ich war nun einmal Zagroschim der Wunderbare und nicht dieser namenlose Zigzag. Andererseits reifte in meinem Kopf schon eine Idee, wie ich diesen glanzlosen Namen mit Witz und Esprit füllen könnte.

Aber zuerst galt es wichtigeres zu bedenken. Ein bis zwei Mörder mussten gefasst werden, dazu wollte dieser Lonestareinsatz angegangen sein und wenn Jester zurückkam, wollte dieser sicher auch seinen Wetworkauftrag vorantreiben.

Derweil wir also planten, machte sich Hawk daran, bei Lonestar einzudringen, um schon einmal einige Daten zu finden. Kein leichtes Unterfangen und als er zurückkam, sah er aus, wie ich mich ohne mein morgendliches Bier fühlte.
Zumindest hatte es sich gelohnt, wir wussten nun, dass der Mord an Isabeaux Mutter von derselben Gruppe ausgeführt wurde, wie jener Mordanschlag auf meine Person. Schwarz vermummte Gestalten mit Tiermasken vor den Gesichtern. Nur leider wusste nicht einmal die hübsche Rose uns mehr zu sagen, als dass diese Kerle wohl alle paar Jahre auftauchen, einen Sackvoll käuflicher Morde abliefern, um dann zu anderen Weidegründen weiterzuziehen.
Laut Hinweisen, die wir uns aus dem Polizeibericht zusammenreimten, gab es bei unseren Feinden wahrscheinlich auch einen recht erfolgreichen Decker, neben unserem Adepten zumindest noch einen Sam und wie wir vermuteten und wie sich später bewahrheiten sollte, einen Magier. Genug also, um meinen herrlichen kleinen Plan noch eine Spur gewagter zu machen.

Nicht gerade ungefährlich für uns, andererseits blieb uns eh keine Wahl, als uns mit diesen Profis anzulegen. So reifte in mir schnell ein recht guter, aber auch riskanter Plan. Warum nicht Informationen lancieren, ich sei in den Barrons untergetaucht und würde dort auf Informationen warten. Dann wären sie sicher so begierig, zumindest einen Späher vorbeizuschicken, dem wir verfolgen konnten, oder einen Geist, den man an sich binden konnte, um endlich auch einen Trumpf gegenüber dem Feind zu haben.
Zur Sicherheit machte ich mich daran, einen Geist zu beschwören, der uns im Zweifelsfall den Hintern retten konnte, doch irgendwie war dies nicht mein Tag, die ersten Geister erschienen nicht, die nächsten gingen wieder und zuletzt versagte ich gar darin den Geist zu binden und verbrannte einen ganzen Sack kostbarster Reagenzien.

Ein wenig erschöpft genehmigte ich mir, nachdem die Nervensägen und Klugscheißer, die riefen, der Arzt hätte erwähnt ich solle nicht trinken, im Bett waren, ein oder zwei, nun genauer gesagt drei Bier und das nächste, was ich wusste, war, dass ich in meinem Bett wieder erwachte und Miss Isabeaux mich mit einem strafenden doch auch irgendwie verstehenden Blick bedachte, als ich am nächsten Mittag die Treppe heruntertorkelte.

Auch Hawk war nicht wesentlich glücklicher, er stromerte in der Matrix herum, erflehte ein paar Gefallen und versuchte in eines der Schattennetzwerke zu gelangen, um brauchbare Informationen auszugraben. Langwieriger Kram, der einzig dadurch erträglich wurde, dass der sonst so selbstbewusste, manchmal gar schroff auftretende Hawk vor Ärger fluchte und mal hier mal dort erzählte, was ihm wieder über die Leber lief. Nicht die langweiligen technischen Details, die eh keiner verstand, sondern seine Version von Zahlenrätseln, zusammenfallenden Orten und verborgenen Türen.
Der nächste Tag, das nächste Unheil. Mal wieder dabei einen Geist zu beschwören, gelang es mir, ausgerechnet mir, dem wunderbaren Zagroschim, mich von meinem eigenen Hilfsgeist verbrennen zu lassen. Mal wieder erwachte ich im Beisein der hübschen Miss Isabeaux, die mich zu ihrem merkwürdigen doch recht interessanten Dr. Facilier, geschleppt hatte. Halbwegs geheilt fühlte ich mich noch scheußlicher als am Tag zuvor, einziger Lichtblick in all diesem Unheil, war die hübsche Miss Isabeaux, die meine Probleme wohl weit besser verstand, als sie es gern zugab. Sie hatte mehr erfragt und wusste nun, dass die Nanobots in meinem Körper, die mir dieser idiotische Straßendoc verabreicht hatte, sich mit Alkohol nur bedingt vertrugen, aber es zumindest möglich war, ab und an an einen Bierchen zu nippen, ohne gleich wieder größeres Unheil zu beschwören. Dazu war sie clever genug auch die anderen beiseite zu ziehen, denn weder ihnen, noch mir stand der Sinn nach einer Kur, derweil ich unabkömmlich für die Verteidigung gegen diese Killergang war.

Nun gut es kam ein wenig anders als geplant, aber das Ergebnis war zumindest brauchbar. Statt einem Späher schickten sie ein mit Sprengstoff vollgepumptes Auto, das mitten in unseren Unterschlupf raste. Zum Glück war die hübsche Miss Isabeaux geistesgegenwärtig genug, mit mir aus dem rückwärtigen Fenster zu springen und dort wegzukommen, ehe die Flammen und Schrapnellsplitter uns ernsthaft erwischen konnten. Sicher in den schützenden Armen der mächtigen Kriegerin, in die sich Miss Isabeaux von einem Augenblick zum nächsten verwandelte, war ich geistesgegenwärtig genug, mich nicht nur auf die Flucht zu konzentrieren, sondern zugleich nach dem Feind Ausschau zu halten. So fand ich im Astralraum die Präsenz des feindlichen Magiers und verharrte genau so lange, wie ich brauchte, um dessen Aura zu askennen und sie mir einzuprägen. Das nächste Spiel, würde dann vielleicht im Hinterhof unserer Gegner stattfinden.

Comments

Zagroschim

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.