Shadowrun 5 Seattle

Besinnliche Diskussionen

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern,
später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten

Wir standen vor einem Problem. Nun gut, vor einem anderen, als die meisten meiner Gefährten dachten, aber es war ein Problem. Weihnachten stand vor der Tür und wenn wir weiter so andächtig lamettatierten, oder besinnlich philosophierten wäre das Fest vorbei, ehe wir uns zu einer Entscheidung durchgerungen hätten.
Wir wussten, was es zu wissen gab und standen nun vor einer Wahl, die sich recht unangenehm gestaltete. Wir konnten den Weihnachtsmarkt lahmlegen, dann würde Good People Care woanders weitermachen. Wir konnten die Lagerhalle stürmen, die dortigen Machenschaften aufdecken und zerstören, was dort an Anlagen aufgebaut war, aber das würde uns nicht helfen Ceta Imp Chem an seiner Versuchsreihe zu hindern. Oder wir könnten uns einer der radikalen Organisationen anschließen und unser dann nur noch kurz währendes Leben damit verbringen, alles Mögliche und vor allen Dingen Unmögliche anzustreben, dieses und ähnliche Projekte allerorts zu sabotieren und lahmzulegen.

Natürlich stand drittes nicht zur Auswahl und dennoch fühlten sich insbesondere Isabeaux und Jester bemüßigt über das für und wider zu streiten. Der einen ging der andere zu lapidar mit Kinderleben um, dem anderen schien es unmöglich alle Kinder überall zu retten.
Es war zum Haare raufen, wir hatten mehr als eine gute Lösung für das Problem und konnten doch keine ergreifen.

Es war mehr als eindeutig. Die Lagerhalle war mindestens der Verteilerknoten, wenn nicht die hiesige Produktionsstätte für Microsoup, wie wir die neue Droge nannten. Von dort wanderten die Droge und ein Katalysator zu diversen Weihnachtsmärkten in Seattle.
Die Wirkung der Droge hatten wir mit Hilfe des Lazarus und mit Hilfe der Chemie Ag mehr als genau determiniert. Es ging um eine Art Supersteroid, stärkere, schnellere und ausdauerndere Kämpfer, mit geringerer Haltbarkeit, um es mal im Fachjargon dieser Konzerne zu beschreiben. Ein paar Monate ohne Katalysator oder ein paar Wochen mit und man hatte Muskeln so groß wie ein Berg und dazu vielleicht ein paar Mutationen und eine Lebenserwartung, die ein Jahrzehnt im ersten Fall und ein paar Jahre im zweiten Fall kaum überstieg.
Perfekt geeignet für Soldaten oder Milizen, die nicht so großen Wert auf ihre ohnehin ersetzbare Ware hielten, zumal es viel billiger ist, ein bisschen Tabletten zu schlucken, als gleich einen Reflexbooster einzusetzen.

Natürlich führten auch diese Informationen zu heißen Diskussionen, die ich allerdings an dieser Stelle aus ganzen Herzen unterstützte. Wenn wir versuchten den einen Konzern an solchen Tests zu hindern, war es vielleicht nicht hilfreich dem zweiten unsere Proben und Daten zuzuspielen, damit dieser ähnliche Testreihen aufzieht.
Allerdings war Jester viel zu besessen davon sich bei seinem Kumpel einzuschleimen, als sich mit solch lapidaren Problemen herumzuplagen.

Sei es wie es sei, wir wussten, was es zu wissen gab und wir hatten Möglichkeiten.
Ein schneller Zugriff auf die Lagerhalle, dort umsehen und zuschlagen und dann schnell raus und den Kopf unten halten, damit der Ärger dieses Großkonzerns an uns vorbeiflattert. Immerhin war Good People Care eine Tochter von Ceta Imp Chem, einem globalen Konzern.
Riskant, aber mein erste Wahl, denn Arschlöcher, die Versuche mit Sinlosen und vor allen Dingen mit Kindern fuhren und dass unter dem Deckmantel weihnachtlicher Güte, verdienten einen etwas härteren Tritt.
Eine weitere, recht einfach und elegante Lösung wäre ein Anruf bei Distriktbürgermeister Hess. Dieser könnte seinen guten Ruf aufpolieren, indem er einen Skandal aufdeckte, ganz sicher wäre eine „Wiedergutmachungsspende“ für unsere Weihnachtsorganisation durch Good People Care drin und wir müssten bloß die Füße hochlegen und abwarten.
Alternativ und ganz ohne Unterstützung könnten wir auch eine Genehmigung für den üblichen Weihnachtsmarkt erwirken und den Leuten erzählen, was bei Good Peoplle Care so abgeht. Dann könnten die ihre Versuchsreihe einstampfen, zumindest hier vor Ort und erneut wären alle zufrieden.

Nur ein paar Lösungen, aber alle machbar. Bloß das man sich einig sein musste, welchen Aufwand wir betreiben wollten, immerhin gab es ja recht wenig zu verdienen und vor allen Dingen womit wir unsere Herzen beruhigen konnten.
Ich war für die Ladung C4 als Weihnachtspräsent!

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Zagroschim

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