Shadowrun 5 Seattle

Auf großem Fuß

Aus Zagroschims unveröffentlichten Tagebüchern, später bekannt als die Chroniken von Zagroschims Wundertaten.

Manchmal ist die Welt noch wunderlicher, als der wunderlichste Zigzag und selbst der wunderbare Zagroschim ist nicht fähig wunderbar genug zu sein, sie im Zaum zu halten.
Um es einmal wie folgt zusammen zu fassen. Es gab einiges, worüber ich in den letzten Tagen nachgedacht hatte und so machte ich mich zuallererst einmal daran, mit Rose zu telef9onieren, damit sie mir ein paar Informationen besorgt. Teuer fürwahr und nicht besonders umfassend, aber immerhin mit einer kostbaren Bestätigung. Vor drei Jahren hatte ein Runnerteam mit den lächerlichsten Namen die ich je gehört hatte, eine Aztecniederlassung in Denver überfallen und bald darauf schwärmten die Indianer aus und kein Mitglied des Teams kam mit dem Leben davon.
Zumindest nun sollte mir Hawk glauben, dass die Indianer kein Zagroschim Problem waren, sondern ein Mr. Cursed Problem.
Natürlich hatte ich alles öffentlich inszeniert, hauptsächlich um meinen Kameraden zwei Sachen vor Augen zu führen. 1. man konnte etwas erfahren, wenn man sich auf den Hosenboden setzt und 2. In der Hoffnung, dass einer der Angsthasen mal wieder mosert und damit anfängt, es wäre ja nun viel viel zu riskant irgendwelche Informationen einzuholen.
Beides leider vergebliche Hoffnungen, aber zumindest strichen mir alle begütigend über mein metaphorisches Köpfchen und kraulten meinen Bauch, wie man es bei einem braven Hund tut, der sich über unwichtige Stöckchen schwanzwedelnd freut.

Dann kamen die Informationen von Miss Helena herein und bald schon wussten wir, dass MR. Darokin, dieser Wurm, sich mit drei zwielichtigen Ganoven eingelassen hatte und das just an dem Abend, als das Kopfgeld in der Matrix erschien.
Hawk tauchte in die Matrix und bald schon hatten wir Namen und Informationen. Der fette Mexicaner war ein Schieber, der sich hauptsächlich von reichen Schnöseln anwerben ließ, er galt nicht als besonders zuverlässig oder zahlungsbereit, aber zumindest hielt er sich, obwohl er die Rückendeckung seiner zerschlagenen Mafia nur noch bedingt in Anspruch nehmen konnte, eifrig im Geschäft.
Er war gerade in der CAS würde aber heute Abend zurückkehren und gleich Morgen Abend in der Skybridge residieren. Das war ja schon mal eine ganze Menge Input für ein paar Anrufe und ein bisschen Daten wälzen.

Just in diesem Moment schrillten Hawks interne Alarmsensoren, irgendwer hatte sich bei ihm eingehackt und alle Daten der letzen fünf Minuten mitgehört. Verflucht, wer auch immer dies war, er wusste nun, dass wir hinter dem Mexicaner und Mr. Darokin her waren.
Unsere Suche in der Umgebung förderte nichts zu Tage und Hawks Analyse war vielleicht noch niederschmetternder. Irgendwer, wahrscheinlich der Hacker des Mexikaners, hatte sich, mal so eben, während Hawks Suche bei ihm eingeklinkt und alles in Ruhe mit angehört. Jemand der richtig richtig gut war!

Etwa zur gleichen Zeit bekam Miss Isabeaux einen Anruf von einem Freund eines verstorbenen Freundes. Ganz sie selbst machte sie sich, ohne auch nur Unsicherheit zur zeigen auf den Weg zum Treffpunkt, einzig mit dem lapidaren Kommentar, wenn ich mich in zwei Stunden nicht gemeldet habe, solltet ihr in jener Kneipe mit der Suche beginnen.
Wie so oft, wenn die Paranoia am größten ist, ist die Gefahr am geringsten. Jack, ein recht unscheinbarere Streetsam mit einem etwas unheimlichen Touch, insbesondere wegen jnes Schieber-Decker-Dingsda, welches sein Backup zu sein schien. Ansonsten war Jack aber recht aufgeschlossen, von tadellosen Manieren und angenehmen Umgangsformen. Irgendwie schien er Miss Isabeaux sehr stark an den verstorbenen Bob zu erinnern, aber ich wollte, aus purer Höflichkeit nicht zu sehr vorpreschen und alte Wunden aufreißen. Immerhin kannte Miss Isabeaux Bob aus einer Zeit, da sie noch Saya hieß, einer Zeit über die Miss Isabeaux nur selten ein Wort verlor.

Nachdem uns Jack, über seinen Schieber bestätigt hatte, dass der fette Mexikaner das Kopfgeld auf Zagroschim erteilt hatte, waren wir nur zu bereit uns Jack anzuschließen, dessen Auftrag es war, für das Ableben des Mexikaners zu sorgen. Ein wenig drastisch vielleicht, aber 150.000 Nuyen Kopfgeld sind ja auch irgendwie nicht freundlich. Natürlich mussten wir uns später auch noch nach unten und oben absichern. Zum ersten jenen erwischen, der den Kontrakt übernommen hat und von dem wir nicht mehr als das Matrixicon, eine explodierende Nova hatten und natürlich um Darokin, der das ganze schließlich angeleiert hatte.

Schnell wandte sich alles planerischen Details zu. Am liebsten wollten wir die Aura des Mexikaners, damit wir ihn verfolgen konnten und in einer uns genehmen Situation zuschlagen konnten. Dafür gab es mehrere Möglichkeiten. Im Flughafen askennen, nur möglich, wenn Miss Isabeaux als Bezirksbürgermeister Hess Bodyguard dort aktiv war, oder die Skybridge überwachen. Auch kein Zuckerschlecken, zumal es keine Garantie auf Erfolg gab, da diese schlecht einzusehen und gut gesichert war.
Hier nun kam es zu der bereits zu Beginn angesprochenen Verwirrung. Von den paar Kröten die hier für einen Auftritt, ich meine natürlich Run, in meine Taschen spülen, kann ich kaum leben, geschweige denn mein Potential mit weiterer Ausrüstung aufstocken. Aber der Rest meiner Kameraden scheint weit billiger zu leben oder einfach mehr zu besitzen. Wir kamen tatsächlich überein, Bezirksbürgermeister Hess zu bitten, uns zu gefallen zu sein. Nach ein paar Umwegen und nicht unerheblichen Anstrengungen durch Jester, stand fest, für nur einen Gefallen den wir Mr. Hess nun schulden und dem läppischen Betrag von 13.000 Nuyen durfte Miss Isabeaux den Bürgermeister zum Flughafen begleiten.
13.000 Nuyen, von dem Gefallen mal abgesehen, für den Erfolg, nun die Aura des Mexikaners askennt zu haben. Fiel denn hier keinem außer mir die Unverhältnismäßigkeit auf?
Als ich dies erwähnte, fanden alle schnell „gute“ Begründungen. Immerhin war es ja der sicherste Weg, zugegeben, und auch der schnellste und am wenigsten auffällige, aber mir wäre es noch immer hundert Mal lieber gewesen, mir ein paar Stunden an der Skybridge die Füße platt zu stehen, Wheelz! Stealthdrone ein wenig zu gefährden und eventuell einen Geist zu bemühen, als solch horrende Summen einem Gefallen für Bürgermeister Hess hinzuzufügen.
Andererseits sind wir ein Team, oder wollen zumindest eins werden, so zahlte ich also meinen Anteil und fügte mich, ein wenig murrend, dem Willen der Allgemeinheit.

Miss Isabeaux berichtete als sie zurückkam von ein paar unglücklichen Umständen, die ihr ihre Arbeit erschwert hätten und beinahe dazu geführt hätten, dass unsere Mühen ergebnislos verpufft wären, aber dank ihres Einsatzes besaß sie nun ein klares Bild der Aura des Mexikaners.
Wir konnten also beginnen. Mit einer Geistersuche sollte der Mexikaner leicht zu finden sein und ein Besuch in seinem Zuhause, sollte nicht bloß informativ, sondern ganz sicher auch ein wenig lukrativ sein.

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Zagroschim

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