Shadowrun 5 Seattle

Im finsteren Schloss

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Es war wie so oft, wenn es darum ging ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern, ohne zuvor eines hineingesteckt zu haben. Man benötigte mehr Rauch, mehr Tamtam und mehr Geschick und selbst dann fühlte es sich zumeist ein wenig unspektakulärer an.

Die Unsicherheit ließ meine Kameraden sich wütend anfauchen, doch davon ließ ich mich nicht beeindrucken. Wo es keinen Weg gab, gab es noch immer Blendwerk und wo dieses versagte, begann die wunderbare Welt der Tricks und Täuschungen, deren Gebieter niemand anders war als Zagroschim der Wunderbare.

Noch während zu viele Fragen meine Gefährten blendeten durchschossen ungezählte Möglichkeiten meinen Kopf. Den Zaun kurzschließen und hinter einer Hecke hineinschleichen, um ein oder zwei der elektrischen Systeme zu umgehen. Ein Auto stehlen, um darin sicher vor den Blicken des Wachgeistes zu sein, oder auch einfach aufs Gelände marschieren und sich auf das gute alte Quäntchen Glück verlassen.

Zuletzt entschied ich mich für den Lieferwagen, freundlich gesponsert durch den tatkräftigen Wheelzs! Und einen unbekannten Spender, der sicherlich später sein Auto irgendwo anders wiederfinden würde.
Dies in die Tiefgarage zu bekommen erledigte Cpt. Schlabberhose, zu dem ich an dieser Stelle wohl ein paar Worte verlieren sollte.
Grey Leet war einer von Miss Isabeaux alten Freunden aus ihrer Zeit als sie noch nicht dem Weg des Voodoo folgte. Er war jung, sehr jung und er verbrachte sein ganzes Leben im tristen Alltag hirnzerfressender Matrixspiele und ab und an damit, uns ein wenig Wissen zu verschaffen. Nachdem wir also beim letzten Run so erfolgreich auf Ice und seinen kleinen Kasten aufgepasst hatten, würden wir auch diesmal einen nicht ganz geeigneten Kandidaten mitschleppen.
Vor meinem geistigen Auge erschien schon ein fetter verpickelter 17 jährigen mit grauer Trainingshose und gläsernem Blick. Dem ich, schneller als ich atmen konnte, den Spitznamen Cpt. Schlabberhose anhängte.
Zum Glück kam es anders. Grey Leet war zwar ängstlich und vielleicht auch nicht besonders geeignet, aber immerhin war er ein Profi, gehüllt in einen neuen Kampfpanzer, samt Komplettversiegelung und diversen Extras. Auch die elektronische Kriegsführung schien ihn nicht zu sehr zu überfordern, immerhin gelangten wir, samt unserem von Wheelz! gefahrenen Transporter, problemfrei in die Tiefgarage, von wo es kein Problem darstellte, durch die Verbindungstür das Anwesen zu betreten.

Außer Sicht von Kameras und Wachen konnten wir einfach so durch den Hüter spazieren ohne uns darüber Gedanken machen zu müssen uns durch selbigen zu drücken und so Alarm auszulösen. Einmal drin standen wir vor dem nächsten Problem. Das Sicherheitssystem des Hauses war zwar aktiv und bescherte uns eine gute Sicht auf ungezählte Sicherungssysteme, aber nicht auf verwertbare Daten. Nirgends war vermerkt, wo sich die Albatrosse befanden, noch gab es Daten über Personen, die uns weiterhelfen konnten.
Gerade wollte ich in astraler Gestalt loshuschen um zu suchen, als uns Stimmen aufschreckten. Sofort verbarg ich uns hinter einer Illusion des leeren Ganges. Vielleicht konnten wir den beiden folgen, oder zumindest die Gelegenheit nutzen, sie auszuschalten und zu befragen.
Diesmal ließen uns die Götter des Glücks im Stich. Der Wachmann und der Tierpfleger schoben einen großen elektrischen Wagen und als dieser in der Illusion verschwand, schraken sie auf und waren innerhalb eines halben Herzschlags kampfbereit. Wir hatten keine Wahl als sie auszuschalten. Jester zückte seinen Taser, Miss Isabeaux rief nach einem ihrer Geister und ich warf eine Chaotische Welt um deren Aktionen ein wenig durcheinander zu wirbeln. Mehr oder weniger ging unser Plan auf, der Wachork war fähiger als erwartet und auch der Tierpfleger reagierte nicht wie ein geschockter Hausangestellter sondern wie ein Kriegsveteran. Der Tierpfleger rannte was das Zeug hält, damit beschäftigt zugleich über Funk Alarm zu geben, der Ork lieferte sich, derweil er Alarm funkte ein Gefecht und als er drohte zu verlieren, schnappte er sich gar eine Schockgranate und zündete diese mitten in seiner Hand um uns, als letzte Aktion, mit ins Verderben zu reißen.
Ein wenig angeschlagen und mächtig beeindruckt blickten wir auf die beiden Ohnmächtigen. Vielleicht waren die beiden nicht stahlummantelt und mit schwerem Gerät bewaffnet, aber es waren Veteranen, zu gnadenloser Effizienz bereit.
Ein wenig graute mir bei dem Gedanken, auf zwei solcher Wachen zu treffen, ausgestattet mit Maschinenpistolen und geschützt durch schwere Panzerung. Natürlich ließ ich mir nichts anmerken, sondern ließ meinen Blick auf Grey Leet schweifen, immerhin war er es, der uns Antwort auf die dringlichsten Fragen geben konnte.
Waren wir aufgeflogen? Trugen die beiden Markierungschips die es ihnen erlaubten sich in dem Gewirr aus Sicherheitsanlagen frei zu bewegen und konnten wir ihnen diese abnehmen.

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Zagroschim

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